Geschichte und Zukunft der Kreditkarte
Das Heimatland der Kreditkarte ist natürlich die USA. Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden dort Kreditkarten ausgegeben, die jedoch noch nicht universell einsetzbar waren. Hotels, Mineralölkonzerne und Kaufhausgesellschaften zählten zu den ersten Unternehmen, die diese Karten einsetzten. Erst im 20. Jahrhundert begannen dann andere Branchen diese Form der Zahlung zu übernehmen. Die Karten ermöglichten es dem Inhaber, Leistungen des jeweiligen Unternehmens in Anspruch zu nehmen und diese später abzurechen.
Die Kreditkarte, wie wir sie heute kennen, hatte ihren Ursprung ebenfalls in den USA. Dort hatte Frank MacNamara im Jahr 1950 ein Restaurant besucht und nach dem Essen festgestellt, dass er sein Geld vergessen hatte. Daraufhin ließ er seine Visitenkarte hinterlegen, um den Betrag später zu begleichen. Hier entstand die Idee zu einem der wichtigsten Zahlungsmittel unserer heutigen Zeit. Er gründete zusammen mit seinem Geschäftspartner Ralph E. Schneider das Unternehmen Diners Club. Die Kreditkarte war anfänglich nur für Clubmitglieder gedacht, doch schon bald erweiterten sich die Anwendungsmöglichkeiten stetig. Es entstanden die Travel- und Entertainment Kreditkarten, die als bevorzugte Zielgruppe die Vielreisenden anvisierten. Damit war es nun möglich, in Hotels, Restaurants, Mietwagenfirmen und bei Fluglinien bargeldlos zu zahlen. Diners Club war jahrelang ohne Konkurrenz in diesem Sektor und konnte sich rasch weltweit ausbreiten. Zu einem späteren Zeitpunkt stieg auch American Express in dieses Geschäftsfeld ein.
Eine andere Art von Kreditkarten waren die Bankkreditkarten. Für sie benötigt man in der Regel ein Abrechnungskonto. Die Bank gewährt einen kurzfristigen Kredit und verlangt für diesen Service Zinsen oder Gebühren. Viele lokale Banken boten diesen Service an und deckten einen eher regionalen Markt ab. Gerade wegen dieser räumlichen Eingrenzung entwickelten sich langsam Zusammenschlüsse und Verbände, die sich stetig erweiterten. Aus diesen Verbänden entwickelten sich letztendlich MasterCard und Visa, die größten internationalen Kreditkartenorganisationen.
Die Trennung der Kreditkarten in Bankkreditkarten und in Travel- / Entertainmentkreditkarten wurde in der folgenden Phase zunehmend abgeschafft und ihre Unterschiede nach und nach beseitigt. Dank der Globalisierung konnten sich diese Zahlungsmittel ohne größere Probleme weltweit ausbreiten und die Handelsströme global positiv beeinflussen.
Heute sind über 2 Milliarden Kreditkarten auf der ganzen Welt im Einsatz und ein weiteres großes Wachstum ist sehr wahrscheinlich. In Deutschland gibt es derzeit über 10 Millionen Kreditkarten – Tendenz steigend. Die Anzahl der Kreditkarten, die in den USA im Umlauf sind, beträgt über 800 Millionen Stück. Damit besitzt im Durchschnitt jeder Amerikaner vier Kreditkarten. Angeregt durch das Internet kamen viele weitere Innovationen auf den Markt, die ihre Rolle erst noch finden müssen. Ein Beispiel sind die virtuellen Kreditkarten. Im Internet ist eine physische Verfügbarkeit der Karte nicht mehr nötig. Die Kreditkartendaten allein reichen vollkommen aus, um bargeldlos zahlen zu können.
