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Dass sich die Angebote im Bereich der Geldanlage in Tagesgeld oftmals sehr ähnlich sind, stellen die Zins-Konditionen bei der Auswahl eines Tagesgeldkontos in der Regel ein entscheidungserhebliches Kriterium dar. Dabei ist jedoch zu beachten, dass für den Anleger keinesfalls nur die Höhe des Zinssatzes, sondern auch die Konditionen der Zinsberechnung entscheidend sind.
Der Zinssatz beim Tagesgeldkonto bezieht sich auf das Jahr und wird daher als Zinssatz per annum (kurz p.a.) angegeben.
Die Höhe der Tagesgeld-Zinsen orientiert sich in der Regel an der Zinssituation am Finanzmarkt. In einer Hochzinsphase werden daher auch hohe Zinsen auf Kapitalanlagen gezahlt, in einer Niedrigzinsphase sind die Tagesgeld-Zinsen dementsprechend geringer.
Anders als bei der Geldanlage in Festgeld, bei der der Zinssatz für die gesamte Anlagedauer festgeschrieben wird, ist der Zinssatz auf dem Tagesgeldkonto variabel. Er kann also von der Bank theoretisch täglich angepasst werden. Ein Tagesgeldkonto eignet sich daher nicht dazu, den hohen Zinssatz einer Hochzinsphase über den Zinsverfall hinaus zu „retten“. Hierzu bietet sich eine Geldanlage in Festgeld eher an.
Teilweise bieten die Banken jedoch sogenannte freiwillige Zinsgarantien. Es wird also ein Zinssatz bis zu einem bestimmten Zeitpunkt garantiert. Eine solche Zinsgarantie gilt meist für einige Monate und oftmals nur als Neukundenangebot.
Um das für den Anleger rentabelste Tagesgeldkonto zu finden, ist zunächst eine Unterscheidung der Begriffe Zinsen und Rendite erforderlich. Unter der Rendite versteht man die in Prozent ausgedrückte Differenz zwischen dem Endwert einer Geldanlage und dem eingesetzten Kapital. Zinsen hingegen sind lediglich der Preis für die zeitweilige Überlassung von Geld.
Daraus ergibt sich, dass bei der Berechnung der Rendite auch Faktoren neben dem bloßen Zinssatz eine Rolle spielen. Dies können neben Kosten oder Gebühren, die beim Tagesgeldkonto regelmäßig nicht anfallen, auch Auswirkungen der Konditionen der Zinsgutschrift sein.
Die Tagesgeld-Angebote der einzelnen Banken unterscheiden sich der Frage, in welchen Intervallen die Zinsgutschrift erfolgt. In der Regel findet diese monatlich vierteljährlich oder jährlich statt. Da bei der Geldanlage in Tagesgeld, anders als beispielsweise beim Festgeld, der Anlagebetrag nicht festgeschrieben ist, erhält der Anleger hierbei auch auf bereits aufgelaufene Zinsen erneut Zinszahlungen. Bei der Berechnung der Tagesgeldzinsen tritt demnach der sogenannte Zinseszinseffekt auf, je nach Zinssatz und Höhe der Einlage dazu führen kann, dass ein Tagesgeldkonto mit geringerem Zinssatz aber häufiger Zinsberechnung dem Anleger letztendlich eine höhere Rendite einbringt als ein Tagesgeldkonto mit etwas höherem Zinssatz aber längeren Intervallen der Zinsberechnung.
Daher ist zwischen zwei Tagesgeldangeboten mit gleichem Zinssatz stets das mit dem kürzeren Zinsberechnungsintervall renditestärker.
Viele Anbieter bieten ihren Kunden einen Zinssatz, der sich an der Höhe der Einlage orientiert. So gilt oftmals ab einer bestimmten Einlagegrenze ein niedriger Zinssatz. Teilweise wird die Verzinsung auch mehrfach gestaffelt.
In der Regel wird der jeweils anfallende Zins – im Gegensatz zum Festgeldkonto, wo die Einlagehöhe den Zinssatz für die gesamte Einlage bestimmt - für den Teilbetrag der Einlagesumme gewährt, der in die jeweilige Abstufung fällt.
Der Anleger sollte daher beim Vergleich verschiedener Tagesgeldkonten immer beachten, ob der umworbene Zinssatz auch wirklich für die komplette Höhe der geplanten Geldanlage gilt. Ist dies nicht der Fall, ist es möglicherweise sinnvoll die Einlagesumme auf mehrere Tagesgeldkonten bei verschiedenen Banken aufzuteilen.