Riester-Rente private Altersvorsorge mit staatlicher Unterstützung
Allein mit der gesetzlichen Rente lässt sich ein hoher Lebensstandard im Alter nicht mehr halten. Die Gründe: Aufgrund der niedrigen Geburtenrate wird die Anzahl der Rentner in den nächsten Jahrzehnten steigen und die der Beitragszahler sinken - wobei letztere wegen der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung immer länger die Rente finanzieren müssen. Da das staatliche Rentensystem der demografischen Entwicklung nicht standhält, entschloss sich der Gesetzgeber, die private Vorsorge zu fördern, um die „Rentenlücke“ zu schließen und die Gefahr einer grassierenden Altersarmut zu vermindern. Im Rahmen der Reform der gesetzlichen Rentenversicherung schlug der damalige Arbeitsminister Walter Riester im Jahr 2000 die Förderung der freiwilligen Altersvorsorge durch eine Altersvorsorgezulage vor – und wurde damit zum Namensgeber der mittlerweile populären „Riester-Rente“. Die Attraktivität der Riester-Rente belegt der Boom an Vertragsabschlüssen in den letzten Jahren. Nach einer Analyse der Deutschen Rentenversicherung wurden zum Jahresanfang 2008 bereits rund zehn Millionen zulagefähige Riester-Verträge abgeschlossen.
Ein Blick auf die aktuelle finanzielle Situation der Rentner verdeutlicht die Notwendigkeit einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge: Laut einer Studie der Bank UniCredit sank die Kaufkraft der Senioren in den Jahren zwischen 2003 und 2008 um 8,5 Prozent. Und allein im Jahr 2008 verliert ein Pensionär, der lückenlos erwerbstätig war, 1,4 Prozent seiner Rente – die zwar um 1,1 Prozent stieg, jedoch auch mit einer prognostizierten Inflationsrate von rund 2,5 Prozent belastet wird. Die Konsequenzen der ungünstigen Rentenentwicklung sind schon heute zu betrachten: Immer mehr Rentner müssen arbeiten, um ihren Lebensstandard halten zu können. Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums stieg die Zahl der berufstätigen Rentner in den vergangenen Jahren um 33 Prozent.
Aufgrund der demografischen Entwicklung verschärft sich das Rentenproblem vor allem für die jungen Arbeitnehmer, die bei einem Renteneintritt ab dem Jahr 2040 mit starken Einbußen bei ihrer gesetzlichen Rente rechnen müssen. Dabei ist es besonders in jungen Jahren schwer ein finanzielles Polster aufzubauen, da oft nur wenig Kapital zur Verfügung steht. Diese Problematik kann durch eine staatlich geförderte Altersvorsorge zwar nicht aufgelöst, aber dafür immerhin einkalkuliert werden. Denn es ist auch für die Arbeitnehmer mit einem kleinen Budget möglich, ein ausreichendes Vermögen für den Ruhestand aufzubauen.
