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Wann und für wen eignet sich die Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente ist kein einfaches Produkt. Ob sich der Abschluss lohnt, hängt zudem nicht nur von den persönlichen Vorsorgewünschen und der gewünschten Rendite, sondern auch von der individuellen Steuersituation ab. Generell kann festgestellt werden, dass diejenigen am meisten von einer Rürup-Rente profitieren, die einen persönlich hohen Steuersatz und nur noch wenige Jahre bis zum Rentenalter vor sich haben. Zum einen lässt sich so das Potenzial der absetzbaren Sonderausgaben effektiv nutzen, zum anderen ist die steuerliche Belastung von Rentenzahlungen derzeit noch geringer, als dies in künftigen Jahren der Fall sein wird. Dadurch würde man also einen größeren Anteil steuerfrei in die Rente bringen, als man später versteuern muss. Grundsätzlich ist Arbeitnehmern zu empfehlen, der Riester-Rente den Vorrang zu geben. Aufgrund der staatlichen Zulagen und vergleichsweise geringeren Eigenleistung ist die Rendite daher im Vergleich höher.

bisherige Aufwendungen für Altersvorsorge

Ob und in welchem Maße die Rürup-Rente profitabel, renditestark und damit sinnvoll ist, hängt nicht zuletzt von den bisherigen beziehungsweise aktuell laufenden Vorsorgeaufwendungen zusammen. Ob Krankenversicherung, Lebensversicherung oder Haftpflichtversicherung – alle diese Ausgaben und Investitionen bestimmen unter dem Strich, neben Höhe der Rürup-Beiträge, der Laufzeit und dem anwendbaren Steuersatz, die Rendite mit. Ein Beispiel: Falls der Höchstbetrag an Vorsorgeaufwendungen in Höhe von 5.069 Euro bei der Steuererklärung ausgeschöpft sein sollte, lohnt sich die Rürup-Rente für den Selbstständigen kaum noch. Die Ausnahme: Würde der Höchstbetrag an Vorsorge, der zur Zeit 20.000 Euro beträgt, investiert, ergäbe sich trotzdem ein Vorteil. Jedoch verfügt nicht jeder Selbständige und erst recht nicht jeder Freiberufler über dieses Maß an frei einsetzbarem Kapital. Falls nicht mehr als 2.500 Euro für alle laufenden Vorsorgeaufwendungen investiert werden, ergibt die Rürup-Rente aber einen steuerlichen Vorteil. Für Selbständige und Freiberufler, die freiwillig gesetzlich rentenversichert sind, lohnt sich die Rürup-Rente kaum, da die Beiträge zur staatlichen Rente mit angerechnet werden – wodurch sich der Steuervorteil eigentlich nicht mehr rechnet.

Rürup-Rente: Nachteil für junge Sparer

Mit einem steuerlichen Nachteil müssten vor allem jüngere Rürup-Sparer leben, da bei ihnen die doppelte Besteuerung von eingezahlten und ausgezahlten Beiträgen greift. Ein Beispiel: Ein Rürup-Versicherter muss bis zum Rentenbeginn im Jahr 2041 noch 34 Jahre in die Versicherung einzahlen. Genau zu diesem Zeitpunkt wird seine Rente zu einhundert Prozent steuerpflichtig sein – jedoch hat er in Einzahlungsphase nicht einhundert Prozent seiner Beiträge steuermindernd einzahlen können. Im Jahr 2006 waren es zum Beispiel Beiträge zu 62 Prozent, im Jahr 2010 wären es Beiträge zu 70 Prozent und erst im Jahr 2025 sind es einhundert Prozent der Beiträge, die er steuervergünstigt in den Rürup-Vertrag einbringen könnte. Ein großer Teil der Beiträge wurde also aus versteuertem Einkommen eingezahlt – und die Rente wird komplett steuerpflichtig. Die Konsequenz: Die Rendite wird erheblich verringert. Der Fall der doppelten Besteuerung gilt für alle, die im Jahr 1960 und in den darauffolgenden Jahren geboren wurden.