Nachricht zum Thema Arbeitslosengeld vom 01.04.2010 um 23:11 Uhr

Dank Kaufmannsladenspiel zum neuen Job?

Spiegel Online berichtet von einer vermeintlich „innovativen“ Idee des Jobcenters Hamburg. Ein gemeinsam mit dem TÜV Nord organisiertes „Aktivierungs-Center“ in Form eines Übungssupermarkts mit angeschlossenem Lager soll Erwerbslosen den Wiedereinstieg in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis erleichtern.

Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird nach Angaben des Geschäftsführers vom TÜV-Schulungszentrum, Rainer Westerwelle, mindestens einen einstelligen Millionenbetrag kosten. Bislang haben 161 Personen an der Maßnahme teilgenommen, wovon allerdings gerade einmal 14 an Zeitarbeitsfirmen aus der Lageristenbranche
weitervermittelt werden konnten.

Die Organisatoren legen allerdings Wert auf die Feststellung, dass es nicht nur um die Vermittlungsquote gehe. Ebenso wichtig sei, Lust und Mut zu vermitteln, einen Job anzunehmen.

Den Arbeitslosen drohen, falls sie diese „Chance“ nicht wahrnehmen möchten, die üblichen Sanktionen seitens des Jobcenters. Doch auch die Teilnehmer an Deutschlands größtem Kaufmannsladenspiel scheinen von dem Projekt nicht allzu begeistert. „Entwürdigend“, „großer Quatsch“, Beschäftigungstherapie“ oder „reine ABM“ ist laut dem Spiegel-Bericht alles, was den Beteiligten der Maßnahme dazu einfällt. „Man kann es nie allen recht machen“, findet hingegen die Projektleiterin Ulrike Kügler.

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bisher 11 Kommentare zu dieser Nachricht
  1. Julchen am 2. April 2010 um 15:49 Uhr

    Blöder Quatsch- sonst nix.
    Hatten wir ja gestern schon mal angesprochen.

    Alles wieder blödsinnige Geldverbrennung und ausserdem Profit für diese Firma, wo der
    Geschäftsführer lustigerweise Westerwelle heisst. Zufall? Nee.

  2. Pjatrus am 3. April 2010 um 16:27 Uhr

    1.Julchen

    vielleicht April-Scherz wie die Entscheidung des Bundesverfassubgsgerichts

  3. wühlmaus am 5. April 2010 um 16:21 Uhr

    Schon als Umschüler mussten wir eine sogenannte Übungsfirma gründen. Ich könnte nicht behaupten, dass wir dabei irgend etwas für die Realität gelernt hätten. Im wirklichen Leben sind weder Kreativität noch eigene Entscheidungen gefragt. Angestellte sind in aller Regel Befehlsempfänger, die das Gehirn am Personaleingang abgeben sollen. Diese bitteren Wahrheiten lernt man erst im wirklichen Berufsalltag. Bei den meisten arbeitslosen Verkäuferinnen scheiterts doch nicht an mangelnder Fachkompetetenz, sondern eher an der „mangelnden Flexibilität“, dass heißt: Kleine Kinder und andere familiäre Vermittlungshindernisse.

  4. Helge am 6. April 2010 um 15:25 Uhr

    Politische Dumheit macht immer wieder erfinderich…..mehr kann man dazu nicht sagen !!!

  5. bienemoni am 6. April 2010 um 17:25 Uhr

    Ich komme aus dem Kaufmännischen und war die meiste Zeit meiner Tätigkeit Vorgesetzter mehrerer Mitarbeiter.
    Nach der Wende wurde uns gesagt, deine Ausbildung ist für´n A………Also muss eine fiktive Fa her, die uns das Arbeiten bei bringen sollte.
    Das Gleiche, wie sie nun wieder aufziehen wollen.
    Für junge Leute die keine Arbeitserfahrungen haben, finde ich so ein Projekt nicht schlecht.
    Aber vorsichtig, denn schnell wird sich heraus stellen, dass sich auch in einer fiktiven Fa die Hierarchien ergeben werden.
    Na so kann man dann gleich sieben, der Rest bleibt sein Leben lang wer weiß was, vielleicht Hilfsarbeiter…..?
    Für gestandene Arbeitslose ist das Spiel eine Verars………, denn am Ende ist doch kein Arbeitsplatz in Sicht.
    Wer eh keine Lust hat, wird es dort auch nicht lernen.
    Richtige Arbeit muss her.
    Wieder Geld raus schmeißen.
    Arbeitswillige sollte man einen Arbeitsplatz fördern, ihnen eine Chance geben, indem sie zusätzlich in Betrieben beschäftigt werden. Dass ist sinnvoll und wird ja schon praktiziert.
    Den Rest lässt man weiter schlafen.

  6. Sieglinde am 6. April 2010 um 18:01 Uhr

    „Lust und Mut zu vermitteln, einen Job anzunehmen“
    <— Stimmt, ich habe nur nie Lust gehabt und Mut auch nicht. Deshalb habe ich auch studiert. Und jeder ist ein Kaufmann. Naja, wer diese Politiker noch wählt, verdient es nicht besser, als vera* zu werden.

  7. Eulchen am 6. April 2010 um 18:21 Uhr

    Dümmer gehts nimmer. So werden unnötig Steuergelder sinnlos verpulvert. Die Schaffung von Jobs, von denen die Vermittelten letztendlich sogar ihren Alltag finanzieren können, wäre weitaus sinnvoller als so ein hirnrissiger Schwachsinn, der nichts bringt.

  8. wühlmaus am 7. April 2010 um 10:05 Uhr

    @Eulchen: Wenn man irgendwelche Maßnahmeträger sponsert und ihnen fleißig immer neue Arbeitslose zuschanzt, kann man mit dem gleichen Geld viel mehr Leute zeitweilig aus der Arbeitslosenstatistik bringen.

  9. Oma von drei Enkelkindern am 8. April 2010 um 13:06 Uhr

    Warum gründet der Staat denn eigentlich von diesen sinnlos vergeudeten Geldern keine richtigen Firmen und stellt dann dort fest die Leute ein?

    Wenn doch so viel Geld für diesen Mist ausgegeben wird dann könnte man genausogut eine Fabrik aufmachen oder eine anderes Unternehmen.
    Dort wären die Arbeitslosen in einem richtigen Arbeitsverhältnis beschäftigt.
    Aber nein, man schmeißt das Geld lieber in solche Pseudo – Privatveranstalter oder an die Sklavenhändler genannt Zeitarbeitsfirmen mit ihren sogenannten Maßnahmen.

    Das soll mal ein Mensch mit gesundem Denkvermögen verstehen?

  10. wühlmaus am 9. April 2010 um 13:16 Uhr

    @ Oma von drei Enkelkindern, Du denkst eben nicht von oben herab – nur so kann man das verstehen. Guck mal, die feinen Bonzen werden doch mit ihren sauer verdienten Steuergeldern, die sie vergessen haben auf irgendwelche schwarze Konten zu bringen, ihre eigene Konkurrenz züchten?! Das geht doch nicht! Dann gäbe es in Deutschland wieder einen fairen Wettbewerb, und das wollen die doch nicht wirklich!

  11. MartinaBC am 9. April 2010 um 16:29 Uhr

    Oma, weil an diesen Spielchen die entsprechenden Trainingsmaßnahmenträger eine goldene Nase verdienen.

    Weitere Beispiele aus unserer Republik:

    Ein-Euro-Jobber mussten gebrachte Puzzle wieder zusammensetzen, weil diese in Sozialläden noch verkauft werden sollten.

    Wir mussten 10 Wochen lang in einer TM für allein Erziehende Kindergartenspielchen machen.

    Ein mit mir befreundeter Akademiker durfte 8 Wochen lang Makramee-Körbchen und Ähnliches basteln.

    …da ist Kaufmannsladen doch noch richtig anspruchsvoll…hahaha!

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