Nachricht zum Thema Hartz IV / ALG II vom 07.07.2016 um 11:34 Uhr

Alleinerziehend bedeutet oft Armut

Aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung geht hervor, dass mittlerweile mehr als ein Drittel aller Alleinerziehenden, nämlich 37,6 Prozent, zur Sicherung ihrer Existenz auf Leistungen im Sinne des SGB II zurückgreifen müssen.

Ferner lebt der Studie zufolge jedes zweite in einer Hartz IV Bedarfsgemeinschaft aufwachsende Kind bei einem alleinerziehenden Elternteil.

Grund hierfür seien nach Worten der Autorin der Studie, Antje Funcke, wohl in erster Linie ausbleibende Unterhaltszahlungen. „Hat man die Verantwortung für Erwerbsarbeit, Haushalt und Fürsorge und Erziehung der Kinder ganz allein, ist es sehr schwierig, ein Einkommen zu erwirtschaften, das für die Familie reicht“, erklärte Funcke in diesem Zusammenhang. Wenn in dieser ohnehin schwierigen Situation der Unterhalt ausbleibe, würden viele der Betroffenen schließlich unter die Armutsgrenze fallen.

Daher wird von Autorenseite angeregt, die derzeit geltenden gesetzlichen Grundlagen für den Kindesunterhalt zu reformieren. So würden momentan ganze 50 Prozent aller Alleinerziehenden überhaupt keinen sowie weitere 25 Prozent nur in unregelmäßigen Abständen Unterhaltszahlungen erhalten. Folglich müssten die Voraussetzungen zur Durchsetzung des Unterhaltsanspruchs deutlich verbessert werden.

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bisher ein Kommentar zu zu dieser Nachricht
  1. Angelika am 14. Juli 2016 um 09:37 Uhr

    Das liegt nicht allein am fehlenden Unterhalt!
    Beispiel: Eine alleinerziehende, berufstätige Mutter zweier Kinder hat in Lohnsteuerklasse II bei einem Bruttogehalt von beispielsweise 2.000,- € brutto einen Lohnsteuerabzug in Höhe von 170,- € trotz Kinderfreibetrag.
    Gegenbeispiel: Ehefrau, ohne Kinder, Lohnsteuerklasse III (verheiratet, mehr Verdienst als Ehepartner oder Ehepartner nur geringfügig beschäftigt) hat bei gleichem Bruttoeinkommen von 2000,- € einen Lohnsteuerabzug in Höhe von 16,50 €!!! Das ist ein Unterschied von über 150,- €, was eine Erwerbstätige ohne Kinder mehr hat als eine Erwerbstätige mit Kind(ern).

    Hier sollte angefangen werden; nämlich Alleinerziehende, die sowieso eine Gradwanderung jeden Tag aufs Neue starten, nämlich Beruf, Erziehung, Haushalt usw. alleine stemmen, sollten entlastet werden …
    Wer keine GEZ oder die Autosteuer bezahlt, hat in Nullkommanix nen Gerichtsvollzieher vor der Tür stehen; Unterhaltsprellerei ist heutzutage ein Kavaliersdelikt! Als Alleinerziehende wird man kleingerechnet und pardon: „verarscht und verheizt“.

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