Nachricht zum Thema Finanzen vom 08.11.2017 um 09:10 Uhr

Als Selbstständiger den Weg in die Schulden vermeiden

Immer mehr Deutsche entscheiden sich dazu, ihr Einkommen selbstständig zu sichern. Ob als Freiberufler oder mit einer kleinen Firma – es gibt viele Wege, selbstständig zu arbeiten.

Dabei ist es vor allem in der Anfangszeit leicht, in Schulden zu rutschen. Mit der passenden Organisation und ein paar praktischen Hilfsmitteln ist es jedoch möglich, die Finanzen im Überblick zu behalten.

Rechtliche Grundlagen beachten

Nicht jede Form der Selbstständigkeit ist gleichgestellt. So gibt es die Möglichkeit, sich als Freiberufler selbstständig zu melden. Es ist nicht notwendig, einen Gewerbeschein zu beantragen. Darunter fallen eine Reihe von Tätigkeiten aus diversen Branchen:

  • Texter/Übersetzer
  • Mediengestalter
  • Musiker
  • Und viele mehr

Eine Firmengründung ist nur mit einem passenden Gewerbeschein möglich. Abhängig von der Branche, kommen jeweils anderen Scheine infrage, die man für eine rechtlich anerkannte Firmengründung vorlegen muss. Dazu zählen unter anderem Zertifikate vom Gesundheitsamt oder der Nachweis über ein Erste-Hilfe-Zertifikat.

Es ist wichtig, sämtliche Vorlagen im vollen Umfang zu erfüllen. Ist dies nicht korrekt umgesetzt, kann es bei einer Firmenprüfung zur Bußgeldvergabe kommen. Im besten Fall ist dies ein finanzieller Verlust. Im schlimmsten Fall wird dem Unternehmen die Gewerbeerlaubnis entzogen. Auch die Steuerlast wird durch die Anmeldeart des Unternehmens bestimmt.

Buchhaltung und Steuern für Selbstständige

Um am Jahresende ein böses Erwachen zu vermeiden, ist eine kontinuierliche Buchaltung unumgänglich. Diese ermöglicht es, zu jedem Zeitpunkt die eigene Steuerlast genau zu kennen. Selbstständige ohne Kinder und Ehepartner können im Jahr bis zu 17.200 Euro verdienen, ohne dass Steuern abgeführt werden müssen. Der Verdienst kalkuliert sich aus dem Umsatz abzüglich der Betriebsausgaben. Die Betriebsausgaben sind für jede Branche detailliert definiert. Klassische Teile der Betriebsausgaben sind:

  • Personalkosten
  • Büroeinrichtung
  • Dienstwagen

Für jeden Posten gibt es Bestimmungen, in welchem Umfang die Kosten sich von der Steuer absetzen lassen. Oft gibt es mehrere Optionen, dies zu tun.

Entsprechend kompliziert kann die Buchhaltung sein. Auch eine Steuererklärung für die selbstständige Arbeit kann für einen Laien eine echte Herausforderung darstellen. Selbst kleine Fehler können dabei finanziell einen echten Unterschied ausmachen. Es bietet sich an, für die Buchhaltung auf ein professionelles Buchhaltungsprogramm zurückzugreifen. Ein guter Anbieter führt Buchhaltungspakete für jeden Anspruch. Kleine Unternehmen mit wenigen Posten können auf das Basispaket zurückgreifen. Das sollte alle relevanten Funktionen zur Verfügung stellen und ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Je mehr das Unternehmen wächst, umso anspruchsvoller die Buchhaltung – im Idealfall wächst die Buchhaltungssoftware mit den individuellen Ansprüchen mit.

Tipp

Für die Steuern lohnt es sich, einen Profi zu engagieren. Vor allem im ersten Betriebsjahr kommen viele Dinge auf einen zu, die sich nicht unbedingt von selbst erklären. Ein eingehendes Fachwissen der steuerlichen Möglichkeiten ist notwendig, um alle Steuervorteile auszunutzen.

Ordnung bewahren

Ein Kardinalfehler innerhalb von Firmengründungen und von Freiberuflern ist es, privates und geschäftliches Kapital zu vermischen. Sämtliche Transaktionen werden über ein Konto verwaltet – dies führt früher oder später zu Problemen. Rechnungen gehen verloren, oder Ausgaben werden falsch zugeordnet. Die Führung eines separaten Kontos ist daher ratsam. Es gibt zwar spezielle Geschäftskonten, diese sind jedoch nicht zwingend notwendig. Ein normales Girokonto ist absolut ausreichend.

Wer sein Unternehmen ausbauen möchte, sollte sich ein monatliches Gehalt zahlen. Diese Gehaltszahlung sollte unter dem realistischen Monatseinkommen liegen. Nach der Gehaltszahlung verbleibt Kapital auf dem Firmenkonto, das für diverse Ausgaben zur Verfügung steht. Wird hier diszipliniert budgetiert, ist immer ausreichend Geld vorhanden, um notwendige Anschaffungen zu decken. Gehaltsanpassungen am besten in festen Abständen vornehmen, zum Beispiel einmal im Jahr.

Eingehende und ausgehende Rechnungen immer mit besonderer Aufmerksamkeit betrachten. Bleibt eine ungedeckte Rechnung zu lange ungemahnt, kann der rechtliche Anspruch auf die Rechnung verfallen. Auch die korrekte Form der Rechnung macht einen Unterschied. Online gibt es eine Vielzahl von kostenlosen Musterrechnungen oder Mustermahnungen zu finden. Nicht jede Vorlage ist jedoch nach den neuesten Gesetzesvorlagen gestaltet. Am besten auf Anbieter wie Lexoffice setzen, deren Vorlagen regelmäßig aktualisiert werden.

Auf Unnötiges verzichten

Es gibt online eine Vielzahl von Listen für Start-ups zu finden, die jede Menge Must-haves für den Erfolg aufzählen. Und so schön, wie coole Visitenkarten, ein maßgeschneiderter Internetauftritt und eine perfekt ausgearbeitete Social Media-Kampagne auch sind – sie sind in den meisten Fällen finanziell nicht im vollem Umfang umsetzbar. In den Anfängen muss man sich daher genau überlegen, welche Bereiche für den Erfolg wirklich notwendig sind. Weniger ist ohne Frage mehr – am besten daran arbeiten, einzelne Bereiche mit dem vorhandenen Budget auf Hochglanz zu bringen. Stück für Stück lassen sich so alle Teile zusammenbringen. Wichtig ist zu identifizieren, welche Punkte für den individuellen Erfolg die größte Wirkung haben werden.

Tipp

Händische Akquise ist auch in Zeiten von Facebook und Co. ein wirksames Tool. Bewerbung auf online Ausschreibungen, Telefonaten mit relevanten Firmen oder das Anpreisen der eigenen Dienstleistung in Foren ist zeitaufwendig, aber effektiv. Die so gewonnenen Kunden bringen das benötigte Kapital, um die Firma weiter auszubauen.

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