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Einsturz des Kölner Stadtarchivs: Ein-Euro-Jobber helfen beim Aufräumen

Nachricht zum Thema Hartz IV / ALG II vom 15.04.2009 um 16:01 Uhr (Autor: pr)
VGW 814

Das Kölner Kulturamt möchte bis zu 50 ALG II Bezieher für ein halbes Jahr einstellen, damit diese im Rahmen von Ein-Euro-Jobs bei der Rettung der historischen Dokumente des eingestürzten Stadtarchivs mithelfen.

Bisher haben 14 Hartz IV Empfänger einen derartigen Ein-Euro Job angenommen. Ihre Aufgabe besteht darin, die geborgenen Dokumente zu sortieren und zu verpacken. Außerdem sollen sie Informationen zu den wertvollen Dokumenten notieren.

“Wir wollen nur Leute, die auch wirklich wollen“, sagte ein Sprecher des Kölner Kulturamtes. Die Kölner Arbeitsgemeinschaft (ARGE) schlage die Personen vor, wobei diese ein gewisses Interesse für die Aufgaben mitbringen sollten. Zudem bekämen die Hilfskräfte nach Worten des Kulturamtssprechers eine intensive Einarbeitung und würden auch unter Fachaufsicht arbeiten, weshalb mögliche Schäden beim unsachgemäßen Umgang mit den wertvollen Materialien ausgeschlossen werden könnten.

Das Kulturamt verspricht sich durch den Einsatz von Ein-Euro-Jobbern mehr Kontinuität bei der Bewältigung der Aufgabe, weil ehrenamtliche Helfer zumeist nur wenige Tage zur Verfügung stünden.

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15 Antworten zu “Einsturz des Kölner Stadtarchivs: Ein-Euro-Jobber helfen beim Aufräumen”
  1. am 16.04.2009 um 08:41 Uhr

    Mir stellt sich nur die Frage, gibt es für diese Arbeit keine Fachkräfte?
    Wenn nein, dann finde ich diese Maßnahme eigentlich OK! Denn man kann sicherlich behaupten, dass es sich hier um eine gemeinnützige Arbeit handelt.

    Sollte es jedoch tatsächlich für solche Arbeiten Fachkräfte geben, dann ist natürlich diese Maßnahme völlig irregulär.
    Denn hierdurch werden wieder gutbezahlte Arbeitsplätze vernichtet, indem Ein-Euro-Jobber diesen Job erledigen sollen. Das kann und darf nicht weiterhin von der Regierung bzw. ARGE gefördert und befürwortet werden.

    Weiterhin stört mich die Aussage: „Wir wollen nur Leute, die auch wirklich wollen“.

    Ich lese es zwar, allein der Glaube fehlt mir! Ich kenne in meiner Stadt nicht einen Ein-Euro-Jobber, der gefragt wurde, ob es ihm/ihr genehm ist, diesen oder jenen Job zu erledigen.
    Da wird man einfach vermittelt, und wenn man das Angebot ablehnt, steht meistens sofort eine Kürzung oder sogar eine Sperre an.

    Das zum Thema „Freiwilligkeit“!

  2. Werner Mosleiter

    am 21.04.2009 um 13:21 Uhr

    ein solcher Einsatz von 1-Euro-Kräften, die sogar gefragt werden ob Interesse besteht, ist völlig in Ordnung, ganz im Gegensatz zur zwanghaften “Sklavenvermarktung” in den Pflegeheimen, wo 1-Euro Kräfte Reinigungs- und Küchenpersonal ersetzen.

  3. Schatana

    am 21.04.2009 um 14:10 Uhr

    @ Flynn

    Ich gebe dir vollkommen Recht und bin auch deiner Ansicht. Wobei ich allgemein gegen diese ach so tollen Ein-Euro-Jobs bin egal in welchen Bereichen. Entweder sie machen dadurch richtige Jobs kaputt oder die Leute bekommen eine Ausgedachten Job, der keinen wirklichen Sinn hat. Eben nur zur Beschäftigung.

    Und auch wie du schon gesagt hast, ich glaube kein Stück das die Leute diese Aufgaben machen WOLLEN. Sie müssen, da die Ämter ja alle nur drohen können und sich manche eben zu wenig dagegen stellen. Ich bin leider selber im Sumpf des Hartz IV, aber ich habe auch schon gesagt das ich so einen Job Grundlegend ablehnen würde, auch trotz Drohungen.

    Man sollte auch mal bedenken. Man soll 100% seiner Arbeitsleistung geben und bekommt dieses nicht einmal entsprechend bezahlt. Außerdem will man ja eigentlich ganz weg vom Amt und mit soclhen Maßnahmen verbessert man diese Chancen nicht wirklich, besonders wenn man in bereich gesteckt wird, in denen man zukünftig nicht arbeiten möchte. Außerdem ist man meist ca. 6 Monate raus aus der Statistik, damit die wieder gut aussieht. Das ist in meinen Augen oft der Einzige Grund, hauptsache die Zahlen sehen gut aus! Man kann sich auch das Schlimmste noch schönreden. Es ist doch nur Kosmetik an den Zahlen. Wenn man mal bedenkt wieviele WIRKLICH arbeitslos sind oder am Minimum leben müssen, sehen die Zahlen gaaaaanz anders aus als wie sie in den Medien genannt werden.

    Armes Deutschland, wo soll das noch hinführen? Ich habe echt Angst!!!!

    LG, Schatana

  4. am 21.04.2009 um 14:36 Uhr

    Die Frage ist aber, ob man Ein-Euro Jobs ablehnen darf, ich weiss aus Ehrfahrung “nein”, darf man nicht. und Werner du hasst Recht mit der Sklavenarbeit.
    Ich musste schon einige male so Jobs machen wie Mobillitätshilfe, bei Senioren die Wohnug putzen oder in der Küche arbeiten um liegengebliebene Teller zu waschen, mit der Küche war allerdings ein Praktikum für drei monate, die mich so richtig ausgenutz haben, wobei ich dann sowieso nicht übernommen wurde. (zum Glück)

  5. am 21.04.2009 um 14:46 Uhr

    Schatana
    Ich habe nicht grundsätzlich was gegen Ein-Euro Jobs wenn es eben sinnvolle Arbeit ist, aber ich werde nicht gefragt ob es mir denn passen würde. Es geht tatsächich nur um die Statistik.

  6. tobias

    am 21.04.2009 um 15:04 Uhr

    ich finde ein euro einfach zu wenig! erfundene jobs,für 1 brot pro stunde… find das mdoerne sclaverei, beschäftigung finde ich ja gut,aber nur 1 euro pro std (2 DM!?!) ich weiss nicht…

  7. am 21.04.2009 um 16:42 Uhr

    tobias
    aber es gibt ja noch die 351 Euro und Miete

  8. Marlene Knuth

    am 21.04.2009 um 17:30 Uhr

    Ich kann mir gut vorstellen, wieso man hier nut Leute will, die von sich aus wollen: Da sich kaum einer mit einem 1€Job identifiziert, hat man Angst vor gewollter oder unbewußter Sabotage. Grade, wenn es auf sensiblen und verantwortungsvollen Einsatz ankommt – wie z.B. in der Papierrestauration.

  9. Mercedes

    am 21.04.2009 um 17:38 Uhr

    Liegt Köln in Indien oder wo?Wenn wir das Gesetz der Grundsicherung haben dann ist das so.
    Irgendwann nähen ein Euro Jobber die Klamotten für die verarmten Kinder oder wie?
    Archivmitarbeiter gehören zum öffentlichen Dienst und haben Anspruch auf Tariflohn.

  10. am 21.04.2009 um 19:04 Uhr

    Das ist schon so, oder Kleider für Püppchen oder man schöpft Papier oder man klebt signet’s an Häuserwände damit die Rollstuhlfahrer sehen das alles breit genug ist.

    Gruß
    Zado.

  11. Ilona

    am 22.04.2009 um 09:31 Uhr

    Da spart die versicherung ja eine Menge Geld bei der Schadensregulierung. Und der Jobmotor 1€-Job bekommt neue Nahrung.

  12. Henrik

    am 22.04.2009 um 10:34 Uhr

    Hallo ihr lieben,

    also als ich das gelesen habe, dachte ich ,das geht zu weit.Erste Frage: Wie alt sind den die 1 Euro Jobber ?? ,zweite Frage:Wieso 1 Eurojobber ?? ist den das nicht ein Fachberuf wo man Fachliche Kenntnisse haben muss und dies auch belohnen.Das riescht hier nach ausnutzung und slavenarbeit, das heisst, also ab in den Bergbau und schutt weg räumen und wenn ihr es nicht macht dann gibt es eine Sanktion nach der anderen,so sehe ich das und nicht anders, ich glaube nicht das die Fachkräfte ganz Laut gerufen haben, “ja wir nicht sondern nur 1 Euro Jobber wollen wir”, da wird wieder ein Hass angezündet zwischen Fachkräfte auf der einen Seite gegenüber den 1 Euro Jobber der unter druck steht, so kann es nicht weiter gehen.Ich selber musste auch zwei 1 Euro Job schon machen und zwar in ein Stadtviertel den ganzen Müll fegen auf der Strasse, die Mülltonnen herraus stellen, die Mülltonnenschächte sauber fegen, es hat gestunken bis zum erbrechen, ich bin hinterher krank geworden und hatte durchfall, es hat mir KEINER geholfen und gefragt ob ich es machen möchte oder nicht,man hat es mir vorgelegt und gleichzeitig die Sanktion belehrt wenn es nicht angenomen wird.Ich könnte Brüllen vor lauter WUT.

  13. am 22.04.2009 um 17:42 Uhr

    Bei den 1Euro Jobs ist das Problem, das die Arbeitsbangebote eher einseitig sind, noch kann ich mit Senioren umgehen noch Kinder betreuen wobei ich u.a. auch keine Pädagoische Ausbildung habe, außerdem habe ich berührungsängste mit Menschen.
    Ich müsste schon auch eine Arbeit machen die für mich sinnvoll wäre.

  14. am 27.04.2009 um 20:52 Uhr

    Bei den 1€ Jobs ist das so eine Sache … nach den häufigsten Medienmeldungen und Politikeräußerungen sind das doch alles Alkoholiker, Drogenabhängige, Asoziale und extrem bildungsfern …
    Hier kann ich schon einmal die Besinnung auf Arbeitskräfteressourcen bei der kulturellen Verantwortung nicht verstehen.
    Dann ist mir noch unklar, wieso diese dort arbeiten sollen? Ich denke, 1€ Jobs sind keine Arbeit und dienen zur Konditionierung und Festigung des Tagesablauf!

    Bitte, liebe Politiker, habt ihr da was verwechselt?

  15. am 02.06.2009 um 18:50 Uhr

    Also die 1.- Euro Jobs sind nach wie vor nicht als Arbeitsvertrag im Arbeitsleben zu verstehen – diese Jobs müssen grundsätzlich zusätzlich der regulären Jobs vergeben werden und so lange die Armen nie aus ALG2 raus kommen ist es Murcks. Das ist meine Meinung. Ich bin mir sicher, dass jeder von uns Armen gerne arbeiten möchte und damit seinen Lebensunterhalt selbst bestimmen und bezahlen. Den Vormund von unsachkundigen bzw. betriebsblinden Sachbearbeitern ist wirklich grotesk.

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