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BA-Vizechef für Wohnungskosten-Pauschale

Nachricht zum Thema Hartz IV / ALG II vom 24.03.2010 um 15:52 Uhr

Heinrich Alt, Mitglied des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit (BA), schlägt im Interview mit der “Rheinischen Post” (RP) eine Wohnungskosten-Pauschale für Bezieher des ALG II vor.

Die jeweilige Höhe sollte dem BA-Vizechef zufolge von den Kommunen selbst festgelegt werden. So wäre die Pauschale beispielsweise in München höher als in Berlin. Alt greift somit indirekt Gedankenspiele des Ifo-Chefs Hans-Werner Sinn auf, welcher schon mehrfach regional gestaffelte ALG II Regelsätze eingefordert hat.

“Ich könnte mir vorstellen, die Wohn- und Heizkostenerstattung in eine Wohn-Pauschale umzuwandeln”, wird Heinrich Alt von der RP zitiert. Seiner Ansicht nach würden auf diese Weise Anreize geschaffen, sich günstigeren Wohnraum zu beschaffen. Vielen ALG II Empfängern gehe es bislang darum, den gesetzlichen Leistungsrahmen so weit möglich auszureizen.

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bisher 25 Kommentare zu dieser Nachricht
  1. Ossi am 24. März 2010 um 19:12 Uhr

    “Die jeweilige Höhe sollte dem BA-Vizechef zufolge von den Kommunen selbst festgelegt werden”

    Es gibt tatsächlich Städte in Deutschland die haben gar keinen Mietspiegel. In der Stadt in der ich gewohnt habe, haben die jetzt einen und prompt die Sätze für angemessen Wohnraum gesenkt.
    Dabei war es schon davor trotz massigem Leerstand kaum möglich eine Wohnung zu finden, die nicht im sozialen Brennpunkt liegt.

    “Ich könnte mir vorstellen, die Wohn- und Heizkostenerstattung in eine Wohn-Pauschale umzuwandeln”, wird Heinrich Alt von der RP zitiert”

    Die Wohnraumkosten sind weniger das Problem. Die Heizkosten explodieren aber. Dort eine Pauschale einzuführen ist staatlich gewollte / gefördrte Verschuldung.

    “Seiner Ansicht nach würden auf diese Weise Anreize geschaffen, sich günstigeren Wohnraum zu beschaffen. Vielen ALG II Empfängern gehe es bislang darum, den gesetzlichen Leistungsrahmen so weit möglich auszureizen.”

    Nett umschrieben für den Wunsch nach Ghettorisierung, Herr Alt. Vergessen Sie bitte nicht zu erwähnen, dass man ja wohl noch sagen dürfen muss.
    Außerdem ist die weitere Botschaft die in diesem Satz transportiert wird, dass Harz-IV-ler absichtlich die Kosten hoch ansetzten.. Wenn die Kosten für angemessen Wohnraum am Limit dessen sind, was man ausgeben darf, ist das in Ordnung. Genau dafür ist dieses Limit ja da. Und dieses ist schon sehr knapp bemessen.
    Des weiteren wundere ich mich was Sie damit sagen wollen. Es klingt nach einer Kürzung.
    Schonmal im sozialen Brennpunkt gewohnt, Herr Alt?
    Wo bitte wohnt man denn, wenn es selbst dort zu teuer ist?

  2. Ilona am 24. März 2010 um 20:17 Uhr

    Eigentlich mus der Staat dafür Sorge tragen das alle Arbeit haben,aber waum auch,hauptsache die erhöhen sich die Diäten,Reisen mit dem Dienstwagen in den Urlaub,verspotten alle Hartz4 empfänger,das sie alle zu faul sind.Das ist eine riesen große sauerrei.Ich würde mich schämen,aber die haben kein gewissen,sonst würden die das nicht mit der Befölkerung nicht machen.

  3. Ilona am 24. März 2010 um 20:24 Uhr

    Damals als das Hartz4 raus kam, wurde gesagt.:eine Person bekommt 308,euro warm.Ich bekomme für meine 42qm 298,euro.,den Rest mus ich von 359,euro selbst bezahlen.Mich hat noch keiner gefragt,ob ich da aus komme,meine Versicherungen bekomme ich auch nicht.!!!

  4. MD am 25. März 2010 um 03:30 Uhr

    Kapitalismus funktioniert leider so, sogar im alten ROM wurde das genau so gehandhabt, da gabs aber noch offizielle Sklaven, heute heissen die 1€ jobber, Aufstocker usw…

    Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer, und das in einem Sozialstaat in dem vor dem Gesetz alle gleich sind/sein sollen… H4 bedeutet mehr und mehr “nackt raumlaufen” und “betteln” die Kinder werden von “Experten” abgeschrieben, sie sind nur dumm und faul, und wer H4 bezieht ist eh nix wert. Finde es grausam, fehlt nur der Östereicher der sagt:”Wir brauchen Lager!” … Überlegen wir mal was hat nochmal zum 3.en Reich geführt? Ja, eine unfähige Regierung, Radikale Gruppierungen, Staatsschulden, Politikverdrossenheit, Sozialer Abstieg/Extistenzängste und die gesellschaftliche Ungerechtigkeit.
    Da wünschte man sich nen Kaiser zurück anstatt ner Marionette wie dem Bundespräsidenten.
    Ok btt:

    Pauschale aber im Sinne von sie bekommen summe X€ pP egal wo sie hinziehen(in welche(s) Wohnung/Haus), also ne feste summe, man muss zwar nachweisen das man im Zuständigkeitsbereich Wohnt, aber kein legen sie den Mietvertrag vor, das muss erst geprüft werden und so vor. Also mehr Eigenverantwortung dann fände ich das ok, natürlich sollte die Summe X auch angemessen sein. Seht nicht immer das negative, sondern auch mal die Chance die daraus entstehen kann/könnte/würde….

    Warten wir mal ab was sich beim Regelsatz allgemein und für Kids tut.

  5. Julchen am 25. März 2010 um 08:55 Uhr

    @ Ossi
    in der Stadt in der ich wohnte in RLP gabs auch keinen Mietspiegel. Ich bekam den Durchschnitt von 4,40 oder 4,00 ( weiss es nicht mehr genau ). Als Kaltmiete.
    45 x 4,40 ware also knapp 198,00 kalt und dann noch den Heizkostenzuschuss. Ich zahlte auch circa. 100 Euro vom Regelsatz dazu. Heizkosten waren dort nicht so hoch wie hier.

    Hier in NRW gibt es einen Mietspiegel, da bekomme ich 6,60 pro qm- also 297,00 plus anteiligen Heizkosten. Die sind hier wesentlich höher mit den Preisen. Auch hier zahle ich
    90 Euro vom Regelsatz selber und eben die Nachzahlung anteilig für 2009.

    Es ist ja alles auch teurer geworden, auch der Strom. Ich habe nachgeprüft, dass es nicht am Verbrauch liegt- sondern am Strompreis. Ich habe in 2009 zwar etwas mehr verbraucht, dass lag aber an dem Trockner, den ich von meinen Eltern übernommen habe, ich nutze ihn im Winter- weil wir hier keinen Waschkeller oder so was haben. Im Sommer kann ich den Balkon nutzen.

    Ich befürchte schon, dass ab 2011 alles noch schlimmer wird.

    @Ilona
    meine Versicherungen zahle ich auch selbst, wie Private Haftpflicht, Hausrat und noch eine Glasversicherung, wo ich noch nicht rauskomme. Erst Ende des Jahres. Alle Versicherungen sind durch meinen Umzug in eine andere Region angepasst worden und fast doppelt so teuer als beim Abschluss.

    Was die Arbeit angeht- so ist in erster Linie mal die Wirtschaft/Industrie gefragt- der Staat kann nur hingehen und die Rahmenbedingungen stellen. Nämlich dass die Sozialabgaben geringer werden für die kleinen und mittleren Firmen, denn die können sich sonst keine Angestellten leisten.

    Ein Malerbetrieb der viele Aufträge hätte- kann die nicht ausführen mit fest angestelltem Personal weil ich ihn schon die Krankenkasse und die Steuer auffrisst. Da kommen dann auch ungelernte Zeitarbeiter dazu, die mehr Schaden anrichten als sonst was.

    Ich hatte vor kurzem mehrere Handwerker hier- alle waren selbständig und hatten keine Angestellten- die hantieren dann mit andern Selbständigen als Subunternehmer und schieben die Rechnungen hin und her. Es bleibt letztlich nichts übrig- dementsprechend haben sie auch gearbeitet. Schnell Schnell- ohne große Qualität. Denn die geht in Deutschland verloren.
    Nur 1 Mann war angstellt-der hat auch am meisten geschuftet. Alle Handwerker haben mir bestätigt, dass sie Scharzaufträge haben, weil sie sonst nicht überleben können- soviel zur Arbeit. Alle Schäden die entstanden sind durch die Handwerker- werden einfach der Versicherung aufgedrückt- und die Beiträge steigen auch wieder, das geht auch ins “Private” rein. Meine Hausrat ist für das neue Quartal über 6 Euro gestiegen.

    Nur die Großen überleben- und drücken die Kleinen mit den Preisen.

  6. wühlmaus am 25. März 2010 um 09:43 Uhr

    Irgendwo hab ich mal gelesen, dass es eine Vorschrift gibt, wie groß ein Hundezwinger sein muß, damit die Haltung keine Tierquälerei ist.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie sich Arbeitslosigkeit auf die Psyche auswirkt. Wieviel Frust und Streit das mit sich bringt. Jeder braucht eine Tür, die er hinter sich zumachen kann. Damit man einander aus dem Weg gehen kann. Wenn die uns irgendwann noch weniger Wohnraum zugestehen, gibt es Mord und Totschlag. Aber das ist ja vielleicht so gewollt.

  7. Julchen am 25. März 2010 um 11:45 Uhr

    ja liebe Wühlmaus, die Psyche und im generellen die Gesundheit leidet sehr stark unter Hartz IV. Ich kann das nur bestätigen. Die Sorgen und Nöte sind schon groß.

    Ich bin schon seit 3 Jahren auf der Suche nach einer etwas kleineren Wohnung, aber da ist nichts zu machen. Die Mieten passen alle nicht- und die Kaution hat man ja auch nicht.
    Das Amt gibt allenfalls (hier) eine Bankbürgschaft- bei meinem Einzug wäre das so gewesen, wenn die die Kaution übernommen hätten, aber die Kaltmiete war ja höher- daher musste ich das anders regeln. Solange man mit einem Vermieter “reden” kann geht das auch.

    Aber so Wohnungsverwaltungen- dass kann man vergessen.

    Deine Anmerkung über die Hundezwinger! richtig- Der Tierschutz ist höher gestellt.
    Auch die Kosten für einen Hund sind höher angesetzt als eines Kindes.

    Das ist schon eine Sauerei im Ganzen.

  8. wühlmaus am 25. März 2010 um 12:22 Uhr

    Julchen, wie hast Du das geregelt mit Deinem Vermieter? Cottbusser Methode? Dort haben die Behörden in solchen Fällen einfach ein Zimmer zugeschlossen, unzugänglich gemacht, und schon passten die Quadratmeter wieder. Ist dann die Frage: Verzichtet man lieber aufs Wohnzimmer oder aufs Schlafzimmer?

  9. Steffen am 25. März 2010 um 15:10 Uhr

    Klasse Sache….es soll ein Anreiz geschaffen werden, dass H4-Empfänger sich ne günstige Bleibe suchen…..wie wäre es mit einen Obdachlosenasyl? Das ist doch lächerlich…die Vorlagen sind eh schon begrenzt und das recht knapp. In Köln blieben dann nur noch die Stadtteile Chorweiler,Ehrenfeld und Mühlheim übrig…und die sind schon fest in türkischer Hand. Da zieht freiwillig kein Deutscher hin…es sei denn er verspürt Abenteuerlust und hat Freude an einer hohen Kriminalitätsrate. Ergo sollte es ein H4-Empfänger auch unter einer der Rheinbrücken gemütlich finden oder? Hauptsache ein Dach über dem Kopf…welches ist ja egal…Hauptsache so billig wie möglich. Wozu ein menschenwürdiges Leben führen…das haben die H4-Empfänger eh nicht verdient oder? Es macht sich bei einer Bewerbung auch immer gut, als Wohnort eine Brücke anzugeben, denn der Wiedererkennungswert ist da schon hoch. *SarkasmusmodusAus*
    Diese Aussage leistet Mietnomaden doch Vorschub und wer soll die jeweiligen Umzüge zahlen? Da bleibt dann nur der Umzug aufs billigere Land…aber da bekommt man ohne Auto dann auch weit schwerer einen Job. Das ist doch ne Milchmädchenrechnung, die am Ende nicht aufgeht. Das bringt weder mehr Geld in die Kassen noch wirkt es der schon angeheizten Stimmung entgegen.
    Die Vermieter fragen als erstes nach einem festen Job…hat man den nicht, wird man doch eh abgelehnt…zumal wenn man dann noch Kinder hat. Mal davon abgesehen sind die Vermieter da auch blöd…weil jeder unbefristete Arbeitsvertrag morgen gekündigt werden kann und sicher kein Garant für generelle Mietzahlungen ist. Selbst als Beamter ist man nicht mehr unkündbar….dann sollen die doch gleich in die Anzeigen mit reinschreiben: “Nur Politiker werden als solvente Mieter anerkannt”.
    Ich bin dafür dass sich Politiker ne billigere Bleibe suchen sollten und natürlich auch einen kleineren Dienstwagen. Die könneh ja auch mal mit der Bahn fahren….da können die sich gut Gedanken machen, wie Sie arme Menschen noch ärmer machen und wie sie einen Menschen, der ohne Auto auf dem Land wohnt (dafür aber billig) wieder in Arbeit bringen. Wenn man vom Sparen redet, sollte man immer bei sich selbst anfangen um als Vorbild auch glaubwürdig rüberzukommen.

  10. Julchen am 25. März 2010 um 19:44 Uhr

    Hallo Wühlmaus,

    nee- keine Cottbusser Methode. “Kölner Methode” = die hab ich so zugequatscht, dass ihr nichts übrig blieb, als die Kaution auf die Hälfte runter zu setzen. Das Geld hat mir dann meine Familie ausgelegt- und wenn ich mal ausziehe, bekommt sie es zurück. Mit dem Amt konnte man nicht verhandeln, auch nicht für die halbe Kaution.

    Die Wohnung war die volle Kaution gar nicht wert. *LOL*

    Mit meinem früheren Optimismus hab ich gedacht- ” na ja- komm! suchst Dir grad in Ruhe hier eine andere Wohnung” aber nichts ! Und wenn mal was da wäre, was von den Nebenkosten günstiger wäre, dann nehmen sie wieder keine H4 Empfänger- es ist echt zum … na Du weisst schon.

    Es war eine Notlage, weil ich zuerst in eine andere Stadt wollte, man kann ja nicht einfach hinziehen wo man will. Ich wollte in die Nähe meiner Eltern.Die hatten auch eine Wohnung gefunden für mich. Dann sagte aber die Hausverwaltung- sie nehmen keine H4-Empfänger als ich den Mietvertrag unterschreiben wollte. Ich hatte dann nur 3 Wochen Zeit eine andere Wohnung zu finden- und beide Städte ( die alte- und die neue ) müssen dass ja genehmigen.
    Meine sozialen Kontakte mussten nachgewiesen werden- und hier- wo ich bin, sind meine Söhne in der Nähe. Gern bin ich nicht in NRW- es ist zugelärmt und auch durch die Flugzeuge laut.

    Es gibt hier keine günstigere Wohnung, sonst würde ich sofort wechseln. Also nur- wenn ich noch weiter ins platte Land ziehe, dann ist aber ganz Ende mit der Bus – und Bahnverbindung.

    Tja- so war dass eben- dumm gelaufen. Ich suche aber weiter, immer Samstags in der Zeitung.

    Übrigens war meine alte Wohnung viel größer- aber viel preiswerter, aber man hat auf die ca.45 m² bestanden. Dass, was die alte Wohnung an “Warmmiete” gekostet hat, zahle ich jetzt an “Kaltmiete” Bescheuert- oder wie nennt man das?

  11. Steffen am 26. März 2010 um 09:50 Uhr

    Komisch…bei mir lief das etwas anders….ich hab damals wie heute die gleiche Bude und das mitten in Köln…..58qm (lt. Mietvertrag) bei 590€ warm (sind aber 75qm…durch Dachschrägen und Galerie..was abgezogen werden muss). Ich hab die damals anstandslos von H4 bezahlt bekommen….bis auf 50€ die ich selbst zulegen musste. Nebenkostenabrechnungen und so weiter wurden in voller Höhe gezahlt und mein H4-Bezug ist gerade mal ein Jahr her. Mache ich was anders als die anderen? Ich betrüge nicht oder verstoße gegen Gesetze…und trotzdem scheine ich keine Probleme zu haben, das durchzubekommen, was ich haben will und ich muss mich dafür noch nicht mal groß anstrengen.
    Gut, ich war erst in einer kleineren Bude und bekam dann kurzfristig Arbeit (befristet) und bin in der Zeit der Arbeit umgezogen. Dann fiel ich zurück in H4…aber dann schon mit der größeren Bude…und ich hatte keine Probleme die auch durchzubekommen. Ich meine mich zu erinnern, dass der OB in Köln festgelegt hatte, dass man, wenn man aus Arbeit kommt und wieder in H4 fällt bis zu 30% über dem Bedarf liegen kann. Er wollte wohl Mietnomaden in Köln vermeiden. Kann sein, dass genau das bei mir gegriffen hat, weil ich ja kurzzeitig in Arbeit war.
    Aber auch weit später wurde meine Bude anstandslos bezahlt….sogar die Mieterhöhung ging ohne Probleme durch. Irgendwas scheint bei mir anders gelaufen zu sein, denn ich hatte in meiner Zeit mit H4 eigentlich nie irgendwelche Probleme mit dem Amt oder mit Geld…ich kam recht gut klar. Kann aber sein, dass ich der berühmte Einzelfall bin….

  12. sophokles 7 am 26. März 2010 um 10:35 Uhr

    Nach diesen Äußerungen kann man Heinrich Alt getrost Hetze gegen eine Minderheit attestieren. Er versucht hier Leistungsempfänger, die zu Recht eine Ihnen gesetztlich zustehende Leistung erhalten dafür kriminelle Energie zu unterstellen (“Sie legen es darauf an . . . den gesetzlichen Leistungsrahmen auszuschöpfen”). Mit Rechtsverständnis von Herrn Alt stimmt offensichtlich etwas nicht mehr. Immerhin ist er Behörden-Vize-Chef und hochrangiger Beamter und damit dem Rechtsstaat in besonderer Weise verpflichtet und in seiner Stellung spricht er für die Behörde. Jeder Tag, den dieser Mann weiter im Amt ist , ist untragbar – er muß sofort entlassen werden.

  13. Julchen am 26. März 2010 um 12:47 Uhr

    @ Steffen
    Je nach Bundesland und auch ARGE kann ein Abrechnungsmodell variieren.
    Probleme mit der Leistungsabteilung hatte ich auch bisher nicht, es gab keine Gründe dafür, dass etwas nicht klappen sollte.

    Dennoch liegt vieles im Ermessen eines Sachbearbeiters. Der erste Sachbearbeiter für die neue Wohnung hatte mir mitgteilt, dass ich im vorherigen Bundesland 20 Euro zuviel Heizgeld bekommen hätte, und zog mir das in NRW ab. Die Nachzahlung wurde abgelehnt- eben auch aus diesen Gründen. Das waren 232 €, die musste ich selber tragen.
    ( Ich hatte gar keine Möglichkeit, dass zu überprüfen und habs hingenommen )

    Dann im 2. Jahr hat ein anderer Sachbearbeiter meine Heizkosten als “angemessen” bewertet und ich bekam die Nachzahlung.

    Im 3. Jahr hat ein neuer Sachbearbeiter meine Heizkosten als “nicht angemessen” bewertet, die Nachzahlung geleistet- mit dem Hinweis, dass ich für 2009 nur noch die Pauschale bekäme.
    Ich machte dann den Herrn darauf aufmerksam, dass er 19 Euro zuviel gezahlt hätte- aber die wollten das Geld nicht zurücküberwiesen haben. Das hätte wieder “Buchungstechnisch” Arbeit bedeutet und eine Änderung des Bescheides nötig gemacht. Das wollten sie wohl nicht.

    Für 2009 kann ich noch gar nichts sagen, weil die Abrechnung noch nicht vorhanden ist.

    @ sophokles7

    Herr Alt wird “uns” noch lange erhalten bleiben. Mittlerweile hetzen immer mehr Leute gegen die Arbeitslosen- denn die meisten ALG II Bezieher sind ja Arbeitslose -und nichts anderes.
    Statt zu hetzen, sollten diese Leutchen lieber für genügend Stellen sorgen, dafür bekommen sie ja schliesslich ihre zu hoch dotierten Bezüge.

    Je mehr diese Leute falsch machen, umso besser, vielleicht kommt mal irgendwann einer auf die Idee- herumzukramen und dann ist er schneller weg, als er hetzen kann.

  14. Steffen am 26. März 2010 um 14:18 Uhr

    Merkwürdiges Verhalten der Arge Julchen…naja…bei mir waren die Beträge immer in etwa gleich…war ja auch die gleiche Bude und das gleiche Bundesland.
    Ich weiß aber, dass meine Ex-Frau (H4-Bezieherin in Leipzig) wegen 20€ zuviel die Bude wechseln musste….und das mit meiner Tochter. Die ist tatsächlich “abgestiegen” man verzeihe mir meinen Ausdruck…was die Wohnlage angeht. Voll die Asigegend…aber Hauptsache die Miete stimmt. Die hat denen sogar angeboten die 20€ monatlich vom H4 zuzuzahlen um in der Bude bleiben zu können (war echt ne schöne Bude) aber wurde nicht genehmigt. Stattdessen haben die lieber die ziemlich hohen Umzugskosten übernommen…was für mich auch unverständlich ist. Das was die an einer Stelle “eingespart” haben, haben die an anderer Stelle dann draufgezahlt. Da fragt man sich, wo die bei Mathe in der Schule waren….wahrscheinlich in der Schulhofecke beim Kiffen.
    Bei mir hat das dann geklappt…mir wurden 50€ pro Monat abgezogen vom Regelsatz und der Miete zugeordnet…und ich durfte bleiben.
    Das System ist manchmal derart unverständlich und wahrscheinlich würde jeder Wirtschaftsprüfer freiwillig Selbstmord begehen, wenn er das alles sieht. Da werden echt Steuermillionen versenkt für nichts und wieder nichts….und an anderer Stelle fehlt es dann.
    Wenn man H4-Empfänger in solche Billigwohngegenden quasi per Bescheid abschiebt ( und nichts anders ist das) werden sich sogeannte Ghettos bilden wie in Köln und Leute, die sich bewerben und als Wohnort dieses Ghetto angeben werden gleich mit einem “Stempel” versehen und abgelehnt. Aber soweit denken die einfach nicht….und die haben studiert! Das zeigt einfach nur, dass auch ein Studium nichts bringt, wenn man das Gelernte nie zur Anwendung bringt.
    Ziel sollte es doch sein, die Leute wieder in Arbeit zu bringen und nicht für “bessere Zeiten” in Ghettos zu verwahren oder?

  15. Julchen am 26. März 2010 um 16:12 Uhr

    @Steffen
    konntest Du denn Deiner Frau und Deinem Kind nicht helfen- eine bessere Wohnung zu bekommen?

    Was die Miete bei mir angeht- ich zahle 90 Euro von meinem Regelsatz dazu und dass wusste die ARGE ja und hat das auch so genehmigt -oder hingenommen.
    In der alten Wohnung auch. Denn ich bekomme ja nur 45 m2 bezahlt und anteilig dazu die Heizkosten.

    Ich habe keine Ahnung- wie und warum die rechnen wie sie wollen. Sollte ich umziehen müssen, dann sollen sie mir eine Wohnung zuweisen-was hier in meiner Gegend schwierig werden wird- denn es ist eine teure Gegend.
    Umziehen dürfte ich ansonsten nur, wenn ich Gründe anbringe- also wenn ich jetzt nach Köln ziehen wollte oder meinetwegen woanders hin. Kinder sind hier- dass sind die sozialen Kontakte und falls mir was ist_sind sie in der Nähe. Das ist für mich das Wichtigste.

    Meine Miete zahle ich selber- nicht dass Amt. Oder was meinst Du mit “zur Miete zugeordnet”?
    Es gibt aber wohl Ämter, die die Miete direkt an den Vermieter überweisen, ich würde mir dass verbitten. Das wäre ja eine weitere Entmündigung.

    Also ein Stigma bekommt man nicht mehr- wenn man in eine schlechtere Ecke zieht, dass hat man schon durch H4. Der Stempel ist also schon da, auch bei Bewerbungen.

  16. Steffen am 26. März 2010 um 17:26 Uhr

    Julchen

    ich konnte meiner Ex-Frau seinerzeit nicht helfen…da ich zu diesem Zeitpunkt selbst H4-Bezieher war. Ich hätte es getan, wenn ich gekonnt hätte, denn wir sind immer noch sehr gute Freunde.
    Nein, ich habe die Miete nie selbst gezahlt….wollte damit nix zu tun haben. Das hab ich dem Amt so verklickert…denn wenn da was schiefgeht, kann ich die belangen, denn ich hab ja mit der Miete und den Nebenkosten (immer Nachweis geben lassen, dass man die abgegeben hat)nix zu tun. So hab ich einfach mal die Verantwortlichkeit dafür an die ARGE abgegeben und als die mal Mist gebaut haben, war ich fein raus, denn ich hatte nie was damit zu tun *fg
    Hab ich auf Anraten meines Anwalts gemacht….es wurde mir von der ARGE die Wahl gestellt die Miete selbst zu überweisen oder überweisen zu lassen….darum hab ich mich für letzteres entschieden und musste mich darum nie kümmern. Wenn was war, dann war die ARGE in der Beweispflicht (gegenüber meinem Vermieter) und nicht ich. Ich fand das schon clever und nicht entmündigend…Stolz sollte man an der richtigen Stelle zeigen und nicht an der falschen *zwinker*
    Ja, ich weiß dass man schon nen Stempel drauf hat, wenn man H4 Empfänger wird..das wissen wohl nun auch die Ämter. Aber es ist zum Beispiel auch gut bei einer Bewerbung NICHT anzugeben dass es sich um einen 1€-Job gehandelt hat…das sollte ein cleverer Personalchef allein rausbekommen, wenn er die Träger der jeweiligen Stadt kennt. Ich hab das immer als vollwertige Jobs angegeben….was das für mich am Ende auch war. Ich wurde in der IT-Branche eingesetzt…als Dozent oder als Administrator bei einem Träger. Gelernt hab ich da nix…eher mein Wissen noch weitergegeben….und sowas nennt sich dann Integrations-job…*koppschüttel* Meine Bearbeiterin hat eine verlängerung auch immer auf mein Anraten hin abgelehnt…weil man ja was lernen sollte dabei und nicht das Träger das Wissen eines H4-Empfängers ausnutzen.
    Aber wenn in der IT-Branche eine Lücke von mehr als 2 Monaten im lebenslauf auftaucht, dann wird es eng mit einem neuen Job…das weiß ich aus Erfahrung. Darum sollte man die Lücken immer so klein wie möglich halten….zur Not mit diesen 1€-Jobs.
    Bewerbungen auch nie per Post verschicken….immer versuchen online zu bewerben. So hat man die Kosten für ein Foto nur einmal…und auch die Arbeit mit lebenslauf und so weiter. Der Rest sind wenige Klicks und dann die Lesebestätigung ausdrucken fürs Amt…das akzeptieren die als Nachweis einer Bewerbung. Dann ärgert man sich auch nicht mehr so sehr, wenn eine Firma nicht antwortet. Die meisten Firmen wollen auch keine Bewerbungen mehr in Papierform…meist geht das online oder über die firmeninternen Onlineportale der Webseiten. Es ist einfacher so und bringt mehr Bewerbungen und mehr Zeit sowie weniger Aufwand und Kosten. Damit bin ich immer gut gefahren. Ich weiß leider nicht, wie das in anderen Branchen ist…aber die Chefs haben immer eine Mailadresse und wenn man die hat (von der Webseite oder der Anzeige)…einfach losschicken.

  17. Julchen am 26. März 2010 um 19:11 Uhr

    Steffen, mich hat nie einer gefragt- ob ich die Miete selber zahlen möchte. Das war einfach so, dass ich meinen Bescheid bekam und sonst nichts.
    Ich zahle die Miete lieber selber, denn wenn es Schwierigkeiten gibt ( und die hatte ich hier) kann ich immerhin eine Mietkürzung vornehmen, dass Amt kümmert sich nämlich nicht um Schwierigkeiten, die man evtl. hat.

    Ansonsten schicke ich per Mail nur meinen Lebenslauf mit Stellenbeschreibung.
    Zeugnisse schicke ich nicht per Mail- schon allein des Datenschutzes wegen. Ich bewerbe mich nach wie vor per Post und halte mich an die Vorgaben.

    Da ich Dienstleistungsbetriebe vorziehe, erstelle ich die Bewerbungen individuell, jeweils auf die Firma bezogen. Dann habe ich Mappen, die ich so im “Vorbeigehen” mal einwerfe-oder im Industriegebiet, wenn ich mal gefahren werde.
    Es ist allerdings so, dass eben nicht viele Firmen ausschreiben. Für viele Firmen sind Schreibbüros billiger und die Steuerberater haben ja auch mittlerweile überall den Daumen drauf, was die Buchhaltung angeht. Die setzen für die Datenerfassung der Mandanten ihre Azubis ein und alles was einmal erfasst ist- auch was die Kontierung angeht, ist später mit einem Knopfdruck zu erledigen. Die Insolvenzverwalter machen es genauso. Ich kenne genügend die das bestätigen.

    Würde meine Gesundheit körperliche Arbeiten zulassen, wäre dass alles kein Thema.

    Das Alter spielt natürlich auch eine Rolle, die Firmen sagen es auch am Telefon, wenn sie anrufen oder ich nachtelefoniere. Selbst Zeitarbeitsfirmen reagieren so. Wenn man dann auch nicht mobil ist, ist es ein weiteres Hemmnis. Es gibt nicht genügend Arbeit für Millionen Menschen. Die Zusammenlegung der ganzen Gruppen von Sozialhilfeempfängern, Migranten, Kranken und was weiss ich- war in meinen Augen ein Fehler, der nun zum tragen kommt.
    Damals hat auch die Regierung nicht damit gerechnet, dass es Aufstocker gibt. Das Gesetz war nicht durchdacht. Hinzu kommen die Insolvenzen, die es anders nicht gegeben hätte, auch dass ist ein Hemmnis.

    Die Jobbörsen sind auch nicht besonders “verwaltet” sodass viele Stellen bereits vergeben sind. Samstags kaufe ich die Zeitung, dass ist nach wie vor von vielen Chefs so gewollt, dass die konsevative Art der Stellenausschreibung genommen wird.

  18. Julchen am 27. März 2010 um 16:23 Uhr

    Zum Thema zurück: Wohnungskostenpauschale und auch Wohnungnot:

    Hungerstreik – Ankündigung

    Gegen Rechtsbeugung und Behördenwillkür: Am Montag, den 29.03.2010 werden wir, zwei von drohender Obdachlosigkeit betroffene Bürger/innen der “sozialen Stadt Offenburg”, in den unbefristeten Hungerstreik treten. Wir haben es mittlerweile satt, uns im Hamsterrad von Justiz und Behörde tot zu laufen, wobei die Justiz uns -wie in Frankreich oder Belgien kein Menschenrecht- auf Wohnen zusichern kann und uns die Hartz IV – Behörde mit Schikanen, Willkür und immer neuen Auflagen in die Obdachlosigkeit treibt.

    komplett zu lesen hier:

    http://guemelle.wordpress.com/2010/03/25/hungerstreik-ankundigung/

    Seit Hartz IV gibt es weit über 1000 Selbstmorde- und ich erinnere immer wieder an den guten Detlef- den Kampfrentner.

    Auch hier ist wieder ein Drama, dass nicht sein müsste- schämt sich denn niemand mehr in diesem Land?

  19. F.-K. Heuser, ehrenamtl. Sozial- und Pflegeberatung  (Website)  am 30. März 2010 um 12:53 Uhr

    Was soll das? Ich kenne keinen Bezieher/in von ALG II, der eine Luxuswohnung bewohnt. Vielmehr ist richtig das der betroffene Personenkreis in Wohnungen mit mäßigem bis niedrigen Standart lebt; womit sich auch die hohen Heizkosten erklären lassen, die dadurch vorhersehbar sind.

    Wehrt euch gegen jede Art der Pauschalierung der Kosten für die Unterkunft (KdU); die Sozialgerichte haben in der Vergangenheit nich umsonst zu Gunsten der Leistungsbezieher geurteilt.

    Die Politiker greifen immer öfter zum Mittel der Gesetzes- bzw. Grundgesetzänderung zurück, um die Rechtsprechung zu unterlaufen.

    Humanistischen Gruß
    Friedr.-Karl Heuser

  20. Rodeostar am 30. März 2010 um 16:23 Uhr

    @ all,
    …mit der Wohnpauschale möchte man eine Zwangsumsiedlung erreichen,man soll in weniger attraktive Viertel bzw. Bezirke ziehen denn man möchte in der Innenstadt möglichst keine Hartz IV – Empfänger sehen das ist der Sinn hinter dem ganzem anders kann es auch garnicht gemeint sein…

  21. Rodeostar am 30. März 2010 um 16:25 Uhr

    … ich hatte da glatt noch vergessen zu erwähnen das laut Verfassung eine Zwangsumsiedlung verboten ist also unter Strafe steht…

  22. Rodeostar am 30. März 2010 um 16:33 Uhr

    …aber was soll`s wenn es mit der Verfassung so nicht klappt wird das Grundgesetz dahingehend einfach wieder mal umgeschrieben bis es passt…

  23. Globetrotter am 30. März 2010 um 17:46 Uhr

    Das ist wieder einmal ein schmutziger Trick, um den Betrag für den Grundbedarf zu kürzen. Ausserdem: So viel billigen Sozialwohnraum gibt es nicht, in Deutschland, insbesondere in den Ballungsgebieten und ganz besonders hier in München herrscht Wohnungsknappheit, und das treibt die Preise.

  24. Rumpel46 am 30. März 2010 um 18:16 Uhr

    ich kann nur sagen, Hände weg von Pauschalen. Denn Leidtragende sind immer die ALG 2 Bezieher. Denn es wird sich doch wohl keiner vorstellen, dass diese sogenannte Pauschale von den Kommunen oder Städten so hoch angesetzt werden, dass die Masse auch damit klar kommen würde. Nein, es wird am untersten Ende berechnet. Und diejenigen die dann doch noch über der Pauschale liegen sollten werden auch nur die tatsächlichen Kosten ersetzt bekommen. Also, was sollte sich für die ALG 2 Empfänger ändern, außer das die sogenannten guten Stadtteile dann bald Hartz 4 frei sind und die Schulen wieder vernünftigen Unterricht machen können, weil die Störenfriede wie ALG 2 Kinder und Ausländer sind ja nicht mehr vorhanden. Und dann macht man es wie im dritten Reich und mauert die Stadtteile ein, damit die betroffenen ja auch nicht wieder hervor gekrochen kommen, denn das würde ja gar nicht gehen. Die Speisung der Armen geht dann auch viel besser sind ja alle Zentral vorhanden.

    Also Finger weg von Pauschalen und ich kann nur allen raten die nicht zur Wahl gegangen sind oder es vorhaben nicht hinzugehen, geht hin und wenn ihr nur euren Wahlzettel ungültig macht. Aber jede Stimme zählt auch die die ungültig ist.

  25. hansi am 3. April 2010 um 10:10 Uhr

    Die Kosten für Unterkunft und Heitung sind jetzt schon unangemessen niedrig. Es bleibt HartzIV Empfängern irgendwann nichts anderes übrig, als in soziale Brennpunkte zu ziehen, “ins Ghetto”, weil anderswo die Kosten nicht mehr zu bezahlen sind.

    So wird auch der dafür bestraft, der den größten Teil seines Lebens gearbeitet hat und das Pech hatte krank zu werden, seine Firma ging Pleite, was auch immer.

    “Vor dem Gesetz sind halt alle gleich”, man Orientiere sich dann einfach an den ärmsten der armen und schon passt das. Entspricht dem Gedankengut des “neuen” Proletariats.

    Also schön weiter die alten Parteien wählen, bevor sich da was ändert.

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