Nachricht zum Thema Arbeitslosengeld vom 30.07.2009 um 13:28 Uhr

ALG I: Bei gerechtfertigter Kündigung darf keine Sperrzeit verhängt werden

Kündigt ein Arbeitnehmer wegen unzumutbarer Arbeitsbedingungen, so muss er nicht mit einer Sperrfrist beim Arbeitslosengeld rechnen.

Das Hessische Landessozialgericht hat mit dieser Entscheidung (Az.: L 9 AL 129/08) die Rechte von Erwerbslosen gestärkt.

Verhandelt wurde über den Fall eines Hilfebedürftigen, der bei seinem letzten Arbeitgeber auch an Wochenenden erst kurzfristig erfuhr, ob und wann er am nächsten Tag zu arbeiten hat. Zudem musste er als Busfahrer mit mehreren Fahrtenschreiberkarten arbeiten, um Überschreitungen bei den Lenkzeiten zu verdecken. Darüber hinaus kam es zu verspäteten Lohnzahlungen. Demzufolge kündigte er schon nach zweieinhalb Monaten und beantragte Arbeitslosengeld. Der zuständige Leistungsträger sperrte ihm dennoch für zwölf Wochen die staatliche Hilfe.

Das Gericht sah das Vorgehen der Behörde als nicht mit der Rechtsordnung vereinbar an. Unzumutbare Arbeitsbedingungen und Überforderung seien wichtige Kündigungsgründe, bei deren Vorliegen keine Sperrfrist in Betracht komme. Im konkreten Fall sei der Mann überfordert gewesen. Folglich sei die Kündigung nicht zu beanstanden gewesen. Der zuständige Leistungsträger hätte somit umgehend das Arbeitslosengeld zahlen müssen.

diesen Artikel empfehlen
ähnliche Nachrichten
bisher 3 Kommentare zu dieser Nachricht
  1. bullruncreek am 4. August 2009 um 12:17 Uhr

    Wurde auch Zeit.

    Es genht doch schon lange nicht mehr auf eine Kuhhaut, was man sich als Arbeitnehmer von seinem Chaf alles gefallen lassen muss…..

  2. KaBa am 5. August 2009 um 08:53 Uhr

    Es wurde wirklich Zeit!

    Der AG fühlt sich bereits als Gott aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit. Sein Denken: Es stehen doch genug auf der Straße. Wir brauchen den unangenehmen AN nicht!!!
    Es wird schikaniert bis zum geht nicht mehr, bis der AN schließlich kündigt…………….

  3. Hannibal am 5. August 2009 um 09:51 Uhr

    Hallo ihr Lieben,
    taj das war zwar soweit gut, ABER….
    ich hatte so ähnliche Schwierigkeiten bei meinem letzten Arbeitgeber und er schrieb in den ALG-Antrag:
    ich wäre faul gewesen und hätte die Arbeit generell verweigert. Er wollte mir angeblich auch die nächste Woche kündigen. Damit war mir die Sperre von der Arge sicher und ich hab 6.mal geschrieben und gesagt das es sich so nicht verhalten hat und man hielt sich nur an die Aussage des Arbeitgebers!!!

eigenen Kommentar hinterlassen

VGW 1112