Nachricht zum Thema Arbeitslosengeld vom 30.10.2009 um 15:06 Uhr

Datenschutzprobleme bei Arbeitsagentur

Nach einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ weist das neue Computersystem der Bundesagentur für Arbeit (BA) massive Datenschutzmängel auf.

In diesem System sind persönliche Daten von Erwerbslosen gespeichert, um deren Betreuuung und Vermittlung zu erleichtern. Bundesweit können auf die Datensätze wohl alle rund 100.000 Mitarbeiter der Arbeitsagenturen und Jobcenter zugreifen.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar sagte im Gespräch mit der „Frankfurter Rundschau“ in diesem Zusammenhang: „Ich habe gedrängt, das System wegen massiver datenschutzrechtlicher Bedenken nicht in Betrieb zu nehmen.

So könnten über das System auch sensible Informationen über Schulden, Suchtkrankheiten und Familienprobleme abgerufen werden. „Man hat uns erst informiert, als das System freigeschaltet werden sollte“, kritisierte Peter Schaar. „Dass beim Thema Daten höchste Sensibilität angebracht ist, haben einige Verantwortliche bei der Bundesagentur offensichtlich noch nicht begriffen“, fügte er hinzu.

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bisher 7 Kommentare zu dieser Nachricht
  1. Ossi am 30. Oktober 2009 um 20:05 Uhr

    stasi 2.0

  2. Boo am 31. Oktober 2009 um 00:25 Uhr

    Ich frage mich wie die Arbeitsagentur an Daten wie Schulden, Suchtkrankheiten und Familienprobleme kommt? Werden die Arbeitslosen dazu befragt und müssen unter Androhung von Zwangsmaßnahmen Auskunft darüber geben oder werden direkt die Daten von Schufa, Krankenkasse oder ProFamilia abgefragt? Mit den Banken klappt das doch auch prima, da werden Freistellungsanträge gemeldet und als Arbeitsagenturmitarbeiter hat man vollen Zugriff auf die Girokonten der Arbeitslosen.

    Es wäre doch viel einfacher wenn man bei einem neuen Antrag auf Arbeitslosengeld sich alle Kontostände aller Konten zeigen lassen würde oder besser noch die Kontostände der letzten 3 Monate vorgelegt werden müssten bevor der Antrag genehmigt wird.
    . . .

    Ups, das entspricht ja schon der Realität und nicht George Orwells 1984. Big Brother is watching you!

  3. Flynn  (Website)  am 31. Oktober 2009 um 13:08 Uhr

    Wenn ich schon sehe, was bei der ARGE, oder in den Jobcenter bzw. Agenturen für Personal arbeitet, wundert mich gar nichts mehr!
    Allerdings stelle auch ich mir die Frage, wie es schon mein(e) Vorredner(in) (Nr. 2 –Boo) getan hat, woher die BA solche sensible Daten wie Familienprobleme, Schulden- und Suchtprobleme her hat?

    Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass ich jemals nach solchen Problemen gefragt wurde? Krankheit, ja, aber das andere wäre mir neu.
    Werden also hier wirklich Daten ausgekundschaftet, von denen die Betroffenen nichts wissen? Wenn ja, muss ich meiner Vorrednerin (Nr. 1 – Ossi) recht geben. Denn dann haben wir hier wirklich schon „STASI 2.0“ Methoden. Zumindest sind wir auf dem besten Wege dorthin.

    Vielleicht sollte man auch hier überlegen, ob man dagegen rechtliche Schritte einleiten sollte? Weil, es kann ja nicht angehen, dass über 100.000 Freaks, mit meinen persönlichen Daten, rumspielen können, wie sie wollen! Allerdings bin ich im Moment ein wenig überlastet, da ich schon vier Prozesse am Laufen habe, bezüglich ARGE, JOBCENTER und BA.

    TOLL!

  4. Flynn  (Website)  am 31. Oktober 2009 um 13:15 Uhr

    Zusatz zu meinem vorherigen Beitrag:
    In diesem Zusammenhang fällt mir dazu gerade ein Film ein. Dieser nennt sich „Datenpanne – das kann uns nie passieren“ von 1983. Sollte sich jeder mal anschauen, der mit solchen Behörden zu tun hat wie wir. Da wird einem schon ganz anders dabei.

    TOLL!

  5. Zorn am 1. November 2009 um 00:18 Uhr

    Bei so viel Dreistigkeit bleibt selbst mir die Spucke weg !

    Mich beschleicht das Gefühl das dieses System an ganz andere Netze angedockt (z.B. KK. Schufa, Jugendamt u.s.w.) haben könnte.
    Noch gläserner geht ja schon gar nicht mehr.

    Zu Bedenken ist auch das diese Datenbanken/System das Interresse obskurer Gestalten anzieht.
    Bei den häufigen Datenpannen in letzter Zeit !?
    Das macht langsam kein Spaß mehr !!!!! (Ironie)

    Bis denne

  6. Jollena am 3. November 2009 um 12:26 Uhr

    Es sit wirklich bedenktlich, wie die Arbeitsagenturen an solch sensible Daten herankommen. klar schreiben einige mitarbeiter jedes Detail zu einzelnen Kunden auf um genau informiert zu sein, aber was haben Familienprobleme mit ALG oder ALG2 zu tun???
    Soll der Auszug von jungen Arbeitslosen bei ihren Eltern verhindert weden, die auf Hotel Mama gern verzichten würden? wäre ja nachvollziehbar um die Unterbringungskosten zu minimieren, doch Familientherapie ist nicht Aufgabe von Arbeitsamt und ARGE! irgendwann ist es höchste Zeit auf eigenen Beinen zu stehen!
    Das Datenschutzgesetz muss auch bei Arbeitsamt und ARGE eingehalten werden.
    So viele Datenpannen wie bisher darf es nicht geben!
    Ich kann es gut nachvollziehen, wenn ein Callcentermitarbeiter bereits 5 Minuten nach solchem Verstoß seine Sachen packen kann. Dies muss auch bei Ämtern und Behörden gelten!

  7. ariana am 4. November 2009 um 22:39 Uhr

    Hallo,
    mir sind heute meine Bewerbungsunterlagen vom Arbeitsamt zurückgeschickt worden. ( Sollte eine Bewerbung an das Arbeitsamt schicken). An meinen Unterlagen waren noch andere Bewerbungsunterlagen von einer anderen person die sich für den selben Job beworben hat. ( Lebenslauf, Zeugnisse……usw. )
    Und sowas nennt man Datenschutz.
    Finde es eine Frechheit

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