Inhaltsverzeichnis

Der Artikel "Schuldenfalle Dispo-Kredit - Schulden durch Dispositionskredit" behandelt folgende Themen:

Schuldenfalle Dispo-Kredit - Schulden durch Dispositionskredit

Ist dem Inhaber eines Girokontos ein Dispositionskredit eingeräumt, kann er zur kurzfristigen Überbrückung eines finanziellen Engpasses sein Girokonto überziehen. Geschieht dies allerdings regelmäßig und bei chronischer Geldknappheit, drohen Schulden gegenüber der Bank. Wird nämlich der in Anspruch genommene Dispo nicht mit entsprechenden Geldeingängen auf das Konto wieder ausgeglichen, rutscht der Kontoinhaber immer tiefer ins Minus. Die bestehende Schuld wird dabei mit hohen Dispositionskreditzinsen verzinst, die bis zu 14% betragen.

Bei permanenter Inanspruchnahme des Dispo kann auf diese Weise eine beachtliche Schuldenlast entstehen. Zwar kündigen Banken den Dispo, wenn erkennbar ist, dass der Kunde nicht in der Lage ist, die Verbindlichkeiten zurückzuführen. Allerdings ist es dann zumeist schon zu spät.

Zu beachten ist ferner, dass der Bank in der Regel ein einseitiges Kündigungsrecht zusteht. Der Kontoinhaber hat daher keinen Anspruch auf die Einräumung eines Dispositionskredits und muss, beispielsweise bei einer Veränderung der Bonitätseinschätzung, mit einer Kündigung des Dispositionskredits rechnen, was in der Regel dazu führt, dass die Forderung fällig gestellt wird.

Vorbeugung gegen Schulden aus einem Dispo-Kredit

Der Dispo sollte grundsätzlich nur genutzt werden, um aus einer kurzen Geldverlegenheit zu kommen - und dies auch nur dann, wenn der Kontoausgleich zeitnah problemlos möglich ist. In allen übrigen Fällen sollte der Kontoinhaber von seinem Dispo keinen Gebrauch machen, denn von den sehr hohen Zinsen profitieren allein die Banken. Sie begründen diese Zinshöhe immer wieder mit dem Kreditcharakter des Dispo, der angeblich ohne weitere Risikoprüfung (wie sonst bei Krediten üblich) eingeräumt werde. Verschwiegen wird dabei allerdings, dass der Dispo tatsächlich nur denjenigen Kontoinhabern gewährt wird, die den Banken finanziell solide erscheinen. Entgegen ständigen Anmahnungen der Verbraucherschützer weigern sich die Banken zudem standhaft, Leitzinssenkungen an ihre Kunden bei der Inanspruchnahme des Dispo weiterzureichen. Um Dispo-Schulden zu entgehen, sollten Bankkunden als Alternative deshalb einen wesentlich niedriger verzinsten Verbraucherkredit erwägen, soweit sie sich in einer akuten Geldnot befinden.

diesen Artikel empfehlen
über den Autor
VGW 424