Regierung beschließt Abschaffung der 1-Euro-Jobs/Künftig arbeiten ohne Lohn!

  • Mit dem Regionalbudget V, das für den Bewilligungszeitraum vom 01. März 2012 bis zum 28. Februar 2014 ausgelegt ist, will die Brandenburger Landesregierung künftig Menschen ohne Entlohnung beschäftigen!


    Im Vorfeld wurden die Mittel für Beschäftigungsgesellschaften und gemeinnützige Einrichtungen, die als Träger für sogenannte MAE-Kräfte in Frage kommen drastisch gekürzt. Diesen Trägern werden jetzt wieder Eigenmittel für die Bezahlung ihrer Mitarbeiter in Aussischt gestellt, wenn sie es schaffen, in großer Zahl Alg II Empfänger für neue "Maßnahmen" zu akquirieren.


    Wo bisher 2-5 Ein-Euro-Jobber tätig waren, sollen nun 50-120 Leute ohne Arbeitslohn beschäftigt werden. Die Träger erhalten Geld, weil sie verpflichtet werden, diese Leute "für den 1. Arbeitsmarkt zu qualifizieren". Das Ganze wird als "Weiterbildung" eingestuft, wobei dafür keine qualifizierten Bildungsträger bezahlt werden, sondern eben jene Vereine, die ihre Mitarbeiter, wenn überhaupt, nur sehr schlecht bezahlen können.


    So wird denn auch ein Stundenlohn von 7,50 € vomArbeitsministerium als angemessen für einen Betreuer in den geplanten Maßnahmen eingestuft. Das ist in der freien Wirtschaft der Mindestlohn für Hilfskräfte ohne jede Qualifizierung! Hier sollen "Ausbilder" diesen Lohn bekommen. Insgesamt werden kommunale Tätigkeiten in "Projekte" verpackt mit entsprechender Förderung ausgestattet. Dass es sich dabei zumeist um Maßnahmen handelt, die normalerweise von den Kommunen als Aufträge an kleine kommunale Unternehmen gegeben werden müssten, interessiert inzwischen niemanden mehr. Arbeitsplätze werden kaputt gemacht - bisher durch 1-Euro-Jobs, zukünftig durch nichtbezahlte Arbeit. Die Gewinner dabei sind die Kommunen, Landkreise und Länder. Deshalb rühren sich selbst Rot-Rote Regierungen nicht angesichts solcher Dreistigkeiten.


    Die Landkreise im Rot-Rot regierten Brandenburg haben schon mal zum Sturm auf den Geldtopf für Träger geblasen. Sie nennen es Ideenwettbewerb zum Regionalbudget V. Hier zwei Beispiele: http://daten.verwaltungsportal.de/dateien/news/147009/ideenwettbewerb_rb_v.pdf
    http://www.regionalbudget.de/fileadmin/regionalbudget/downloads/Aufruf_Landkreis_RB_V.pdf


    Widerstand oder Boykott findet nicht statt. Stattdessen wird das Ganze als geeignete Maßnahme zur Wiedereingliederung in den 1. Arbeitsmarkt gefeiert und beschrieben. Leider sagt aber niemand, wo die vielen freien Arbeitsplätze sind, für die Menschen dadurch qualifiziert werden, dass sie in Gemeinden Parks pflegen, Wege reparieren, Schilder aufstellen, Reinigungsarbeiten übernehmen etc....


    Ich würde gern Widerstand organisieren, denn viele Arbeitnehmer, die sich nicht auskennen, glauben das Gerede der Regierungen: Arbeitslose sind nur faul. Diese dreisten Vorhaben müssen öffentlich gemacht werden. Alle sollen wissen, was diese Regierung Menschen zumuten will! Dagegen muss ein Ansturm stattfinden!


    BITTE HELFT MIR DABEI!

  • Hallo,


    Da wird wahrscheinlich mal wieder ohne Wasser gekocht.


    Zunächst einmal sei im Grundprinzip " AGH " ( auch " 1€ - Job genannt ) mal anzumerken, dass dafür noch nie Arbeitslohn, sonder lediglich Mehraufwandsentschädigung gezahlt wurde.


    Es gibt und gab zwar viel Kritik diesbezüglich, aber es muss doch zumindest in passenden Beschäftigungsbereichen mal differenziert gesehen werden:


    1. ) - Auf der einen Seite gibt es nun mal Menschen mit wenig Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt.
    2. ) - Auf der Anderen Seite gibt es auch Betriebe, die in der Tat davon lebten, ergänzend mit Aufträgen aus
    öffentlicher Hand zu rechnen.
    3. ) - Nun sind die meisten Komunen / Städte gezwungen, Gelder einzusparen. Das hat Folgen für alle
    Beteiligten:
    a. ) - Es wird kein neues Festpersonal in einigen öffentlichen Bereichen mehr eingestellt. ( ggf. Abbau )
    b. ) - Arbeiten bleiben liegen, weil auch externe Fachbetriebe nicht mehr ergänzend beauftragt werden
    c. ) - Auch den ALG - II Empfängern gehen Möglichkeiten zumindest auf einen geringen Zuverdienst
    flöten. Diese werden aber allgemein kaum direkten Einfluss auf Fachbetriebe gehabt haben.
    Für einfachere Arbeiten werden diese AGH-ler unterm Strich in etwa vergleichbare Kosten wie
    Helfer in den Handwerksbetrieben verursacht haben.
    Auch vom " Einkommen " her dürfte sich da nicht massiv etwas bezogen auf den Stundenlohn
    ändern. Der AGH-ler währe da eher im Monatsbrutto die " Teilzeitkraft "



    Allgemein soll es nicht bedeuten, dass manche Betriebe die AGH nicht wirklich als Wettbewerbsvorteil missbrauchten, weil es manche Kommunen überhaupt erst ermöglichten. ( Negative Beispiele wird es leider zu jedem Modell geben )


    Das Problem ist nun mal, dass die Töpfe regional leer sind. Eine " Firma " ohne Einkünfte kann keine Menschen beschäftigen.
    Da könnte eher gefragt werden, welche sinnlosen Ausgabenn auf öffentlicher Seite wie viele Arbeitsplätze bei allen Beiteiligten vernichteten.


    Damit ist " Griechenland " auch daheim ein Thema, denn sparen sollen wie immer nur die kleinen Leute, während " oben " nach wie vor sinnlos verpulvert wird.



    Es würde bestimmt ein Großteil der Langzeit - Arbeitslosen auch wie bisher froh sein, gegen ein kleines Extra für die erhaltenen Leistungen gemeinnützig tätig sein zu können. Denn sooooo schlecht würden die fiktiv berechneten " Stundenlöhne " dabei garnicht ausfallen.


    Aber warten wir mal ab, ob Brandenburg mit dieser Frechheit von Vorschlagswesen überhaupt durchkommen wird.
    Allgemein ist es aber finanziell der Trend, dass AGHs und Qualifizierung / sonstige Einstiegshilfen vielerorts drastischer Kürzung unterliegen. :(


    Und bezüglich der Machenschaften einiger " Ausblüten :mad: " des Arbeitsmarktes sind etliche Gewerkschaften schon seit langem " Contra " eingestellt.
    Gewerkschaften sind aber nur so stark, wie die Stärke ihrer Mitgliedschaft. Nur Betriebe mit zweifelhafter Lohnkultur und anderen Ungereimtheiten der MA - Rechte haben Angst vor Gewerkschaften. ;)


    mfg


    allo