U25 und der Rückzug zu Mama

  • Ich möchte hier einmal ein Thema ansprechen, welches im Forum immer wieder auftaucht, die Betroffenen verunsichert und die Gemüter der anderen erhitzt ;).


    Ich meine das Thema: U25 - Muss ich jetzt wieder bei den Eltern einziehen?, speziell die Auslegung des § 22 Abs. 2a SGB II, wo es u. A. heißt:


    (2a) Sofern Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, umziehen, werden ihnen Leistungen für Unterkunft und Heizung für die Zeit nach einem Umzug bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres nur erbracht, wenn der kommunale Träger dies vor Abschluss des Vertrages über die Unterkunft zugesichert hat. Der kommunale Träger ist zur Zusicherung verpflichtet, wenn
    1.der Betroffene aus schwerwiegenden sozialen Gründen nicht auf die Wohnung der Eltern oder eines Elternteils verwiesen werden kann,


    Es ist ja noch zu verstehen, dass junge Leute durch einen Auszug aus dem Elternhaus nicht die eigene Hilfebedürftigkeit erzeugen dürfen. Aber es gibt auch junge Leute, die auf eigenen Füßen stehend ausgezogen sind und nun doch wider erwarten hilfebedürftig werden. Das in diesen Fällen in erster Linie die noch barunterhaltspflichtigen Eltern herangezogen werden, ist auch in Ordnung. Wie aber verhält es sich, wenn der leistbare Unterhalt der Eltern nicht ausreicht? Muss der/die Betroffene dann tatsächlich bei den Eltern wieder einziehen?


    Auch wenn dies dem Wortlaut nach der Wille des Gesetzgebers ist, so ist das in meinen Augen nur Wunschdenken. Mit welchen Rechtsmitteln bitteschön, will man Eltern dazu zwingen die einmal ausgezogene Tochter, den einmal ausgezogenen Sohn wieder aufnehmen zu müssen? Aus dem vor Jahren freigewordenen Kinderzimmer ist längst das Arbeitszimmer des Vaters geworden oder jemand gänzlich anderer ist dort inzwischen eingezogen. Soll jetzt eine Rückabwicklung stattfinden?


    Man stelle sich das mal vor: Die Betroffene muss die Wohnung, die sie schon mehr oder minder lang bewohnt kündigen. Die angeschafften Möbel haben mit Sicherheit ein größeres Volumen als das einstige Jugendzimmer. Wohin jetzt mit dem ganzen Kram? Da ist eine Hauskatze, welche vielleicht die Mutter wegen einer Allergie ablehnt. Ist das dann schon ein schwerwiegender sozialer Grund oder muss man die Katze dann ins Tierheim bringen?


    Also ich habe es erfahren, dass ohne den guten Willen der Eltern in solchen Fällen der Verweis auf die Wohnung der Eltern zum Scheitern verurteilt ist. Selbst wenn die Eltern, und das wird sicher die Mehrheit sein, die Tochter/den Sohn in ihrer/seiner scheinbaren Notlage gerne wieder aufnehmen, würden sie dennoch NEIN sagen, wenn die/der Betroffene seine eigene Wohnung gerne behalten möchte.


    Was interessiert den Vater einer volljährigen und erwachsenen Tochter das Sozialgesetzbuch II. Er bezieht keine Leistungen sondern geht zur Arbeit, bezahlt seine Steuern und alles andere braucht ihn nicht zu interessieren. Er wird seinen Unterhaltszahlungen nachkommen und zu mehr ist er nicht verpflichtet!


    Da könnte man ja jede Frau, die ihren Ehemann verläßt, um sich scheiden zu lassen, zur Rückkehr in die gemeinsame Wohnung verdonnern, weil sie sonst ihre eigene Hilfebedürftigkeit hervorruft. Aber nein, sie muss dort nicht wieder einziehen, denn hier greifen gottlob die schwerwiegenden sozialen Gründe. Warum also sollte es bei einem NEIN der Eltern zum vom Gesetzgeber verlangten Wiedereinzug der Tochter anders sein?


    Ich kann nur jedem dieser jungen Leute in dieser Situation, die nicht wieder zurück wollen, den Rat geben, sich mit allen Mitteln gegen dieses Ansinnen des Staates zu wehren.


    Gawain

  • Zitat

    Ich kann nur jedem dieser jungen Leute in dieser Situation, die nicht wieder zurück wollen, den Rat geben, sich mit allen Mitteln gegen dieses Ansinnen des Staates zu wehren.


    klar auch, nichts tun, nichts leisten und schon im alter von unter 25 jahren sich daran gewöhnen, dass der staat den zahlemann schon machen wird.
    wir haben es weit gebracht in diesem unseren land!

  • Da hat lacki wieder mal nichts verstanden.Es geht nicht darum das jeder jetzt in eine eigene Wohnung ziehen soll und diese soll dann der Staat bezahlen was sowieso gar nicht funktionieren würde sondern es geht darum wenn jemand unter 25 in eine eigene Wohnung zieht und diese sich auch leisten kann durch Ausbildungsvergütung oder Arbeitseinkommen und dieser dann durch Kündigung in den Leistungsbezug gerät er dann nicht wieder zu Mama und Papa zurückmuß sondern diese Wohnung auch behalten darf.

  • Zitat

    Da hat lacki wieder mal nichts verstanden


    ich habe schon verstanden. in diesem forum wird jedem beschwichtigungsgeldempfänger suggeriert, dass er, wenn man nur faul genug ist, sich voll und ganz auf vater staat verlassen kann.

  • Da sieht man mal wieder das lesen nicht deine große Stärke ist.Wo bitte hat hier einer gesagt das man nur nichts tun muß und dann bezahlt schon Vater Staat alles.Es ging einzig und allein darum das ein unter 25 jähriger nicht wieder zu Hause einziehen muß wenn er über einen größeren Zeitraum bereits eigenständig gewohnt hat.Dies hat nichts mit faul sein zu tun sondern ganz einfach damit das wenn es jemanden in so einem Fall betrifft dieser zunächst Hilfe bekommt damit er dann auch eine neue Arbeit suchen kann und somit weiter eigenständig bleibt und nicht Hotel Mama zuständig wird.