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Der Artikel "Mehrbedarf für dezentrale Warmwassererzeugung" behandelt folgende Themen:

Mehrbedarf für dezentrale Warmwassererzeugung

Mit Inkrafttreten des zum 01.01.2011 reformierten Regelbedarfs enthält dieser keinen Anteil zur Deckung der Kosten für die Warmwassererzeugung mehr. Der sonstige Bedarf für Energieverbrauch im Haushalt ist jedoch weiterhin aus dem Regelsatz zu bestreiten.

Die für die Erzeugung von Warmwasser anfallenden Kosten werden nunmehr je nach Art des Verfahrens im Rahmen der Kosten der Unterkunft oder als Mehrbedarfsanspruch getragen.

Ein Anspruch auf pauschalierte Übernahme der Kosten für die Warmwassererzeugung als Mehrbedarf gemäß § 21 Abs. 7 SGB II steht somit in Fällen, in denen die Kosten der Warmwassererzeugung nicht bereits mit den Heizkosten im Rahmen der Kosten der Unterkunft nach § 22 SGB II abgedeckt sind.

Der Mehrbedarfsanspruch steht somit Personen zu, deren Warmwasser dezentral, beispielsweise mit Hilfe eines Durchlauferhitzers oder einer Gastherme, erzeugt werden. Ferner dürfen die Kosten hierfür nicht in den mit dem Vermieter abgerechneten Heizkosten enthalten sein.

Höhe des Mehrbedarfs für Warmwasser seit dem 01.01.2015

Die Höhe des Anspruchs auf Mehrbedarf für dezentrale Warmwassererzeugung wird anhand des Alters des Leistungsberechtigten prozentual am individuell maßgeblichen Regelsatz berechnet.

Aufschluss über die konkrete Höhe des Mehrbedarfszuschlags gibt die folgende Tabelle:

Regelbedarf in Euro Regelbedarf für Mehrbedarf in % pauschaler Mehrbedarf in Euro
399 Euro Volljährige/ Alleinerziehende 2,30% 9,18 Euro
360 Euro volljährige Partner der Bedarfsgemeinschaft 2,30% 8,28 Euro
320 Euro Volljährige unter 25 Jahren 2,30% 7,36 Euro
302 Euro Kinder 15 bis 18 Jahre 1,40% 4,23 Euro
267 Euro Kinder 7 bis 14 Jahre 1,20% 3,20 Euro
234 Euro Kinder 0 bis 6 Jahre 0,80% 1,87 Euro

Im Einzelfall abweichender Bedarf

Ausnahmsweise sind in begründeten Einzelfällen jedoch Abweichungen von der oben stehenden Tabelle möglich.

Zum einen können die Kosten für die dezentrale Warmwasserversorgung in abweichender Höhe übernommen werden, wenn ein höherer Bedarf nachgewiesen werden kann. Um diesen Nachweis zu führen wird es jedoch einer Abrechnung des Energieversorger bedürfen, in der die tatsächlich anfallenden Kosten entsprechend aufgeschlüsselt sind. Dies gehen aus den Abrechnungen der Energieversorger jedoch regelmäßig nicht hervor.

Umgekehrt ist theoretisch auch eine Abweichung nach unten denkbar, beispielsweise dann, wenn die Erzeugung von Warmwasser aufgrund von Energiesparmaßnamen besonders geringe Kosten verursacht.

Zu anderen kommt ein nur anteiliger Anspruch auf den Mehrbedarfszuschlag für Warmwasser in Betracht, wenn dessen Erzeugung nicht vollständig dezentral erfolgt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn neben einer zentralen Warmwasserversorgung auch ein Durchlauferhitzer genutzt wird.

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VGW 470