Nachricht zum Thema Arbeitslosengeld vom 20.08.2009 um 15:06 Uhr

Niedriglohnsektor verdrängt reguläre Beschäftigungsverhältnisse

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts breitet sich der Niedriglohnsektor immer weiter aus. Der Zahl derer, die in sogenannten atypischen Beschäftigungsformen arbeiten, stieg in den vergangenen zehn Jahren von von 5,3 auf 7,7 Millionen.

22 Prozent aller erwerbstätigen Deutschen arbeiten mittlerweile als Zeit- und Leiharbeiter, Minijobber oder in einem Teilzeitjob von weniger als 20 Wochenarbeitsstunden.

Lediglich 66 Prozent aller Erwerbstätigen verfügten im vergangenen Jahr über einen regulären Vollzeitarbeitsplatz. Noch vor zehn Jahren lag der prozentuale Anteil von unbefristetet, sozialversicherungspflichtig und mit mehr als 20 Stunden pro Woche Beschäftigten bei 72,6 Prozent.

Fast die Hälfte der atypisch Beschäftigten erhielten einen Niedriglohn von 9,85 Euro oder weniger. Das Armutsrisiko der im Niedriglohnsektor arbeitenden Menschen ist folglich als besonders hoch einzuschätzen. Während nur 3,2 Prozent der regulär Beschäftigten von Armut bedroht sind, rutschen 14,3 Prozent aller atypisch Beschäftigten unter die Armutsschwelle.

In diesem Zusammenhang warnte die IG Metall vor einem massiven Anstieg solcher Beschäftigungsverhältnisse. „Wenn die Politik nicht endlich handelt, ist sie dafür verantwortlich, dass weitere zwei Millionen Menschen eine Perspektive auf eine gesicherte Zukunft und ein gutes Leben verwehrt wird“, gab ein Gewerkschaftsfunktionär zu Bedenken.

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bisher 5 Kommentare zu dieser Nachricht
  1. Ossi am 20. August 2009 um 17:31 Uhr

    *räusper*

    sozial ist was arbeit schafft?

  2. Flynn  (Website)  am 21. August 2009 um 08:36 Uhr

    Solange wie es hier, in diesem Land, Lakaien gibt, die für jeden Hungerlohn arbeiten gehen, und sich damit auch noch brüsten, solange werden auch die Löhne weiterhin nach unten gehen. Das ist ein ganz einfaches marktwirtschaftliches Prinzip. Denn jedes Unternehmen, welches nur an seine/eine Gewinnmaximierung denkt und entsprechend handelt, wird doch keine Leute beschäftigen, die noch zu hohen (realen) Löhne arbeiten, wenn man für das gleiche Geld, 3 bis 4 Leute beschäftigen könnte. Somit werden nicht Arbeitsplätze geschaffen, sondern eher vernichtet. Und von dem Rest, was dann noch übrig bleibt, kann man kaum noch leben, geschweige denn, dass man als Arbeitnehmer noch irgendwelche Rechte hat.

    Also Leute (Achtung Ironie), immer schön weiter so für einen Hungerlohn arbeiten, und sich auch weiterhin sämtliche Arbeitnehmerrechte wegnehmen lassen, auf dass ein H4-Empfänger bald mehr Rechte und Geld hat (ca. 160.000 Prozesse, seit Einführung von H4, sprechen für sich), als ein gewöhnlicher Arbeitnehmer.

    TOLL!

  3. Maikatze am 25. August 2009 um 18:16 Uhr

    Hallo Leute,

    ich kenne beide Seiten. Die des Hungerlohnempfängers und die des H4 Empfängers. Weder die Eine noch die Andere macht zufrieden. An den Rand der Gesellschaft wirst Du eh gedrückt. Der einzige Unterschied zwischen H4 und Niedriglohn besteht darin, dass Du Dich als Arbeitnehmer wenigstens frei bewegen kannst und nicht auch noch in den Menschenrechten eingeschränkt bist.
    Kultur, vielleicht ein kleiner Luxus oder gar Urlaub sind überhaupt nicht mehr drin. Dafür werden die Arbeitszeiten hochgeschraubt und die Urlaubstage herab gesetzt. Gratifikationen waren einmal. Dennoch ist es immer noch besser zu arbeiten, als H4 zu empfangen. Für 1000,– Euro netto, 42,5 Stunden zu arbeiten und davon 500 Euro allein für Miete aufbringen zu müssen, ist hart. Auch für mich als Single. Fahrtkosten bekommt man vom Arbeitgeber nicht ersetzt. Wohngeld bekomme ich auch nicht, weil ich zuviel verdiene!?
    Armes Deutschland! Geschenke für meine Enkelkinder und Kinder sind auch nicht mehr drin. Mir reicht es, wann wird sich endlich daran etwas ändern.
    Allein auf die Straße zu gehen bringt nichts. Die, die mitgehen könnten, tun es nicht, weil sie Angst vor Jobverlust haben.

  4. willi  (Website)  am 4. Oktober 2009 um 11:49 Uhr

    Tja, jetzt hat Deutschland gewählt und wir dürfen uns auf den nächsten Aufschwung freuen, „der bei den Menschen ankommt“. Es werden noch Wetten angenommen, wann die 50% erreicht werden. Wahrscheinlich wird aber vorher an der Definition für Niedriglohn gefeilt, um die Zahlen -nalog zur Arbeitslosenstatistik- schön lügen zu können.

  5. Fritze am 11. Oktober 2009 um 20:30 Uhr

    Guten Abend,

    meiner Meinung nach ist das Problem, wie auch schon angesprochen, dass es den Menschen noch nicht schlecht genug geht. Wäre dies der Fall, würde man sich doch wenigstens formieren und was dagegen tun. Auch wenn es heisst auf die Strasse zu gehen. Wer sich nicht traut wegen seinem Job, der akzeptiert die Situation wie sie ist. Wir müssen uns doch nicht beklagen, wenn wir sowieso nichts dagegen tun. Wir akzeptieren ein System, welches uns alle 4 Jahre die Möglichkeit gibt zwischen Pest und Cholera zu wählen und ich soll dafür dankbar sein überhaupt wählen zu dürfen?? Nein! Genau hier fängt es doch an und hörts auch wieder auf. Wir sind ein Wohlfahrtsstaat und werden noch in den nächsten 20 Jahren RTL schauen und zusehen wie eine Koalition zwischen CSU und Likspartei zustande kommt, weil es gerade so passt um an der Macht zu bleiben. Wir sind soweit davon entfernt uns vernünftig dagegen zu wehren. Naja.
    Gute Nacht Deutschland. Ich bin übrigens parteilos und setze mich für direkte Demokratie ein und für ein bedingungsloses Grundeinkommen.
    Ciao

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