Nachricht zum Thema Arbeitslosengeld vom 26.10.2009 um 12:40 Uhr

Bildungsgutscheine: Langzeitarbeitslose werden benachteiligt

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) vergibt einem Tagesspiegel-Bericht zufolge äußerst selten Bildungsgutscheine an Lanzeitarbeitslose und schwer vermittelbare Personen.

Stadtdessen konzentriere sich die BA nach Überzeugung mehrerer Arbeitsmarktexperten zu sehr auf solche Erwerbslose, die auch ohne Weiterbildungslehrgänge große Chancen auf eine neue Stelle hätten.

Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) würde ebenfalls belegen, dass Arbeitslose mit Schulabschluss oder Berufsausbildung deutlich öfter einen Bildungsgutschein zugesprochen bekämen als Arbeitssuchende ohne Abschluss. Im Interview mit dem „Tagesspiegel am Sonntag“ kritisierte Bernhard Jirku von der
Gewerkschaft Verdi: „Langzeitarbeitslose haben so gut wie keine Chance auf Weiterbildung“.

Ralf Nuglisch, Teamleiter beim Paritätischen Wohlfahrtsverband, sieht dies ähnlich. Seiner Meinung nach sei die Chance eines ALG II Beziehers, den zuständigen Sachbearbeiter von der Vergabe eines Bildungsgutscheins zu überzeugen, sehr gering. Einen Grund für die jetzige Vergabepraxis sei das Konjunkturpaket II. Infolge dessen würden auch die Kurzarbeiter mit Weiterbildungsangeboten bedacht, die wiederum im Konkurrenzverhältnis zu den Hartz IV Empfängern wesentlich besser dastünden.

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bisher 17 Kommentare zu dieser Nachricht
  1. Hans am 26. Oktober 2009 um 14:03 Uhr

    Hallo,
    ich habe die selben Erfahrungen gemacht bin bis Berlin gegangen wurde aber auf hinweis von zig § abgelehnt Verpflichtung zum sparen etc.

    Habe selbst eine gute Ausbildung Techniker, Betriebswirt aber es wurden mir keine Vermittlungsmöglichkeit eingeräumt trotz 3D Kurs den ich beantragt hatte.

    Jünger dürfen zwei und drei Lehrgänge machen aber die Älteren werden abgelehnt bin 60ig.

  2. Flynn  (Website)  am 27. Oktober 2009 um 10:29 Uhr

    Also ich muss sagen, hier bei uns sieht es ein wenig anders aus. Wie ich es schon in einem anderen Beitrag erklärt habe, werden hier schon seit einigen Wochen vermehrt Langzeitarbeitslose in irgendwelchen Maßnahmen gesteckt.

    Auch ich bin davon betroffen.

    Habe über 6 Jahre verzweifelt versucht, einen Bildungsgutschein zu erhalten, bis dato ohne Erfolg. Immer mit der gleichen Begründung „Kein Geld“. Jetzt auf einmal mal wurden viele Arbeitslose regelrecht mit Maßnahmen überschüttet. Angeblich würde es sich um ein neues Projekt handeln, welches die Agenturen/Jobcenter/ARGE den Arbeitslosen anbieten müssen.

    Und ausgerechnet jetzt (nach 7 Jahren Arbeitslosigkeit), wo sich mein Gesundheitszustand verschlechtert hat (80% schwerbehindert – noch 44 Jahre alt) und ich angefangen habe, beim Rententräger eine Erwerbsunfähigkeitsrente zu erwirken (EU), wird mir so eine Maßnahme aufgedrückt. Und das, obwohl vor ca. 4 Monaten, von der Arbeitsagentur selbst, ein eigenes ärztliches Gutachten (medizinischer Dienst) erstellt wurde. Dabei wurde festgestellt, dass mein Gesundheitszustand schlechter ist, als die Arbeitsagentur vermutet hat.

    Wie auch immer, mir soll es egal sein. Ich werde zwar für 3 Monate, ab den 02.11.2009 bis 02.02.2010, den sogenannten Auffrischungskurs für kaufmännische Angestellte (kaufmännisches Kompaktseminar auf insgesamt 480 Stunden Basis –von Montag bis Donnerstag 9 Stunden Schulung pro Tag und freitags 4 Stunden) antreten, dennoch wird es darauf hinauslaufen, dass ich die meiste Zeit krankgeschrieben bin und ich vom Kurs kaum was haben werde. Das Einzige, was mir dabei leidtut, sind die Kosten (der Kurs kostet insgesamt 2.592 Euro), die zum Fenster rausgeschmissen werden. Und das alles nur, damit wahrscheinlich die nächsten Arbeitslosenzahlen/Statistiken geschönt werden können.

    Ich denke mal, dass man mit solchen Geldern was Besseres anfangen könnte. Zum Beispiel könnte man versuchen, dafür lieber in sichere, vernünftige und gut bezahlte Arbeitsplätze zu investieren, oder?

    TOLL!

  3. Konstanzchen  (Website)  am 27. Oktober 2009 um 15:51 Uhr

    Endlich wieder Schulungsmaßnahmen, habe schon einige hinter mir, bin 48J. Das Geld könnte man wirklich besser nutzen, z.B. für nüzliche Kurse wie English wenn man im Touristen Bereich arbeiten möchte.

  4. MartinaBC am 27. Oktober 2009 um 16:11 Uhr

    Ich spare mir mitterweile meine Weiterbildungen (Sprachkurse, EDV etc.) selber vom Munde ab, d. h,. ich esse wenig und trage bis 20 Jahre alte Klamotten, damit ich das und die Bücher bezahlen kann (ich lebe von ALG2). Vom Jobcenter kommen nur Maßnahmen auf Kindergartenniveau oder schwachsinnige Trainings, die mich eher verdummen als bilden.

    Auch Bewerbungen müssen wir hier selbst bezahlen, ich bewerbe mich trotzdem reichlich.

  5. Ossi am 27. Oktober 2009 um 16:48 Uhr

    ich wäre auch für mehr geradlinigkeit bei lehrgängen. ich prangere an das sie keinen roten faden haben und deswegen im nichts enden, also sinnlos sind.
    prima wäre es, wenn es anschlussseminare gäbe die nach gewisser zeit echte qualifikation bescheinigt.

  6. Sieglinde am 27. Oktober 2009 um 17:26 Uhr

    Ich bin auch nicht vermittelbar, trotz Studium, aber wenn man in diesen komischen Lehrgängen ohnehin nicht viel lernt, ist es wohl sinnvoller, sich interessantes oder benötigtes Wissen selbst – kostenlos – anzueignen. Ich meine, wenn meine Bewerbungen aussichtslos sind, kann ich auch selbstausgedruckte Lehrgangsscheine vorlegen…. was Vernünftiges wäre eine richtige Umschulung im Sinne einer zweiten Ausbildung, aber was ist in diesem Staat schon vernünftig!

  7. Sieglinde am 27. Oktober 2009 um 17:27 Uhr

    @Ossi, „und deswegen im nichts enden, also sinnlos sind“ <— Die Maßnahmen enden deshalb im Nichts, weil es keine richtigen Arbeitsplätze gibt. Daran ändert die beste Bildung nichts.

  8. Frank am 27. Oktober 2009 um 18:22 Uhr

    Habe gerade mein Weiterbildungskurs beendet.
    ( Bewerbungstrainning )
    Sechs Monate in einem Bildungszentum abgessen, für angebliche Weiter bzw. Fortbildung.
    Habe aber nichts neues oder wissenwertes dazu gelernt.
    Hat der ARGE nur sehr viel gekostet.
    Jetzt wird man sehen welche neue Maßnahme ich bekomme, damit ich wieder aus der Statistik der Arbeitslosen bin.

  9. Ossi am 27. Oktober 2009 um 18:30 Uhr

    Sieglinde:

    vom prinzip hast du auf jedenfall recht.
    aber die „echte bildung“ ist auch nicht gewollt.

    ich habe lange genug gearbeitet um anspruch auf eine umschulung gehabt zu haben. ich habe ein kind bekommen und drei jahre lang großgezogen. erziehungsurlaub.
    an dieser stelle möchte ich erwähnen, dass es damals bei uns in der region keine kindergartenplätze für unter dreijährige gab, was nicht heißt das ich mich schäme nicht gearbeitet zu haben.
    dann stand harzIV vor der tür und ich habe mich an das arbeitsamt gewant und um umschulung gebeten.
    man sagte mir, das ich sehr wohl noch restanspruche aus der arbeitslosenversicherung habe, wegen des erziehungsurlaubes, die werden natürlich schnellst möglich berechnet. aber eine umschulung stünde mir nicht zu.
    die begründung hat mich vor wut platzen lassen:

    sie sind ja schon 3 jahre nicht berufstätig gewesen.

  10. Sale47 am 27. Oktober 2009 um 20:00 Uhr

    Egal ob die Maßnahmen sinnvoll sind oder nicht und meistens auch im Nachhinein für alte Hasen wenig bringen, so haben die Auffrischungskurse wenigstens den moralischen Effekt pünktlich und täglich dazu sein. Für „manchen“ Teilnehmer sind solche Maßnahmen wirklich angebracht, doch sollten die Arbeitsagenturen vorher entsprechend aussortieren und dann gezielt die Kurse (z.B.Englisch) zuordnen. Es gibt leider wirklich Teilnehmer wo es sinnvoll ist aufzuzeigen wie eine ordentliche Bewerbung auszusehen hat.
    Eines ist auf jedem Fall sicher, die Bildungsstätten füllen damit ihre Räumlichkeiten und die Einnahmen. Die Arbeitgeber bekommen über die Arbeitsagentur damit billige Überbrückungshilfen, denn ein in Aussicht gestellter Arbeitsplatz ist sowieso meist nur eine Utopie. Ab einem bestimmten Alter und einer Langzeitarbeitslosigkeit aussichtslos. Wobei man auch aus der Sicht eines Arbeitgebers Verständnis für diese Entscheidung aufbringen kann.

  11. Nijara am 27. Oktober 2009 um 22:44 Uhr

    Hallo ,
    ich finde es unmöglich ! ich selber 34 Jahre Alt und alleinerziehend ,habe mehrmals eine Voll und Teilzeit Stellen angenomen,damit ich aus der Statistik raus bin .Bin nach der OP arbeiten gegangen und Doppelschichten bis 3 Nacht gemacht . Bis es mein Kind in Klinik gelandet ist.
    Mein Kind ist 12. Habe auch mehrmals, dieser Massnahmen mitgemacht 3 Mal und das hat mir nix gebracht. Ich habe ausdrücklich und deutlich gesagt der Arge:
    Ich habe vor mir noch 35 Jahre und möchte nicht Ewig Harz 4 beziehen ,ich möchte aber auch nicht ( die dreckigste Scheiss Jobs Ewig machen und auch nicht dem Vater Statt auf der Tasche liegen ) Ich habe mitbekommen ,bei meinen Bekannten,der ist Dozent ,das,mehrere Junge Leute 3 bis 4 mal Lehrgänge bezahlt bekommen haben und nach nen halben Jahr das geschmissen haben.
    Ich wurde Vormittag arbeiten wollen und Abends lernen noch was ,was mich im Leben nach Vorne bringt mit meinem Kind und nicht ,vom eine ins andere Massname ,jeder zweite Jahr ,oder wie auch immer und wie Sie sehen ,ich möchte auch selbst was dafür tun,aber ohne Hilfe schafe ich das nicht ,weil ich noch nen Kind habe ,der versorgt werden muss und ich habe,nimanden sonnst . )
    Nichts hat sich getan.
    Ich glaube ,die Leute bekommen die Hilfe ,die sie nicht brauchen und nicht haben wollen.
    Ich hatte leider nicht das Glück im Leben um zum Lernen und Studieren ,sonns wurde ich nicht jetzt in der Situation stecken.Zum heulen ist das.

  12. Wiesel am 28. Oktober 2009 um 08:41 Uhr

    Ja, das ist so! Unsere neue Mitarbeiterin (alleinerziehend, 2 Kinder sollte auch keine Bildungsmaßnahme erhalten; obwohl Sie danach eine Anstellung gefunden hätte. Nur durch Mitarbeit des Arbeitgebers konnte Sie sich fortbilden.
    Auch ich benötige eine Zusatzausbildung im Bereich der Buchhaltung. (55Jahre). Das Arbeitsamt besteht darauf, dass mein zukünftiger Arbeitgeber mir bescheinigt, dass ich diese Ausbildung benötige. Aber welcher Arbeitgeber wartet darauf? Die meisten wollen eine Bürokraft sofort einstellen.
    Anstatt mir eine ordendliche Ausbildung zu geben muß ich jetzt alle 2 Wochen nach Emden um mich bei Suchbasis.de schulen zu lassen. Dafür hat das Arbeitsamt ihre gutes Stellenangebot aus den Seiten des Arbeitsamtes herausgenommen. Mein Stellenangebot bei Suchbasis.de habe ich schon nach dem Vorgepräch fix und fertig eingestellt. Trotzdem muß ich weiterhin an dieser Maßnahme teilnehmen. Grund: So bin ich nicht mehr in Arbeitslosenstatik. Ein weiterer Teilnehmer ist 64 und geht nächstes Jahr in Rente; eine andere hat keine Computer und kann somit gar nicht auf die Anzeigen antworten. Außerdem glaube ich, dass die wenigsten Arbeitgeber überhaupt wissen, dass man über suchbasis.de Arbeitnehmer suchen kann.

  13. lilafloh am 28. Oktober 2009 um 10:40 Uhr

    Mir ging das vor jahren schon so: bin Sozialpädagogin und war arbeitslos. Wollte die Zeit nutzen und ein Fernstudium Soziales Management machen, welches förderungsfähig war beim damals noch Arbeitsamt sagte man mir, ich bräuchte dieses nicht für den Wiedereinstieg in meinen Beruf, stattdessen haben sie mich in eine Vollzeitmaßnahme Business- Englisch gesteckt. (Wofür brauche ich das als Soz-Päd???) Die Maßnahme war so teuer wie mein ganzes Fernstudium ( für das ich nur einen Zuschuss wollte…) Wie albern ist das denn???

  14. simone am 28. Oktober 2009 um 11:26 Uhr

    auch ich muss leider sagen, das ich dieselben erfahrungen machen musste. ich wollte eine weiterbildung zur medizinischen schreibkraft. leider machte mir die arge ein strich durch die rechnung. auf nachfrage eines bildungsgutscheins bei der arge wurde ich schnell auf dem boden der tatsache geholt. weiterbildung zur medizinischen schreibkraft liegt für dieses und evt. auch für nächstes jahr nicht in der bildungszielplanung der arge.
    mein vazit ist, man will aber darf nicht.

  15. Schatana am 28. Oktober 2009 um 14:54 Uhr

    Kenne solche diversen Maßnahmen LEIDER auch. Ich selber musste schon einige mitmachen und am Ende haben sie mir NICHTS gebracht. ich habe nur die Zeit vergeudet und es wurden Gelder zum Fenster rausgeschmissen. Nur damit man nicht in der Statisik ist und man ein paar unterlagen mehr für die Mappe hat. Wobei ich sagen muss, dass bei manchen Firmen schon der eine oder andere Bildungsträger einen schlechten ruf weg hat und man gleich einen Stempel aufgedrückt bekaommt. Als ob es nicht schon reicht H4 zu bekommen.

    Die Kurse die ich machen wollte, wurde mir verweigert und ich wurde in X-Maßnahmen gesteckt die sich ähneln und man wirklich nur veblödet. Gib dem Kind nen anderen Namen und schon bekommen die Bildungsträger wieder Geld. Denn ohne UNS, wären DIE arbeitslos.

    Außerdem wurde man meist nur vor einen PC gesetzt und musste seine Zeit absitzen. Ob man Aufgaben gemacht hat oder ob alle mit den gestelten Aufgaben klar kamen, hat nicht wirklich interessiert. Die Dozenten konnte man nämlich meist im Gebäude suchen. Es kam sogar oft genug vor das ich den teilnehmern helfen musste. Dinge erklärte oder, oder, oder. Aufgaben wofür DIE bezahlt wurden. Mir macht es zwar Spaß, da ich UNTERFORDERT war mit dem Stoff. Aber Sinn der Sache konnte das nicht sein. Und das nur, damit die Zahlen stimmen. Gelegentlich wurden dann auch noch Praktikumsphasen eingebaut. Wo immer groß geprahlt wurde das Kontakte zu Firmen bestehen und man am Ende selber zu sehen musste wie man einen Platz bekommt – da sich keiner zuständig fühlte. Und ich muss sagen, dass es fast genauso schwer ist einen vernümpftigen Praktikumsplatz zu finden wie einen Job. Denn nicht jede Firma reißt sich um Praktikanten. Und die, die es tun, nutzen einen auch mal ganz schön aus. Die Erfahrung musste ich leider des öfteren machen. Da kam es nicht selten vor das einem ein Arbeitsvertrag versprochen wurde. Man sich wie blöde bemühte, Überstunden machte, z.B. mehrere Monate KOSTENLOS arbeitet (war Bedingung der Maßnahme)und gute Arbeit lieferte usw. und am Ende durfte man doch gehen und der nächste Praktikant stand auf der Matte.

    Am Schluss der Kurse hat „jeder“ sogar ein dämliches Zertifikat bekommen, ohne zu prüfen ob etwas verstanden oder überhaupt gelernt wurde. Wo ist da der Sinn? Papier ist bekanntlich geduldig und was man da so drauf schreiben kann, ist auch sehr phantasiereich!? :-(

    Mich persönlich nerven die ganzen Maßnahmen. Anstatt das die mal auf einen hören und wirklich einem helfen wollen das Ziel zu erreichen, was man sich beruflich vorstellen kann. Aber nein, hauptsache die Kurse werden voll, Statistiken werden geschönt und jedem ist geholfen, nur nicht dem Arbeitslosen.

    LG, Schatana!

  16. Aszhira am 3. März 2010 um 00:12 Uhr

    Hääh ^^ sehr Witzig:)

    Wie soll einer H4 Empfänger ohne jeglische Abschluss, vernünftige Stelle finden bitte schön? das der da von dem H4 in ( sagen wir mal) in 4 Jahren weg kommt…
    Niemals!!
    Aber dasinteressiert leider keine Sau.Die zahlen ja lieber die nächste 20 Jahre(Sorry Leute).
    Ah und nich zur vergessen ,die zahlen doppelt,weil so eine sinnlose Massnahme kostet!! und das gerade nich so wenig.
    Dennen is lieber 6 bis 10 mal das zur zahlen,anstatt einmal und durch.

    MFG

  17. Sandy am 16. März 2010 um 17:27 Uhr

    Ich bin ebenfalls alleinerziehend, dazu schwerbehindert (50%). Mittlerweile im 4. Jahr arbeitslos. Akademikerin und seit fast 10 Jahren raus aus meinem Beruf. Trotzdem hält mich der Arbeitsvermittler als vermittelbar ohne Weiterbildungsmaßnahme. Merkwürdig nur, dass ich im 4. Jahr trotz ständiger Bewerbungen nichts bekomme. Für einen Bildungsgutschein bin ich „überqualifiziert“. Es ist eine Frechheit, dass die Ausstellung des Bildungsgutscheines eine Kann-Leistung ist. Obwohl ich formal alle Voraussetzungen erfülle, bekomme ich keinen. Eine Bekannte hat 3 Weiterbildungen mit Bildungsgutschein hintereinander erhalten, ist noch immer arbeitslos und nun im 1-€-Job… Heute bekam ich von meinem Arbeitsvermittler auch die dämliche Aussage zu hören, ich müsse praktisch schon von einem potentiellen Arbeitgeber eine Zusage vorweisen können, dass dieser mich nach der Weiterbildung anstellen würde. Sicher… Wer macht denn sowas? Vor allem, wer wartet denn ein halbes oder ein ganzes Jahr, bis ich mich „weiterqualifiziert“ habe. Entweder ich habe die Qualifikation und kann sie vor der Bewerbung nachweisen oder ich komme gar nicht in Betracht.
    Meines Erachtens sollten die SGB II / III -Bücher hierbezüglich schleunigst modifiziert werden. In den 4 Jahren bei der ARGE habe ich nur Schikanen erlebt und Fehlinformationen erhalten. Die Arbeitslosen sollen mit allem in Vorleistung treten. Die Erstattung ist dann wiederum Kann-Leistung. Wie das von dem Regelsatz funktionieren soll, möchte ich sehr gern erfahren. Die ARGE ist mir mehr als € 300 schuldig, die ich vorgeleistet habe. Seit Monaten renne ich hinterher und sehe keinen Cent. Da soll ich mir und meinem Kind wohl noch meine Weiterbildung vom Mund absparen, um in den Arbeitsmarkt zu kommen? Ich glaube, ich höre nicht recht. Gute Nacht, Deutschland!

    Schöne Grüße an alle Mitleidenden…

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