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Speed-Dating: Arge München testet neues Konzept zur Jobvermittlung

Nachricht zum Thema Hartz IV / ALG II vom 06.07.2009 um 14:52 Uhr

Die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet in ihrer heutigen Online-Ausgabe von einem neuartigen Konzept der Jobvermittlung. Organisiert wird dieses von der Arge München und dem privaten Arbeitsmarktdienstleister Action for Employment (A4e).

Das britische Unternehmen A4e möchte mit seiner ungewöhnlichen Methode auch den deutschen Markt erobern, nachdem in Manchester bereits seit Oktober 2008 diese Arbeitsvermittlungsmaßnahme erprobt wird. “Alles, was Erfolg verspricht, probieren wir ohne Scheuklappen aus, egal ob es aus England oder Australien kommt”, erklärte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt in diesem Zusammenhang. “Wir haben die Pflicht zu experimentieren”, fügte er hinzu.

Bei dem Konzept handelt es sich um eine Art “Job-Speed-Dating”. Dafür meldeten sich annähernd 1000 Menschen im alten Münchner Rathaus an. Von Unternehmerseite nahmen rund 50 Firmen teil, darunter teilweise bekannte Namen wie Siemens, McDonald’s oder die Deutsche Bahn. Die Unternehmen hatten insgesamt 300 offene Stellen zu vergeben.

Bei der Aktion konnte sich jeder Arbeitsuchender in einem sechs-bis zehnminütigen Gespräch dem jeweiligen Unternehmensvertreter vorstellen. Nach Ablauf der Zeit wurde, wie bei einem Speed-Dating üblich, die nächste Runde eingeläutet. Auf diese Weise sollte jeder Person die Gelegenheit gegeben werden, so viele neue Kontakte wie möglich zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen.

Die Arge München will in den kommenden Wochen auswerten, wie viele Arbeitsuchende tatsächlich eine neu Arbeit gefunden haben. Bisher seien immerhin 100 Bewerber zu einem intensiveren zweiten Bewerbungsgespräch eingeladen worden.

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bisher 15 Kommentare zu dieser Nachricht
  1. 007 am 6. Juli 2009 um 15:53 Uhr

    ich glaube es dauert nicht mehr lange und die methoden der arbeitsvermittlung haben sich auf mittelalterliches niveau zurückentwickelt…
    und wenn dann gar nix mehr geht, kämpfen die ” hartzIV-ler”
    in der arena…..wie im alten rom…die arbeitende bevölkerung wird so amüsiert und von ihrem elenden dasein abgelenkt
    und die arbeitslosen haben ein sinnfreie beschäftigung um nicht gänzlich den mut zu verlieren….

    in diesem sinne, viel spaß beim urnengang bei den BTW

  2. Johann am 7. Juli 2009 um 14:15 Uhr

    Qualifikation, Netzwerk und Dranbleiben sind alles. So ein Speeddating ist doch eine super Idee, um genau das Problem, dass man nie die richtigen Arbeitgeber zum richtigen Arbeitnehmer findet, obwohl es beide gibt, zu lösen!

    Wer arbeitslos ist und mutlos wird, hat verloren. Qualifizieren, machen, lesen, schreiben, nachdenken, Meinung sagen und sich in seinem Bereich aktuell halten – dazu dann Kontakte und spätestens nach einiger Zeit wirds schon was!

  3. Bernd am 7. Juli 2009 um 15:29 Uhr

    Jobfloating, Jobspeeding, Jobclustering. Ha(r)tz4, sind Begrifflichkeiten die eine Modernität vorgaugeln, die in ihrer Regelungsdichte in der praktischen Unmsetzung neuer Wein aus alten Schläuchen ist. Die Wortveränderungen lassen “modernerweise” keinen Vergleich mit anderem zu. Absicht????

  4. Mario Trutschel am 7. Juli 2009 um 15:35 Uhr

    Sehr geehrte Herren der Geschäftsleitung der ARGE München, in Krisenzeiten entstehen, wie ich in diesem Artikel lesen muss, immer öfters schlechte Scherze, die auch noch umgesetzt werden. “Speed-Dating” für Jobs? Handelt es sich dabei um Jobs, nach deren monatlicher Vergütungsabrechnung man gleich nochmal zu Ihnen “speeden” muss, um eine sogenannte Aufstockung mit wenig Aufwand zu beantragen, ohne die man für das mickrige Gehalt gerade mal noch das Dach über’m Kopf zahlen kann, um nicht noch vom Vermieter gekündigt zu werden? Hat das Verwaltungs-Prozedere (Bearbeitung von Anträgen, etc.) auch solch ein Speed, wie man es nun beim Vorstellungsgespräch für desillussionierte Arbeitssuchende anzuwenden sich unterwindet? Ich würde Ihnen wärmstens raten, unter anderem einmal nachstehende Literatur sich zu Gemüte zu führen. Diese könnte vermutlich sogar Ihnen einleuchten: Der flexible Mensch – Die Kultur des neuen Kapitalismus von Richard Sennett und Martin Richter. Viel Glück bei m Zahlenpoker und in der guten Hoffnung bei der Schönung Ihrer Arbeitslosenstatistik (im Speed-Verfahren) wünscht Ihnen derweil jemand, der dem Kaiser schon lange nicht mehr glaubt, er hätte neue Kleider an, weil er weiss, dass selbst der bloß nackt herumläuft. Die Menschen brauchen noch betwas Zeit bis sie genauer sehen werden, aber es geht Stück für Stück voran. Mit freundlichen Grüßen, Mario Trutschel

  5. BerlinerXY am 7. Juli 2009 um 18:06 Uhr

    Nehmen wir das ganze mal als gute Idee, denn die Deutschen, welche zu Hause sitzen und sich auf Hartz4 erholen, sind eh im A…h.

    Eigeninitiative ergreift eh keiner mehr von denen, da sie auch die Lust verloren haben.

    Von daher, warum Kritik an diesem Versuch üben, man sollte offen sein als “Geldgeber” um seine Schmarotzer zu tilgen.

  6. fixlifax am 7. Juli 2009 um 20:07 Uhr

    wenn es wirklich funktioniert, ist die Idee gut. allerdings wenn da wieder ein Vermittler dazwischen sitzt und an der Aebeitsleitung des Menschen, der wieder einen Arbeitplatz gewonnen hat, verdient kann ich es nicht gut heißen.

    Was passiet dann mit den vielen Mitarbeitern auf den Arbeitsagenturen und Job-Centern werden die dann etwa arbeitslos und können mal Nachvollziehen, von was sie immer uns Arbeitslosen erzählen???

    Oder sind die dann beschäftigt mit Statistiken darüber zu erstellen?

  7. muadib am 7. Juli 2009 um 20:45 Uhr

    So, so die Schmarotzer will er also vertilgen. Aber das ist der wahre Schmarotzer, der selbst nur eine ganz miese Tätigkeit hat und daher ein Ventil sucht. Diese Art von Schmarotzer ist allerdings besonders minderwertig, denn er projeziert seine eigene primitive Denkweise auf Andere. Eigentlich, ist derjenige, der so ein Komentar, wie den vorangegangenen, schreibt, doch der Schmarotzer. Und nun versucht er sich in seinen Wirt zu versetzen, der nämlich die Allgemeinheit ist und meint man müsste ihn vertilgen. Nein, das muss man nicht. Warum ich überhaupt darauf antworte: Dieser Menschenhass ist doch schon schockierend. So jemand lebt nicht bloß einfach von seinem Wirt, er würde seinen eigenen Wirt noch vertilgen.

  8. Sonnenschein am 7. Juli 2009 um 23:12 Uhr

    Wenn man nichts mehr zu bieten hat, verschönt man es mit Anglizismen. JobCenter haben auch nicht mehr Arbeitsplätze, tschuldigung, Jobs, als Arbeitsämter und Sozialämter zusammen. Aber mit einem Zackigtreff (Speeddating) wird das wieder was. Da entstehen sogar Arbeitsplätze aus dem Nichts heraus. Und wer immer noch keine findet, muß noch mehr Netzwerke bilden. Aber was ist mit denen, die sich ihre Bekanntschaften nicht nach Nützlichkeit und ihren Wert nicht nach Gesellschaftsmeinung definieren? Die müssen wohl oder übel warten, bis dieses System endlich den Bach runtergeht, damit auch Leute wie Johann (siehe Kommentar weiter oben) endlich aufwachen. Wenn wir uns nicht mehr so einen Mist vorgaukeln lassen, wie er hier verbreitet, dann haben ganz andere verloren.

  9. RackerTussi am 8. Juli 2009 um 14:48 Uhr

    Sicherlich ist es eine gute Idee auf kosten anderer.
    Die ARGE, welche ich angehöre, schafft es ja nicht mal einem Schwerbehinderten mit 60% auf dem 2ten Arbeitsmarkt zu vermitteln, geschweige denn auf dem ERSTEN.
    Wirklich bemüht wird sich ja seitens der ARGE schon garnicht mehr. Es wird an andere Komunen verwiesen und alle 2 Monate wird man dann eingeladen um über die Berufliche Situation gesprochen. Im Stellenmarkt geschaut (was ich zu Hause ohnehin schon mache) und das war es dann.

    Sicher wird es zu diesem Projekt immer ein Pro & Contra geben. Ich würde sowas gerne Bundesweit sehen, auch in einer kleineren Gemeinde unter 10 000 EinWohnern.

  10. bauchschmerzen am 9. Juli 2009 um 05:25 Uhr

    345 Euro im monat
    etwa 11 euro pro tag zum
    essen
    trinken
    bekleidung
    öffendliche verkersmittel
    fernsehn
    zeitung stellenangebote
    berwerbungen schreiben
    nicht verschreibungspflichtige medikamente
    erholung
    kultur

    u.s.w
    Ich denke das die Liste noch beliebig vortgesetzt werden kann um ein einigermaßen Menschenwürdiges Leben zu führen.
    Wenn es nach unseren Politikern geht bräuchten wir allerdings nur 2 Dinge.
    Essen und Trinken,oder am besten Garnichts!
    Hier in diesem Lande wird man nicht motiviert,sondern täglich aufs neue demotiviert.

  11. dabeigewesen am 11. Juli 2009 um 16:57 Uhr

    Erlebnisbericht:

    Im Info-Gespräch wurden uns 100 Arbeitgeber versprochen. Arbeitsuchende 400. Keine Zeitarbeitsfirmen. Im 2ten “Beratungsgespräch” waren es dann nur noch 50 – 70 Arbeitgeber. (dafür aber keine konstruktive Beratung).

    Tatsächlich standen im alten Rathaus 29 Arbeitgeber auf einer Liste. Davon blieben 4 Tische unbesetzt, 4 Zeitarbeitsfirmen waren dort, mindestens 3 Firmen suchten selbständige Handelsvertreter, der Refernz-Arbeitgeber deutsche Bahn suchte Reinigungskräfte und Lockführer und nach der Mittagspause tauchten ca. 8 Arbeitgeber nicht wieder auf.

    Alles in Allem eine völlig chaotische Umsetzung einer im Prinzip guten Idee.
    Der Saal viel zu klein für die versprochenen 50 – 100 Arbeitgeber (die vorhandenen 25 passten kaum rein),
    Dahin gekritzelte Pappschilder wiesen die Arbeitgeber mit ihren offenen Stellen aus (nach dem Mittag lagen 10 davon am Bühnenrand auf einem Haufen). Die Musik war sehr gut, nur hielt sich keiner an 10 Minutengespräche und so, daß man gegen die Musick anschreien mußte.
    Vor Siemens und o2 bildeten sich so lange Schlangen, daß mit Wartezeiten bis über 1 Stunde zu rechnen war.

    Die glücklichsten Gesichter machten die ca. 25 Leute von A4e, die semiprofessionell geschäftig durch die Gegend rannten.

    Es wurde viel versprochen und kam nichts dabei raus.
    Wenn experimentieren, dann bitte richtig, mit einer professionellen Umsetzung und nicht mit solch einem Chaos.
    Enttäuschend für Arbeitgeber UND Arbeitsuchende.

  12. Leipziger CD am 12. Juli 2009 um 10:58 Uhr

    Dem Herrn “BerlinerXY” wünsche ich von ganzem Herzen, dass er recht bald auch verhartzt ist. Glücklicherweise ist ja die allgemeine Verarmung der Menschheit ein erklärtes Ziel einiger Herrschaften, die selbst über den Zins- und Zinseszinseffekt leistungslos immer reicher werden und unsere Regierung ist sehr eifrig bei der Umsetzung dieser Ziele. So kann der Herr “BerlinerXY” diesen, aus seiner Sicht sicher sehr begehrenswerten Zustand, auch einmal zu jenen zu gehören, “welche zu Hause sitzen und sich auf Hartz4 erholen” bald auch in echt erleben. Viel Spaß dabei! Mich persönlich kotzt Hartz 4 in jeder Beziehung nur an. Zu sozialistischen Zeiten hatte ich meinen gesicherten Arbeitsplatz UND mein gesichertes Auskommen UND ein gutes, gesichertes Leben. Angst brauchte ich keine zu haben, allerdings ist eben ein verängstigter Mensch besser steuer- und manipulierbar, idealer Zustand für eine Verbrechergemeinschaft, die ihre Arbeitssklaven im Griff halten muss.

  13. Mario Trutschel am 21. Juli 2009 um 14:31 Uhr

    Woher wusste ich nur, dass das Ergebnis des im Beitrag geschilderten Versuches der ARGE München wie im Kommentar Nr. 11, des Schreibers “dabeigewesen”, vom 11.07.2009 um 16:57 Uhr enden würde?

    Habe ich hellseherische Fähigkeiten?

    Wurden bei dem Speed-Dating auch freie Stellen für Menschen mit hellseherischen Fähigkeiten angeboten?

    Wenn ja, bitte ich diese Arbeitgeber, sich mit großem Speed bei mir zu melden.

    Kontakt: mario@laelius.de

    In hoffnungsvoller Erwartung unrealisierbarer Illussionen oder zumindestens um der Statistik etwas Gutes tun zu können …

    MfG, Mario

  14. Mario Trutschel  (Website)  am 21. Juli 2009 um 19:43 Uhr

    Es gibt Antwort von der ARGE München zu meiner Mail und dem Bericht des Schreibers von Kommentar Nr. 11.

    —– Original Message —–
    From: Grau Jakob
    To: Mario …
    Sent: Tuesday, July 21, 2009 3:58 PM
    Subject: AW: stern.de: Stellmichein

    Sehr geehrter Herr …,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung – gerade auch, weil Sie offensichtlich unzufrieden sind.

    Für uns war diese Form der Vermittlung Neuland. Deshalb sind wir aktuell dabei, die Ergebnisse zu bewerten. Ihre Eindrücke sind uns dabei natürlich sehr wichtig. Auch auf Seiten der Arbeitgeber fragen wir nach.
    Sicherlich gibt es noch Verbesserungen: In der Vorbereitung, in der Durchführung und der Nachbetrachtung. Nächste Woche haben wir dazu auch externe Besucher. Vor einer möglichen Wiederholung oder einer Empfehlung an Kollegen möchten wir genau wissen, was wir besser machen können. Deshalb nochmals herzlichen Dank für diese konkreten Hinweise.

    Mit freundlichen Grüßen

    J. G.

    2. Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Beschäftigung München GmbH

    Orleansplatz 11
    81667 München

    Tel.: (089)67972-301
    Fax: (089)67972-123

  15. CrazyChris am 11. Januar 2012 um 10:24 Uhr

    Sie reden immer von Wiedereingliederungen”von Langzeitarbeitslosen.Jetzt habe ich die Chance von einem Sozialen Träger eine Vollzeitstelle zu bekommen.
    Allerdings müßte die ARGE dann den Lohn für mich…oder nen Teil davon auf Zeit bezahlen.

    Aufeinmal ist es dem Arbeitsvermittler nicht mehr ganz so schnell wichtig den Verantwortlichen der Arbeitsstelle zu kontaktieren.

    Soviel zum Thema Wiedereingliederung.

    Ach ja…ich hab nen Nebenjob und über Weihnachten habe ich sogar noch ne Vereinbarung bekommen in der ich unterschreiben mußte meinen 400 Euro Job unter keinen Umständen zu gefährden.
    Wahrscheinlich hat der Sachbearbeiter “vorgesorgt”im Falle einer Ablehnung der ARGE für den Vollzeitjob daß ich nicht vor lauter Wut den Nebenjob hinschmeiße.

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