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Hartz IV Empfänger sind bei der Jobsuche fast in jeder Hinsicht kompromissbereit

Nachricht zum Thema Hartz IV / ALG II vom 07.09.2009 um 12:08 Uhr

Einer am heutigen Montag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge sind ALG II Empfänger für einen neuen Arbeitsplatz zu Zugeständnissen bereit, allerdings nicht in jeder Hinsicht.

Die Arbeitsmarktforscher kommen einerseits zum Ergebnis, dass Hartz IV Empfänger im Bezug auf die Arbeitsbedingungen einer neuen Stelle durchaus häufig zu Kompromissen bereit sind. Viele würden belastende Arbeitsbedingungen in Kauf nehmen. Darüber hinaus würde für mehr als zwei Drittel der Hilfebedürftigen ein langer Arbeitsweg oder eine ungünstige Arbeitszeit keinen Grund darstellen, von der Aufnahme einer neuen Arbeit abzusehen. Dies gelte selbst dann, wenn es sich um eine unter ihrem Qualifikationsniveau liegende Tätigkeit handelt.

Andererseits geht aus der Studie hervor, dass sich rund zwei Drittel der ALG II Bezieher nicht vorstellen können, für den neuen Job einen Wohnortwechsel vorzunehmen.

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bisher 16 Kommentare zu dieser Nachricht
  1. Magarete am 7. September 2009 um 12:28 Uhr

    aus eigener erfahrung würde ich auch jedem dringend davon abraten für arbeit umzuziehen…die helfen nämllich nur solange bis man weg ist und selbst das unzureichend…ab den umzugsort an ist alles nur noch kampf und unterstützung gleich null…
    in der regel endet das in isolation und ner menge schulden…
    was hat sich dann itte an der situation verbessert?

    nichts für einen selber, aber die sind einen los…

  2. Clopper am 7. September 2009 um 13:05 Uhr

    Hallo,
    aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ein AlgII-Empfänger meist nur unter bezahlte Jobs bekommt und dann auch noch während der Probezeit versucht wird, den Verdienst zu drücken.
    Zu erst heißt es alles Ok. Superarbeit kurz vor Ende der Probezeit ändert sich das dann, wie keine Leistung; zu langsam etc.
    Ich bin ein Jahr täglich 75Km einfach zur Arbeit gefahren und dachte ich ziehe um und war auf Wohnungssuche aber zum Glück hat es nicht geklappt!! nach einem Jahr wurde der Betrieb geschlossen und die Arbeit ins Hauptwerk verlegt.

  3. Mr.x am 8. September 2009 um 18:08 Uhr

    Kein wunder das ALG2ler kompromissbereit sind, hinter ihnen steht ja auch ein “Kundenberater” mit nem Rotstift in der Hand. Ich bin zum Glück noch in Lohn&Brot, aber umziehen, für eine Arbeitsstelle die so schlecht bezahlt wird das es mit ach und krach reicht über die Runden zu kommen ohne sich was zu Leisten? Nein danke.

    Ich habe kein Interesse alle meine Sozialen Bindungen hinter mir zu lassen um irgendwo für 7€ zu schuften. Außerdem frage ich mich ob es 100km entfernt nicht auch Arbeitlose gibt!?

  4. Charly am 8. September 2009 um 18:33 Uhr

    Hat man die 50 überschritten macht man bedeutend mehr Kompromisse für eine Arbeitsstelle.
    Umziehen ist bei denen die Eigentum haben nicht ganz so einfach.
    Ach ja, bei Denen die Eigentum haben und AGII dann meist nur als Darlehen bekommen, sieht es mit Arbeitsplätzen noch düsterer aus.
    Die kommen nicht mal für “subventionierte” Arbeitsplätze in Frage.

    AGII vernichtet Eigentum das in jahrelanger Arbeit erschufftet wurde.
    Denn wer sich was erwirtschaftet hat muss es ert mal wieder loswerden, bevor er oder sie in den “Genuss” voller AGII Leistungen kommt. Wobei damit nicht nur Geld gemeint ist.
    AGII bevorzugt ganz klar Diejenigen die NICHTS haben.
    AGII sorgt für Armut bei Denen, die dachten sie hätten sich fürs Alter abgesichert.

  5. Mary am 8. September 2009 um 19:07 Uhr

    Da muss ich Charly komplett recht geben. Ich habe mir mit meiner Tochter eine schöne große Mietwohnung eingerichtet. Dann war es soweit, dass ich in Hartz VI gerutscht bin. Sie wollten, dass ich umziehe, weil die Wohnung zu groß ist. Das Amt hat nur die Miete bis zu 60 qm übernommen (mehr stehen 2 Personen bei Hartz VI nicht zu). Das Ergebnis von 345,– Euro musste ich noch 100,– Euro selbst für die Miete übernehmen. Das Amt hat mir vorgeschlagen umzuziehen. Die Kosten dafür würden sie mir vorstrecken und monatlich von meiner Unterstützung abziehen. Ergibt doch irgendwie keinen Sinn, ob ich meine Restmiete selbst tragen muss oder das Darlehen zurück zahlen muss.

  6. Fluppi am 8. September 2009 um 19:48 Uhr

    “Tolle” Studie – man wird ja unter Androhung von Sanktionen (Geld streichen) gezwungen, alle möglichen unmöglichen Bedingungen zu akzeptieren. Man ist nicht bereit – aber man will auch nicht unbedingt verhungern, erfrieren oder auf der Straße leben. Und man MUSS unterqualifizierte Jobs annehmen. Und unmögliche Arbeitszeiten und unmögliche Bezahlung akzeptieren, weil man sonst Streichungen bekommt.

  7. Globetrotter am 8. September 2009 um 22:02 Uhr

    Das Perverse an Hartz4 ist, dass alle Arbeitslosen in einen Topf geworfen werden, der Drückeberger, der als Hilfsarbeiter mit Hatz4 besser lebt als mit Knochenarbeit, als auch der verdiente Diplom-Ingenieur, den mit 55 Jahren niemand will. Das Ganze entspricht der neoliberalen Denke US-amerikanischer Inspiration: Der Mensch ist nur noch ein Kostenfaktor. Hartz4 ist ein unausgegorenes Machwerk im Dienste neoliberaler Interessen.

  8. Fluppi am 8. September 2009 um 23:02 Uhr

    Sie sind also nicht kompromissBEREIT, sondern kompromissVERPFLICHTET.

  9. big Q am 9. September 2009 um 10:40 Uhr

    Ja, sehr witzlos.
    Ich persönlich bekomme keinen cent weil mein freund zu gut verdient. 1100 euro im monat, davon gehen allein 700 für strom-miete-rechnungen durch. Na ja, nun leben wir von den 400 euro im monat und ich bin froh, dass ich kein hartz 4 mehr empfange.
    Zu der Zeit als ich hartz 4 empfangen habe, hätte ich nach dem abschluss keine schule mehr machen dürfen, sondern irgendsonen kranken lehrgang-NEIN!
    Da lebe ich lieber so aber mach meine fachschule an der bbs.
    UND-auch ich kenne dieses unter-druck-setzen zu gut. wenn sie dies nicht und das nicht dann zahlen wir nicht blabla… kein wunder das da jeder vor denen vom amt kuscht um sich und seine familie nicht auf der straße zu sehen.
    lieben Gruss,
    Big Q

  10. Ossi am 9. September 2009 um 11:03 Uhr

    Fluppi *g

    kompromisverpflichtet ist das stichwort…also noch einmal mehr [click here]

    http://www.youtube.com/watch?v=O1sc07uRunA

  11. Sieglinde am 9. September 2009 um 13:03 Uhr

    Hallo,
    ja, bei mir ist auch der Wohnortswechsel das einzige, das auf keinen Fall in Frage kommt. Ich habe zwei kleine Kinder und die brauchen einen festen Lebensmittelpunkt. Insofern trifft Vieles aus der Studie auf mich zu. Und ja, es werden alle über einen Kamm geschoren, das Problem ist einfach, daß der Fehler im System selbst liegt, nicht an den Menschen. Mal gucken, was die Krise noch so bringt…

  12. Abgezockter am 9. September 2009 um 13:03 Uhr

    Zitat: ” Hartz4 ist ein unausgegorenes Machwerk im Dienste neoliberaler Interessen….”

    Genau so ist es!
    Wer bis spätestens heute noch nicht kapiert hat( ich meine die, die es angeht), welche Interessen hinter den Kulissen agieren, für den ist es eigentlich egal, ob er noch lebt oder schon in der Kiste ist.
    Denn über kurz oder lang kriegen sie euch alle!

    Die Neue-Welt-Ordnung läßt grüßen!

  13. Schatana am 9. September 2009 um 18:31 Uhr

    Muss Euch allen recht geben. Ich würde auch nicht wegziehen, zum einen wegen sozialen Kontaken und zum anderen wegen Familie und meinem Partner. Ich brauche außerdem den sozialen Halt, den mir diese Menschen geben. Ich würde wohl kaputt gehen, wenn ich sie nicht hätte. Denn ich kann mich auf sie verlassen, wenn ich sie brauche. “Bekannte” findet man schnell, aber Menschen auf die man sich verlassen kann, selbst in schlechten Zeiten, sehr selten.

    Und wie Mr. X schon schrieb, “…als ob es dort keine Arbeitslosen geben würde.” Und ich hätte auch Angst eine Arbeit anzunehmen und in der Probezeit rausgeworfen zu werden und man hat eigentlich alles für die Firma verändert. Und für was am Ende? NICHTS! Wie schon gesagt wurde, Schulden kommen auf einen zu usw.

    Und unter Druck setzen können DIE wirklich gut. Auch wenn es teils nicht direkt sein mag, aber die haben ja ihre Tricks. Schließlich werden die für soetwas auch geschult! *grr* Nicht umsonst habe ich Schlafprobleme wenn ich ein Termin bei denen habe. Mir ist schlecht und mein Kreislauf spielt verrückt. Eben alles andere als schön. *seuftz*

  14. Ossi am 11. September 2009 um 10:21 Uhr

    wenn man sich hier so alles durchliest, stellt sich hier eigentlich niemand die frage, ob die sklaverei wieder eigführt worden ist?
    es gab zeiten, da wurde über den verdiest verhandelt, man hatte das recht seine gehaltsvorstellungen zu äüßern und hat sich geeinigt. heute wird man zwangsverscherbelt und der wirtschaft zur ausbeutung zum fraß vorgeworfen.

  15. Mike am 7. Februar 2010 um 01:14 Uhr

    Ihr habt alle recht. Aber solang keiner was macht wird es nur noch schlimmer. Wenn alle Arge Empfänger die für vernüftiges Geld arbeiten wollen, auf die Straße gehen oder die Arge besetzten und die Sklavenhändler(Zeitarbeit) gleich dazu und ihre recht fordern, dann erst wird was passieren. Aber ich merke das jeder redet und keiner was macht aus Angst. Aber vor wem habt ihr Angst?? Ihr habt doch sowieso nix mehr und passieren wird euch nix. Ich lass mir von keinem was sagen weil ich meine rechte kenne und das sollten alle tun sonst wirds wie in den 30ern. wir sind alles menschen und es gibt genug für alle aber die Gier der Banker und Industrie wird irgendwann die Welt zerstören und die armen werden wieder Sklaven!!!!!!!!!!!!
    Also steht endlich auf und unternimmt was. Wenn 100erte von Menschen pro Arge und Zeitarbeit ihre rechte wie in Frankreich fordern dann wird was passieren!!!!! Traut euch und lernt aus der Geschichte. Es wird alles schön geredet und die naive Gesellschaft glaubt das. Schaut mal hinter die Kulissen und denkt nach:)

  16. uwetammen am 30. August 2011 um 09:05 Uhr

    nennt man es kompromissbereit wenn einem das messer auf die brust gesetzt wird.?

    ich habe als erfahren, das ich mit über 50 das angebot einer spedition schmidt aus minden bekam, für 9,00 pro stunde arbeiten zudürfen.
    als ich dann nach 3 wochen unbezahltes praktikum mit knapp 200 stunden einen arbeitsvertrag angeboten bekam, hieß es plötzlich 7,00 € die stunde, 15 st. arbeiten – 9 stunden “freizeit” und das an 6 tagen in der woche.
    ich durfte nicht abklehnen, den ich war ein hartz 4 empfänger.
    ich nahm den vertrag an und schufte nun, oft nachts von 3 bis am tag um 17.00 uhr.
    ich bin nun krank, weil ich mir den fuß verstaucht habe.
    und prompt kam gestern um 14.30 ein mitarbeiter der o. g. firma vorbei und gab mir die kündigung zum 1. 09.
    hinter der hand hieß es, ich sei angeblich doch zu alt für den job bei der spedition bin.
    insgesamt sind nun fast 400 stunden verloren, weil dieses geld mit hartz 4 verrechnet wird.

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