Horst Seehofer: Arbeitslosigkeit wird Wahlkampfthema Nr.1
CSU-Chef Horst Seehofer versucht erneut, dass Profil der CSU nach der verheerenden Landtagswahlniederlage im vergangenen Jahr zu stärken. Gegenüber dem Handelsblatt äußert Seehofer die Absicht, den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zum bestimmenden Thema der Bundestagswahl zu machen.
Zum Einen schlägt der CSU-Vorsitzende Steuerentlastungen vor, um der schwächelnden Konjunktur wieder Leben einzuhauchen. Seiner Ansicht nach wäre es in diesem Zusammenhang sinnvoll, das ein oder andere Element, dass ohnehin für die Zeit nach der Wahl geplant sei, vorzuziehen. Konkret nannte Seehofer in dem Interview die Reform der Unternehmensteuer, einen einheitlichen Grundfreibetrag für alle sowie die Senkung der Mehrwertsteuer für das Hotel -und Gastronomiegewerbe.
Außerdem fordert Bayerns Ministerpräsident eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes, um den von Experten erwarteten Anstieg der Arbeitslosenzahlen in diesem Jahr zu vermeiden. “Ich glaube, dass eine solche arbeitspolitische Maßnahme in der Tat weiterhelfen kann“, erklärte Seehofer. Er sei zwar nicht immer ein Anhänger des Satzes: ´Sozial ist, was Arbeit schafft´ gewesen, aber in diesem Sommer stimme er.
Ferner unterstützt der CSU-Chef den Vorschlag des NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers, das Schonvermögen für ALG II Bezieher anzuheben. “Das ist eines der Hartz-IV-Elemente, das einfach nicht in Ordnung ist. Der Freibetrag führt dazu, dass allzu viele ihre Vorsorge verkaufen müssen, mit der Folge, dass man dann im Alter auf den Staat angewiesen ist”, kritisierte der Parteivorsitzende.
- Arbeitslosigkeit: Müntefering beklagt Gleichgültigkeit der Kanzlerin
- CSU-Politiker kritisieren Guido Westerwelles Äußerungen zu Hartz IV
- CSU gibt Peter Hartz eine zweite Chance
- ALG II Bezieher werden als Wahlhelfer angeworben
- SPD-Wahlprogramm: Höheres Schonvermögen für Hartz IV Empfänger
am 14.04.2009 um 15:56 Uhr
Bravo,
dann könnten Sie den Leuten denen man schon alles weggenommen hat wieder etwas monatlich zurückgeben, damit die Belastungen in einigen Jahren geringer bleiben.
Die meistens Menschen die ungewollt in Hartz IV gerutscht sind haben sowieso keine Chance mehr diese Verluste auszugleichen.
Vielleicht denken die Politiker zuerst einmal an ihre eigenen Leute in Deutschland, bevor Sie ihre Idee verwirklichen Asylbewerber mit Hartz IV gleichzustellen.
am 14.04.2009 um 18:18 Uhr
Kann mir jemand einen Tip geben? Ich habe endlich ein Vorstellungsgespräch in den nächsten Tagen. Die Personalcheffin fragte mich am Telefon wieviel Geld ich von der Arge bekomme.Sie hat ganz schön herum geeiert warum sie das wissen will. Nun habe ich Angst das ich übers Ohr gehauen werde. Ich denke sie hat mich gefragt damit sie weiß wieviel sie mir anbieten muß denn annehmen muß der Hartz IV Empfänger ja die Arbeit. Ich weiß das in dieser Branche normalerweise Tariflohn gezahlt wird. Was kann oder darf ich sagen? Ich will arbeiten aber nicht um den Preis das ich beschissen oder den anderen Kollegen gegenüber benachteiligt werde. Ich habe das Gefühl das die Arbeitgeber auf den Hartz IV Zug aufspringen, den Leuten etwas mehr Geld als den Regelsatz anbieten nur weil sie der Meinung sind wir müssen alles annehmen. Ich freue mich auf die Arbeit will aber nicht benachteiligt werden. Darf ich sagen was ich mir an Lohn vorstelle?
am 15.04.2009 um 09:21 Uhr
Hallo Helli,
Eine 100%tige Lösung wird dir keiner geben können. Dafür ist das Arbeitsamt viel zu unberechenbar und wird sich bei Bedarf, so oder so das Ergebnis so zurechtlegen, wie es dieses benötigt.
Ich persönlich verhalte mich bei meinen Vorstellungsgesprächen so, wie ich bin und sage das was ich denke bzw. was ich erwarte und haben will.
Unabhängig davon, ob ich mir selber den möglichen Arbeitsplatz besorgt habe, oder dieser vom Arbeitsamt vermittelt wurde. Allerdings muss ich zugeben, dass ich 80% Schwerbehindert bin und deswegen bestimmte Forderungen stellen kann und auch im Allgemeinen die ganze Situation anders aussieht, als bei gesunden Menschen.
Ich informiere mich vorher, was die Firma herstellt, produziert bzw. anbietet (also Branchentyp ermitteln). Daraufhin schau ich z.B. im Internet und/oder frage bei den Gewerkschaften nach, was in dieser Branche an Löhne/Gehälter üblich bzw. tariflich ist und durchschnittlich gezahlt wird.
Wenn du dann noch den einen oder anderen Euro runter gehst vom Stundenlohn, dann sollte es passen.
Wenn du dann deine Gehaltsvorstellung dem Arbeitgeber mitgeteilt hast, liegt es dann wiederum an ihm, ob und inwieweit er darauf eingeht. Sollte er damit nicht einverstanden sein, wird er dir dann in der Regel mitteilen, was er sich so vorstellt.
Dann liegt es allerdings an dir, wie du dich entscheidest und wie groß deine Angst vor den Sanktionen des Arbeitsamtes ist, sollte das Vorstellungsgespräch negativ verlaufen.
Allerdings, sollte das Gehaltsangebot des Arbeitgebers so niedrig sein, dass du auf Hartz IV Niveau oder sogar darunter liegst, obwohl dir eigentlich ein weitaus Höherer Lohn zustehen würde, dann würde ich versuchen mit dem Arbeitsamt zu reden und prüfen lassen, ob das Gehaltsangebot nicht gegen die guten Sitten verstößt. Denn das Recht hat auch ein Hartz IV Empfänger. Wir sind schließlich keine Sklaven. Gegebenenfalls würde ich sogar noch die Gewerkschaften darauf aufmerksam machen.
Und sollte das Arbeitsamt tatsächlich Sanktionen gegen dich durchführen, weil diese wieder mal völlig uneinsichtig sind und nur an Kostensparen denken, dann solltest du zuerst Widerspruch einlegen und bei Ablehnung des Widerspruchs einen Prozess führen. Allerdings kann es bis zu einem Jahr dauern, bis so ein Prozess in die Wege geleitet wird.
Du siehst, am Ende liegt es an dir, wie weit du gehst, was du zulässt bzw. was du mit dir machen lässt, oder wie kampfbereit du bist. Ich hoffe, du bist letzteres!
Wie auch immer, ich wünsche dir viel Glück und Erfolg!
MfG
am 15.04.2009 um 12:53 Uhr
Hallo Helli,
was die Argen zahlen ist doch für jeden einsehbar, die Grundleistung und die Miete. Mehr würd ich auch nicht antworten, zumal diese Frage wohl eigentlich gar nicht gestellt werden dürfte. Ich würde mit meinen eigenen Vorstellungen antworten, was für diese Stellenbeschreibung mit meiner Qulaifikation in dieser Region normaler Lohn wäre. Je nach eigenen Umständen muß man dann evtl noch etwas weiter kalkulieren (Kredite, Kinderbetreuung, Fahrgeld…). Fördermittel und kurze Praktikas können für Arbeitgeber auch verlockend sein, dich enzustellen.
Viel Glück!
am 15.04.2009 um 12:57 Uhr
Danke für die Hilfe Flynn. Werde mich so geben wie ich bin. Mache ich ja sonst auch immer. Mich hat es nur stutzig gemacht das die Dame gefragt hat was ich von der Arge bekomme.
am 21.04.2009 um 14:14 Uhr
Ich würde nicht zuviel Angst vor den Saktionen haben, immerhin haben wir ja wohl noch Rechte.
Was dein Vorstellungsgesgespräch betrifft, ich finde diese Frage sehr merkwüdig sehr sehr merkwürdig sogar.
Fakt ist die Firmen wollen nichts mehr zahlen. Am beste du arbeitest umsonst.
Ich glaube jedenfalls das die dir soviel bezahlen will wie du Harz IV bekommst, oder überhaut wenig bezahlen will.
Lehne die Arbeit nicht ab, aber stelle vorderungen, denn dass ist auch dein Recht.
am 22.04.2009 um 18:47 Uhr
Hallo, ich habe diesen job nicht angenommen. Das Bewerbungsgespräch war nicht so gut. Ich wurde gefragt ob ich denn auch christlich sei weil ich vorher in der Kirche gearbeitet habe. Als ich das bestätigte sagte die Dame, “weil sie ja Christlich sind muß ich es Ihnen sagen das wir uns hier nicht krankschreiben lassen wenn wir krank sind. Wir kommen hier krank zur Arbeit.” Sie sagte das ich dann ja auch Kirchensteuer bezahlen müßte und das das nicht gerade wenig sei und faßte sich vor den Kopf. Das fand ich ziemlich makaber. Schon das mit der Krankschreiberei. Denkt die die Christen rennen alle gleich zum Arzt wenn sie nen Zipperlein haben? Oder das wir den ganzen Tag auf dem Fußboden liegen und beten? Ich habe einen anderen Job gefunden allerdings nur für 400 Euro. Als ich die Dame dann telefonisch kontaktierte sagte sie, ” Ach sie sind doch die Christliche hm hm hm”. Nun weiß ich das es richtig war diesen Job nicht anzunehmen. Was solls, ich bewerbe mich sehr viel auch ohne Zwang von der Arge. Ich finde schon noch einen Vollzeitjob. Ich bin zwar etwas traurig darüber aber es wird sich schon für mich was richtiges finden. Ich muß mich um des Jobs Willen nicht mobben oder foppen lassen.
am 26.04.2009 um 00:40 Uhr
Hallo Helli,
das nenne ich wieder einmal „göttliche Eingebung“!
Wer sich mit solchen Argumenten präsentiert, an dem hat man sicher nichts verloren.
Vielleicht sollte man noch aus der Kirche austreten und den ersparten Betrag dem Arbeitgeber bezahlen.
Als Christ heißt es ja: „Liebet Eure Feinde“, doch manchmal sieht man sich schon veranlasst den Arbeitgeber selbst eine entsprechende Krankheit an den Hals zu wünschen und dann auch zu erwarten, dass er mit dieser in die Arbeit geht (z.B.: gebrochenes Bein) und sich nicht damit ins Krankenhaus legt.
Denke auch, dass heute kein Arbeitgeber mehr nachfragen muss was ein Hartz IV Bewerber bekommt, obwohl man in den Medien immer nur mit den Angaben von Alleinstehenden ausgeht.
Genauso das man immer vom Kindergeld spricht, welches ja beim Hartz IV-ler als Einnahme sofort wieder abgezogen wird und nichts davon sieht Beziehungsweise in den Händen hält.
Flynn hat schon recht mit seinem Kommentar.
Mein Tipp ist, informiert Euch rechtzeitig in den richtigen Seiten im Internet, denn meistens wird man erst durch Erfahrung klug. Es gibt solche und solche, auch in der Arbeitsagentur. Also ist es reine Glücksache an wen man gerät. Glaube macht stark, aber glaubt nicht alles was man Euch aufbindet. Hinterher ist man meistens gescheiter.
am 26.04.2009 um 17:06 Uhr
Hallo Sale47, ich bin nicht wirklich glücklich das es so gelaufen ist. Ich hätte diese Arbeit sehr gern gemacht aber das Vorstellungsgespräch war von vorn herein sicher zum scheitern gedacht. Ich habe durch einen Bekannten von dieser Arbeitsstelle gehört und mir wurde gesagt daß die Dame keine Hartz IV Empfänger haben wollte. Ich habe mich trotzdem beworben weil ich dachte, wenn die mich sieht dann nimmt sie mich trotzdem. Ich denke mal das war alles vorher geplant. Denn so wie sie das Vorstellungsgespräch geführt hat, hätte die Chefin der sie untersteht sie rausgeschmissen. Man läßt doch neue Mitarbeiter erstmal ankommen. Die hat diese Arbeit so madig gemacht das jeder gleich von vornherein nein sagt. Nach dem Gespräch hat sich für mich bewahrheitet das ein Mensch nur noch eine Maschine ohne jegliche Rechte ist. Ich hätte doch eine Probezeit gehabt, wenn ihr dann was nicht gefallen hätte, dann hätte sie mich ja immer noch rauswerfen können.
am 18.08.2009 um 20:50 Uhr
Hallo Helli,
wenn Du einmal so lange wie ich Dich beworben hast, kann die nichts mehr erschüttern.
Fragen ob man seinen “Offenbarungseid” schon geleistet hat oder welches “Sternzeichen” man hat, alles wird gefragt.
Aus diesem Grunde habe ich auch schon mal bei einem Bewerbungsgespräch gleich den Personalchef gefragt: “Wie hätten Sie mich denn gerne?” Denn genau darauf kommts doch an. Welche Einstellung dieser gerade hat und wie er manches sieht. So kann es sein, dass ein bestimmter Bewerbungsstil gerade bei diesem Personalchef der Falsche und bei dem anderen der Richtige ist. Doch das weiss man vorher nie.
Hätte man mich so wie Dich gefragt, hätte ich Sie bestimmt gefragt. “Wieso, ist Hartz IV die Vorraussetzung?” Eigentlich müssten “Sie” doch wissen was ein Hartz IV Bezieher bekommt, ist dies das Gehaltsniveau Ihrer Firma ?
Was hat christlich mit krank sein zu tun? Das hätte ich mir gerne erklären lassen.
Also, nicht unterkriegen lassen durch solche Gespräche, sondern Kopf hoch und auf ein Neues. Was hat man denn noch zu verlieren?