Weniger Privatinsolvenzen im ersten Halbjahr 2011

Nachricht zum Thema weitere Themen vom 18.09.2011 um 11:55 Uhr

Nach einer Erhebung der Wirtschaftsauskunftei Bürgel ist die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland im ersten Halbjahr 2011 leicht gesunken. Mit 68.818 Fällen konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Rückgang um 0,9 Prozent konstatiert werden.

Die meisten Verbraucherinsolvenzverfahren im Verhältnis zur Einwohnerzahl wurden im Bundesland Bremen durchgeführt (162 Privatinsolvenzen auf 100.000 Einwohner). Darauf folgen die Bundesländer Hamburg mit 119 und Niedersachsen mit 110 Insolvenzen je 100.000 Einwohnern. Die wenigsten Verbraucherinsolvenzverfahren waren in Bayern (61) zu verzeichnen.

Den neuesten Daten zufolge ist insbesondere die Altersgrupppe der 18- bis 25-Jährigen immer häufiger betroffen. Seit dem Jahr 2009 stieg deren Anteil um 51,3 Prozent. Ähnlich besorgniserregend ist die Zunahme bei den über 60-Jährigen, weil sich deren Anteil im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 um fast 8,9 Prozent erhöht hat.

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bisher 5 Kommentare zu dieser Nachricht
  1. uwetammen am 19. September 2011 um 16:43 Uhr

    erst gutes taschengeld von den eltern, auf den geschmack des “sich etwas leisten können” gekommen, dann der hartz 4 absturz nach ausbildung > zurück bleiben hoffnung auf arbeit und schulden f. handy und auto usw., weil ein jeder glaubte, er darf nach der lehre auf eine weiterbeschäftigung hoffen, kurbelte er die wirtschaft mit deren “werkzeugen”an.
    doch schulden (eingetragen bei der schufa) verhindern nun den weg ins arbeitsleben, wegen den pfändungsansprüchen, die der gläubiger macht, den 30 j. sind lang hin und private insolvenz endet nach gut 7 jahren.

    hier muss ich schreiben, die DDR war (in sachen “schuldenfalle” da etwas besser aufgestellt.

    und keinem nutzt groß die privatinsolvenz, weil sie nach den guten 7 jahren der verpflichtung, noch weitere 3 jahre in der schufa steht und somit einen neuen kredit für evtl. zukunftspläne (jetzt evtl. mit arbeitsplatz) verhindert.

    mann, was bin ich froh, das ichjetzt langsam zum lebensende komme.
    das letzte hemd hat keine taschen.

    • Gast am 21. September 2011 um 09:24 Uhr

      Klar Herr Tammen, in der DDR hatten wir auch kein Handy, kein Auto mit 18 und auf den Führerschein mussten wir auch mindestens 5 Jahre warten und da kann ich Ihnen noch viel aufzählen – wir konnten gar keine Schulden machen :-) !
      Das hat alles was mit dem Elternhaus zu tun, wenn ich schon so aufwachse, dass alles auf Pump finanziert wird, dann lebe ich es auch so. Ich habe da kein Mitleid – selber schuld !

  2. roony1 am 21. September 2011 um 08:27 Uhr

    Der Rückgang der Privatinsolvenzen ist nicht daraufhin zurückzuführen, dass weniger Leute Schulden machen, sondern dass weniger Verfahren zugelassen werden. Die Hürden, ein Privatinsolvenzverfahren zu beantragen und auch durchlaufen zu können, wurden so hoch gesteckt, dass viele diese Chance auf ein neues Leben auch nach Jahren gar nicht mehr bekommen können.

    Der Deutsche Staat knüppelt seine eigenen Bürger, um im Ausland und für das Ausland gut da zu stehen. Viele geraten durch Scheidung in den finanziellen Ruin und in die Insolvenz. Viele denken so, wie uwetammen. “Hoffentlich habe ich das Leben bald geschafft.” In Frankreich wird den eigenen Staatsbürgern schnellstmöglichst geholfen, sollten sie in die Privatinsolvenz geraten. In Deutschland ist man auf Lebzeiten ein Verbrecher.

    Niemand kann nachvollziehen, der solch eine Situation noch nicht erlebt hat. Dumme Sprüche und Weisheiten von Leuten, die “gehört haben” und “mitgekriegt haben” sind völlig schwachsinnig. Aber die, die es betrifft und eine solche extreme Situation in ihrem Leben durchmachen müssen, werden meistens von solchen Besserwissern auch noch tiefer gedeckelt, die am “gründen Tisch” über Menschen entscheiden, die sie nicht einmal kennen. Willkür und eine fatale Rechtssprechung machen es vielen Menschen unmöglich, überhaupt noch über eine Privatinsolvenz ihr Leben wieder zu ordnen.

    Das vielen nur noch der Weg offen zu sein scheint, das Leben zu beenden, liegt da nahe.

    Der Deutsche Staat besitzt viel Ansehen im Ausland. Er kümmert sich auch hauptsächlich nur darum. Schnelle Entscheidungen über die Rettung anderer Staaten und fremder Menschen sind machbar. Die eigenen Menschen im eigenen Land stehen oftmals am Existenzminimum.

    In Deutschland kann man einen Menschen auf eine ganz legale Art und Weise finanziell und menschlich ruinieren. Wer ist da noch stolz, ein Deutscher zu sein?

    • AS am 2. Oktober 2011 um 21:47 Uhr

      roony1 hat recht. Aber das hat Methode! In Berlin werden die Beratungsscheine fuer eine Verbaucher-Insolvenz von den Amtsgerichten ausgestellt.
      Es gibt aber viele Amtsgerichte, die dies einfach nicht tun.
      So dass es in Berlin nur noch 3 Amtsgerichte gibt, die diese Beratungsscheine ausstellen.

      Und das Schlimmste ist, dass man dagegen einfach nicht ankommt, obwohl jeder Buerger ein Anrecht hat, auf juristische Beratung.

  3. Faki am 22. September 2011 um 09:07 Uhr

    Viele Betroffenen wissen ja auch gar nicht, daß sie nicht nur die Möglichkeit haben zur
    Schuldnerberatung, bei einigen sehr lange Wartezeit, gehen können, sondern das sie auch einen Rechtsanwalt bemühen
    können. Man sollte da schon sehr genau schauen, ob es sich um eine seriöse Beratung handelt.
    Mit einem Hilfegutschein, der beim zuständigen Amtsgericht zu beantragen ist, ist der erste Schritt getan.
    Dieser sollte dem Rechtsanwalt für seine Arbeit bis hin zur Bestätigung des Versuches der außergerichtlichen Einigung,
    Ausstellen der Negativbescheinigung bzw der außergerichtlichen Einigung mit allen Gläubigern. ausreichen.
    Weitere Forderungen für die außergerichtliche Einigung sind nicht zulässig. Nicht auf Honorarbasis einlassen !!!
    Auch sollte man darauf achten, daß der außergerichtliche Einigungsversuch innerhalb eines halben Jahres abgeschlossen ist
    und nicht über einen noch längeren Zeitraum hingezogen wird.
    Für die Beratung bzw. Erstellen des Insolvenzantrages bekommt man keine Zuwendungen vom Staat.

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