Nachricht zum Thema Hartz IV / ALG II vom 26.11.2008 um 16:30 Uhr

Nur 30% der jungen ALG II Empfänger schaffen Ausstieg aus der Hilfebedürftigkeit

Eine am gestrigen Mittwoch veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sorgt für Aufsehen. Die Studie bezieht sich auf die Entwicklung junger Hartz IV Empfänger zwischen 18 und 29 Jahren im Beobachtungszeitraum von Januar 2005 bis Dezember 2006.

Aus der Studie geht hervor,dass innerhalb der Jahre 2005- 2006 nur 60 Prozent der jungen Erwachsenen den kurzfristigen Ausstieg aus Hartz IV geschafft haben. Allerdings 50 Prozent derjenigen musste im Beobachtungszeitraum erneut ALG II in Anspruch nehmen. Lediglich rund einem Drittel gelang es dauerhaft, die Arbeitslosigkeit zu überwinden.

Im Jahr 2007 lebten durchschnittlich 1,35 Millionen Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren von Hartz IV. Ein besonders hohes Risiko, keinen dauerhaften Zugang zum Erwerbsleben zu finden, haben nach Meinung der Autorin der Studie, Brigitte Schels, diejenigen junge Hartz IV Empfänger, welche gering qualifiziert oder langzeitarbeitslos sind.

Die IAB-Forscherin Schels betont ferner, dass die Erfahrung von Armut in dieser Lebensphase im Hinblick auf die Entwicklungsmöglichkeiten junger Menschen als besonders gravierend anzusehen ist. Es bestehe ein hohes Risiko für die unter dreißigjährigen, dass sich ihr Hilfebezug verfestigt.

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bisher ein Kommentar zu zu dieser Nachricht
  1. Christian am 28. November 2008 um 04:46 Uhr

    Hallo, ja das kann ich nur bestätigen. Ich bin Hartz4 Empfänger erster Stunde und insgesamt seit 2003 Arbeitslos gemeldet. Erst ALG, dann Arbeitslosenhilfe und seit 01.01.2005 schliesslich Hartz 4 ALG2.
    Keiner von insgesamt schon 6 (!) Fall Managern hat es bis heute geschafft mich dauerhaft in Arbeit zu vermitteln. Ich bewerbe mich regelmässig und habe mich schon oft vorgestellt, leider ohne Erfolg.

    Gelernt habe ich Zierpflanzengärtner, bin dann nach dem Zivildienst mit 21. Jahren Arbeitslos geworden und hänge bis heute wo ich schon 27. Jahre alt werde in diesem Hartz4 Käfig fest. Man wird nur von einer in die nächste Massnahme gesteckt und mehr nicht. Dabei werden einem die tollsten Perspektiven aufgezeigt, welche man laut ARGE erreichen kann. Ist mal wieder eine Maßnahme zuende ist man dann nicht geeignet eine Umschulung zu machen etc. und man wird gleich in die nächste Maßnahme gesteckt. Sie lassen sich immer wieder neue Gründe einfallen. Schafft es ein Fall Manager nicht mich zu Vermitteln, wird man einfach zum nächsten durcggereicht usw.. Ich kann das ja soweiter machen bis ich 65. bin und meinen Enkeln von meinem Bewegten Maßnahmeleben mit Hartz4 erzählen….

    Ich kann mich dem Artikel vollends anschliessen!

    Gruss Christian

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