Dieter Hundt kritisiert Jobvermittlung der BA

Der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, äußert in einem Interview mit der Zeitung „Welt am Sonntag“ seine Unzufriedenheit mit der Vermittlungstätigkeit der Bundesagentur für Arbeit (BA).

„Um Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt besser in Übereinstimmung zu bringen, müssen die Arbeitsagenturen und Jobcenter bei der Beratung und Vermittlung von Arbeitslosen besser werden“, erklärte der Arbeitgeberfunktionär.

Die BA hätte seiner Meinung nach in den letzten Jahren zwar deutliche Fortschritte erzielt. Allerdings würden Betriebe viel zu häufig noch beklagen, dass die vorgeschlagenen Bewerber dem Stellenprofil nur unzureichend entsprächen.

„Da weniger als jede zweite offene Stelle der Betriebe bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wird, werden die derzeit bestehenden Jobchancen unterschätzt“, gab Hundt zu Bedenken. So gäbe es auch in der jetzigen Krise viele Arbeitgeber, die Mitarbeiter suchen würden oder Stellen trotz hoher Arbeitslosigkeit nicht zügig und passgenau besetzen könnten.

Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer vom arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) sagte in diesem Zusammenhang, dass die von der BA für den Juli vermeldete Zahl von 480.000 offenen Stellen höher als in vorangegangenen Krisen sei.

Dieter Hundt wünscht sich daher eine Optimierung bei der Vermittlungstätigkeit der BA. „Zur funktionierenden Vermittlung gehört auch, dass Arbeitslose passende Angebote für Anpassungsqualifizierungen erhalten und die regionale wie berufliche Mobilität optimal unterstützt wird“, forderte der Verbandschef.

Klaus Brandner (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär im Arbeitsministerium, erklärte im Hinblick auf die von Hundt getätigten Aussagen: „Wir wären sicherlich weiter, wenn die CDU nicht die nötigen Reformen bei den Jobcentern blockiert hätte.“

Unterstützung wird dem Präsidenten der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände auch von der FDP zuteil. „Weil die zentral organisierte große Nürnberger Behörde nicht flexibel genug auf die Notwendigkeiten des Arbeitsmarktes eingehen kann, wird sie von vielen Arbeitgebern nicht mehr eingeschaltet“, sagte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel.

Auf Ablehnung treffen die von Hundt vorgebrachten Argumente hingegen bei der Union. „Es sind sicherlich Fehler gemacht worden“, so Ralf Brauksiepe, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Unions-Fraktion. Jedoch sei er überzeugt, dass die BA in der Jobvermittlung deutlich besser geworden sei. „Das höre ich immer wieder, wenn ich mit Arbeitgebern spreche“, erklärte der CDU-Politiker.

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