Ungewöhnliche Job-Interviews - das erwartet Kandidaten heutzutage

Normalerweise finden Vorstellungsgespräche an eher langweiligen Orten statt, zum Beispiel in einem Büro oder einem Konferenzraum. Dort stellt sich der Kandidat den Fragen seines potenziellen neuen Arbeitgebers, es entwickelt sich ein Gespräch, das meistens nach einem bestimmten Muster abläuft. Menschen, die sich schon länger auf Jobsuche befinden, sind nach einiger Zeit mit den üblichen Abläufen vertraut. Sie kennen die Fragen, die normalerweise gestellt werden und haben sich schon die passenden Antworten bereitgelegt. Dann aber passiert eines Tages etwas Unerwartetes, was nicht ins Schema passt. Darauf gilt es, vorbereitet zu sein, um nicht vielleicht den interessantesten Job des Lebens zu verpassen.

Sozialleistungen gegen einen neuen Job eintauschen

Sozialleistungen sind in Notsituationen ein praktisches Unterpfand für die finanzielle Existenz. Doch die meisten Personen möchten sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und sich von ihrem Lohn auch einigen Luxus leisten. Arbeitslosengeld 1 und 2 sowie Wohngeld und die anderen staatlichen Hilfen genügen normalerweise nicht, um einen Menschen mit etwas höherem Anspruch zufriedenzustellen. Ganz abgesehen von dem wichtigen Gefühl, im Poker um gesellschaftliche Anerkennung endlich wieder bessere Karten in der Hand zu haben. Regelmäßige Bewerbungen und daraus resultierende Vorstellungsgespräche sind im Leben deshalb kaum wegzudenken und manchmal gibt es auf diesem Gebiet die eine oder andere Überraschung. Arbeitgeber, die sich zum ersten Treffen mit ihrem Bewerber etwas Neues einfallen lassen, gelten als besonders kreativ und offen für Veränderungen. Kandidaten, die hier bestehen, dürfen sich meistens über eine Arbeitsstelle freuen, die ihnen besonderen Freiraum zur Entfaltung gibt. Es lohnt sich also, schon im Voraus darüber nachzudenken, wie sich solch ein Treffen meistern lässt – fernab muffiger Büroräume und traditioneller Frage-Antwort-Spiele.

Job-Interview im Fitness-Center: Sport & Talk

Wer in seinen Bewerbungsunterlagen angibt, sportlich zu sein, muss mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit rechnen, entsprechend ausgetestet zu werden. Manch ein Arbeitgeber könnte sich dazu berufen fühlen, den Kandidaten in ein Fitness-Center einzuladen, ob es sich nun um eine öffentliche Sportstätte handelt oder eine firmeninterne. Der Personaler möchte damit nicht nur einfach die gewohnten Abläufe durchbrechen, sondern er will natürlich auch bestimmte Dinge über den Bewerber herausfinden. Dabei geht es normalerweise nur ganz nebenbei um die Frage, ob der potenzielle neue Angestellte zu physischen Höchstleistungen fähig ist. Eher stehen andere Fragestellungen im Mittelpunkt des Interesses: Zeigt der Bewerber Geduld, wenn er an einem Gerät längere Zeit warten muss? Beißt er sich durch, wenn es einmal schwierig wird? Zeigt er Ausdauer und Disziplin? Und wie steht es um seine Konzentration und Höflichkeit, wenn er im Gespräch immer mal wieder abgelenkt wird? Auf diese kleine Feuerprobe à la Texas Hold’em gilt es, sich mental vorzubereiten.

Bewerber-Meeting am Poker Tisch: Stresstest beim Omaha Hi-Lo

Die Kreativität kennt darüber hinaus kaum Grenzen: Mal begeben sich die Personaler gemeinsam mit ihren Kandidaten in eine Situation, die Geduld und Konzentration erfordert – in anderen Fällen führen sie gern auch etwas Stress herbei. So setzt beispielsweise mancher findige Arbeitgeber auf eine Partie Poker, um das Vorstellungsgespräch auf anregende Weise zu untermalen. Am Pokertisch kann der zukünftige Chef tatsächlich aufgrund des außergewöhnlichen Settings viele Eigenschaften des Bewerbers ablesen. Seine Geduld, sein Aggressionspotenzial unter Druck, seine Selbstbeherrschung und auch die soziale Kompetenz kommen hier nach und nach zutage. Das Beste: Der Arbeitgeber muss sich nicht auf die subjektiven Aussagen des Bewerbers verlassen und der Bewerber muss seinerseits keine Phrasen auswendig lernen. Alles geschieht intuitiv und bleibt unverstellt. Dies sind die besten Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit, die auf Ehrlichkeit und gegenseitige Anerkennung beruht. Das Poker Spiel fungiert somit als perfektes Vehikel für den Einstieg in den neuen Job – wenn der Kandidat sich dabei von der besten Seite zeigt.

Vorstellungs-Shooting beim Paintball: Mut und Action

Menschen, die in ihrem Leben schon eine gewisse Menge an Vorstellungsgesprächen mitgemacht haben, kenne dieses Gefühl: Mancher Personaler gibt sich derartig hochmütig, dass man am liebsten zum Angriff übergehen möchte. Bisweilen kommt es in solchen Situationen zu einem verbalen Poker Gefecht, meisten lassen die Kandidaten aber die Geringschätzung widerstandslos über sich ergehen. Schlägt der neue Vielleicht-Arbeitgeber aber ein erstes Treffen in einer Paintball-Halle vor, dann muss kein Scheinfriede mehr gewahrt bleiben. Ganz im Gegenteil: Der Bewerber ist herausgefordert, seinen Interviewpartner nach Herzenslust zu bombardieren, um seinen Mut und Ehrgeiz zu beweisen. Allerdings ist es nicht angeraten, sich zu sehr in den Kampf zu verrennen. Auch eine gute Portion Humor und die Bereitschaft, auf den Gegner zuzugehen, sind durchaus angebracht. Sprich: Es ist wichtig, sich als zielgerichtet und tapfer zu outen, dabei aber immer noch ganz Mensch zu bleiben. Wer sich im Zweikampf nicht eben mit Ruhm bekleckert, sollte sich zumindest als guter Verlierer erweisen und vielleicht in munterem Ton eine Revanche fordern.

Kennenlernen im Großraumbüro: Mithörer aushalten

Den meisten Bewerbern ist das stille Kämmerlein gerade recht, wenn es darum geht, dem Personaler Rede und Antwort zu stehen. Mithörer sorgen oftmals nur für noch mehr Nervosität, ein echtes Handicap im Poker um den neuen Arbeitsplatz. Trotzdem – oder auch gerade deshalb – entscheiden sich immer mehr Arbeitgeber dazu, das Interview in einem Großraumbüro durchzuführen, wo alle anderen Mitarbeiter stets mit einem Ohr dabeibleiben können. Natürlich scharen sich die zukünftigen Kollegen nicht um die beiden Interviewpartner, sie arbeiten eher drumherum, aber bekommen dabei (fast) alles mit. Der Kandidat sollte sich von diesem Setting nicht aus der Ruhe bringen lassen und einfach so tun, als sei alles in bester Ordnung. Schließlich hat die Belegschaft ein Recht darauf, zu erfahren, wer sich wahrscheinlich bald schon ins Team gesellen wird. Und der Bewerber selbst erhält im Gegenzug die Chance, schon einmal die bestehende Arbeitsatmosphäre zu testen und sich so ein besseres Bild von seiner zukünftigen Firma zu machen. Eine Win-Win-Situation also, die jede Partei zu seinem eigenen Besten nutzen kann. Dafür lohnt es sich, ein paar Dutzend Mithörer auszuhalten und dabei selbst ein bisschen zum Gegenlauscher zu werden.

Spaziergang im Stadtpark: entspannte Gemütlichkeit

An einem sonnigen Tag kann es auch passieren, dass der Bewerber gemeinsam mit dem Personaler im Stadtpark landet – auf einem entspannten Spaziergang. Diese Einladung gehört zu den Perlen unter den Job-Interviews, eine echte Chance, die der Jobsuchende weidlich auskosten sollte. Selbstverständlich ist es nicht ratsam, allzu sehr herunterzufahren und sich womöglich von ungehobelter Seite zu zeigen. Relaxen ist unter diesen Umständen aber trotzdem möglich, ebenso wie ein bisschen netter Small Talk. Gespräche im Freien, zum Beispiel auf der Parkbank beim Entenfüttern, laufen automatisch ungezwungener ab und genau das ist auch das Ziel des Personal-Experten. Wenn das Gespräch ernster, geschäftlicher wird, sollte der Bewerber auf jeden Fall entsprechend umschwenken, Fragen ernsthaft beantworten und gegebenenfalls eigene Erkundigungen einholen. Es lohnt sich, die professionelle Seite neben der menschlichen Komponente herauszukehren, um dem zukünftigen Arbeitgeber einen vollumfänglichen Eindruck zu vermitteln. Der Bewerber erhält prompt dieselben Informationen über seinen Gesprächspartner zurück und weiß nach dem Gespräch, ob Chemie wirklich stimmt oder eher nicht.

Bewerbungsgespräch im Restaurant: Essen & Beschnuppern

Wenn Menschen die Geselligkeit suchen, kommen meistens auch Essen und Trinken mit ins Spiel. So ist es kaum verwunderlich, dass Arbeitgeber regelmäßig auf die Idee kommen, ihre Bewerbungskandidaten zum Essen einzuladen. Vielleicht handelt es sich bei der ausgesuchten Örtlichkeit um ein edles Restaurant, es kann aber auch eine ganz normale Gastronomie sein, vielleicht sogar die firmeninterne Kantine. In jedem Fall besteht die Notwendigkeit, sich beim Essen bestens zu benehmen und alle Tischmanieren zu beachten. Mit vollem Mund zu reden ist selbstverständlich tabu, ebenso wie gieriges Fressen, rülpsen oder andere unsittliche Dinge. Während der gemeinsamen Mahlzeit offenbaren sich zahlreiche charakterliche Facetten, die in einem „normalen Bewerbungsgespräch“ meistens zu kurz kommen. Das Treffen wird wie beim Besuch im Stadtpark auf eine persönlichere Ebene gezogen, fast schon ein wenig freundschaftlich, bei allem gebotenen Abstand. Vielleicht fühlt sich ein solches Interview teilweise an wie ein Tanz auf einem Drahtseil, aber die meisten Personaler meinen ihre Einladung überhaupt nicht böse. Also einfach die gute Kinderstube herauskehren und sich auf eine lebendige Kommunikation einlassen, die leckeren Speisen dankbar annehmend. So klappt es bestimmt mit diesem ungewöhnlichen „Date“.

Endlich: Der Abschied von den Sozialleistungen naht

Mancher Personaler entscheidet sich direkt vor Ort, ob er den jeweiligen Bewerber in seiner Firma wünscht. Vielleicht gibt es direkt im Anschluss an das Gespräch eine Zusage, das wäre sicher der angenehmste Ausgang des formellen Treffens. Meistens jedoch ist nach der Verabschiedung erst einmal langes Warten angesagt, bis schlussendlich der langerwartete Brief eintrifft. Spätestens dann heißt es hoffentlich, Abschied von den Sozialleistungen zu nehmen und in die finanzielle Selbstversorgung zu starten.

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