Grundeinkommen als Hartz 4 Ersatz?

Das Thema eines bedingungslosen Grundeinkommens wird bereits seit Jahren heftig diskutiert. So sehen einige Philosophen wie unter anderem Richard David Precht das bedingungslose Grundeinkommen in absehbarer Zukunft unabdingbar. Andere wiederrum sehen im Grundeinkommen ein potentielles Risiko. Ein kontrovers diskutiertes Thema, welches sich die Linke jüngst wieder angenommen hat.

Kaum ein Thema wird seit Jahren so heftig und kontrovers diskutiert wie das des Grundeinkommens. Gerade wenn es um das Thema Hartz 4 und das damit verbundene System geht, kann kein Thema so leidenschaftlich ausdiskutiert werden. Vielerorts sieht man das Grundeinkommen als einzige sinnvolle Alternative zu Hartz 4. Doch wie verhält es sich mit dem Grundeinkommen? Was sind Faktoren, die Kritiker so bedenklich sehen? Oder ist der Gedanke eines Grundeinkommens per se reinste Utopie?

Ist das Grundeinkommen die einzige Alternative zu Hartz 4?

Wenn es nach der Partei „Die Linke“ geht, ist ein potentielles Grundeinkommen die einzige plausible Alternative zu Hartz 4 und letztlich in absehbarer Zeit ein elementarer Bestandteil dafür, dass die Armut flächendeckend in Deutschland bekämpft werden kann. Die bestehenden Hartz 4 Sätze machen es den sozial schwächeren Menschen in Deutschland ohnehin sehr schwer den Sprung aus der Armut zu schaffen. Vielmehr werden sie von Jahr zu Jahr mehr in die Armut gedrückt. Viele Langzeitarbeitlose sehen zudem keine Perspektive mehr, was wiederrum in Zeiten der Pandemie zusätzlich verstärkt worden ist. Das Arbeitslosengeld berechnen und damit den Monat zu planen ist über einen längeren Zeitraum nur in der Theorie simpel. Zu oft wird man mit außerplanmäßigen Ausgaben und Kosten konfrontiert, welche die Planung letztlich zunichtemachen. Aber auch Familien, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, müssen jeden Euro zweimal umdrehen, um über die Runden zu kommen. In Zeiten der Pandemie ein äußerst schwieriges Unterfangen.

Zunehmend mehr Kritik am Hartz 4 System

Die aktuelle Krise in Deutschland beflügelt die Kritik an das aktuelle Hartz 4 System, was bereits im Vorfeld einige Schwachstellen offenlegte. Nun wird die Kritik, knapp ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie, immer lauter. So kommt das Thema des Grundeinkommens auch wieder auf den Tisch der politischen Debatte. Die Linke stellte jüngst nämlich ein Konzept zu einem bedingungslosen Grundeinkommen vor. Das Konzept sieht vor, dass jedem Bundesbürger monatlich bis zu 1.800 Euro zur Verfügung stünden. Dies gilt bereits ab dem 16.Lebensjahr, ist jedoch an der wirtschaftlichen Entwicklung gekoppelt. Man sieht ein Grundeinkommen von mindestens 1.180 Euro bis 1.800 Euro erst einmal vor. Ebenso seien Zuverdienste, ähnlich zum Hartz 4 Zuverdienst, möglich. Die Linke würde mit diesem Konzept eine schrittweise Einführung präferieren. Somit würde man laut der Partei vorsehen mit einem Grundeinkommen von 590 Euro bei Kindern und Jugendlichen starten.

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