Forscher widerlegen Zusammenhang zwischen Hartz-Reformen und Wirtschaftskraft

Die Einfluss der Hartz IV Gesetzgebung auf die positive Entwicklung der deutschen Wirtschaft vom „kranken Mann Europas“ zum derzeitigen „wirtschaftlichen Superstar“ ist – anders als von Politiker gern behauptet wird – gering.

Zu diesem Schluss kommen vier deutschen Wirtschaftswissenschaftlern kommen in ihrem Aufsatz „From Sick Man of Europe to Economic Superstar: Germany’s Resurgent Economy“ (Zusammenfassung auf Englisch als .pdf-Datei), der in Kürze in der renormierten Fachzeitschrift „Journal of Economic Perspectives“ veröffentlicht wird.

Ausschlaggebend für die positive Wirtschaftliche Entwicklung sei vielmehr die Senkung der Lohnstückkosten seit Mitte der 90er Jahre, die bei deutschen Unternehmen weitaus massiver ausgefallen sei, als bei Unternehmen aus anderen europäischen Ländern. Nach dem Fall der Mauer seien Reallöhne in Deutschland gesunken. Zudem nutzen deutsche Unternehmen seit dieser Zeit vermehrt ausländische Produktionsstandorte, um Lohnkosten zu senken.

Positiven Einfluss hätte auch die in Deutschland ausgeprägte Tarifautonomie, die eine flexible Reaktion auf die damalige wirtschaftliche Lage ermöglicht habe.

Der Einfluss von Hartz IV auf die wirtschaftliche Entwicklung hingegen ist nach Ansicht der Forscher nur gering. Hartz IV habe zwar die Eindämmung der Massenarbeitslosigkeit begünstigt, viele andere Instrumente der Arbeitsmarktreform hätte aber keinen Einfluss auf die Steigerung der Produktivität.