BA-Chef: Kurzarbeit kann Entlassungen nicht verhindern

Frank-Jürgen Weise befürchtet laut einem Interview mit der „Welt am Sonntag“, dass sich die weltweite Wirtschaftskrise in naher Zukunft auf die Beschäftigungssituation in Deutschland niederschlagen wird.

Der Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit geht ab Anfang 2010 von einer deutlichen Zunahme der Erwerbslosigkeit aus. „Ich bleibe dabei: Im Januar und Februar werden die Arbeitslosenzahlen steigen“, stellte der BA-Chef klar. Das größte Risiko des Jobverlusts sei in der Tendenz bei Geringqualifizierten sowie jungen Männern
gegeben.

Weise steht dem Arbeitsmarktinstrument der Kurzarbeit mittlerweile eher kritisch gegenüber. Das eigentliche Risiko seien weniger die direkten Kosten, sondern dass trotz der finanziellen Aufwendungen für die Kurzarbeit entlassen werde. Folglich müsse letztendlich mehr als geplant für das Arbeitslosengeld ausgeben werden.

„Außerdem haben wir den Menschen in Kurzarbeit das Signal gegeben: Bleib’ in Deinem Betrieb, bewirb’ dich nicht woanders, es geht wieder aufwärts“, führte Frank-Jürgen Weise aus. Dies könne seiner Ansicht nach auch einen notwendigen Strukturwandel behindern.

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