ARGE sanktioniert Analphabeten wegen zu wenig Bewerbungen

Nach einem Bericht des Politmagazins „Report Mainz“ hat die Greifswalder Arbeitsverwaltung einen ALG II Bezieher in die Obdachlosigkeit getrieben.

Dem Analphabeten wurden so lange die Leistungen gekürzt, bis dessen Mietschulden zur Zwangsräumung seiner Wohnung geführt haben, woraufhin er in das städtische Obdachlosenheim ziehen musste.

Als Grund für die Sanktionen gab die ARGE an, dass der Mann „zu keiner Kooperation bereit“ war. So habe er keine Bewerbungen geschrieben. Das der „Kunde“ des Schreibens nicht mächtig ist, spielte für die Sanktionsentscheidung offenbar keine Rolle.

Laut „Report Mainz“ erklärte ARGE-Geschäftsführer Erich Bartels, dass die Sanktionen nicht zu vermeiden gewesen seien. Nach Einschätzung der Rechtsanwältin des betroffenen Mannes hingegen waren zwei Drittel der Sanktionen widerrechtlich.

Das ARD-Magazin „Report Mainz“ berichtet heute um 21.45 Uhr über diesen Fall.

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