Metzger: “Hartz IV macht manche Arbeitslose träge und antriebsarm.“

Der Grünen-Politiker Oswald Metzger behauptete kürzlich, dass manche Arbeitslose durch den Bezug von Hartz IV träge und antriebsarm würden. Für diese Äußerung erntete er auch harsche Kritik aus den eigenen Reihen.

Der Haushaltsexperte und baden-württembergische Landtagsabgeordnete wurde für seine Äußerungen zu Sozialhilfe-Empfängern auch von führenden Grünen-Politikern gerügt.

Auf dem Internetangebot des Sterns, “stern.de“, hatte Metzger behauptet, dass viele Empfänger von Sozialhilfe ihren Lebenssinn darin sähen, Kohlenhydrate oder Alkohol in sich hineinzustopfen und vor dem Fernseher zu sitzen. Das Gleiche würden sie dann auch ihren eigenen Kindern angedeihen lassen.

Direkt nach seinen Äußerungen forderte Volker Beck, der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, seinen Parteikollegen auf, seine Äußerungen und seine “pauschalen Herabwürdigungen“ wieder zurückzunehmen. Christine Scheel, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, bezeichnete die Aussagen von Oswald Metzger als “völlig inakzeptabel“. Schell warf Metzger vor, mit kalten und neoliberalen Vorurteilen für soziale Spannungen zu sorgen beziehungsweise diese zu verschärfen.

Auch Katrin Göring-Eckhard, Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages und Mitglied der Grünen, forderte in einem offenen Brief Metzger dazu auf, seine Äußerungen zurückzunehmen. Und zwar ohne “Wenn und Aber“. Die Vorwürfe gegen diejenigen, die ohnehin mit wenig auskommen müssten und in der Regel das Beste für ihre Kinder wollten, seien unangebracht und entsprechen auch nicht den Vorstellungen eines modernen und solidarischen Sozialstaates. Zudem entsprechen sie auch nicht der grünen Idee von Selbstbestimmung und individueller Förderung, so Göring-Eckhard.

Gegenüber der “Leipziger Volkszeitung“ untermauerte Metzger, entgegen aller Kritik, seine Äußerungen erneut. Mit einem abgesicherten Existenzminimum ohne Forderung nach Gegenleistung würde ein Teil der Empfänger träge und antriebsarm. Auch deren Kinder lernten nichts, würden unter dem Einfluss vielerlei elektronischer Medien buchstäblich verdummen und kämen dann als Sechsjährige übergewichtig in die Schule.

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