Trotz Finanzkrise sinkt die Arbeitslosigkeit weiter

Der August 2007 war Dank der guten Konjunktur der beste August für den Arbeitsmarkt seit 12 Jahren. Die Bundesagentur für Arbeit teilte am Donnerstag die neuesten Arbeitsmarktzahlen mit. Demnach sankt die Zahl der Erwerbslosen auf 3,705 Millionen. Zuletzt wurde im August 1995 eine ähnlich niedrige Zahl an Erwerblosen registriert. Damals lag die Zahl bei 3,6 Millionen Arbeitslosen.

Trotz der unsicheren Situation und der turbulenten Zeit an den Finanzmärkten würde die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften branchenübergreifend steigen. Insgesamt seien mehr als eine Millionen Stellen offen.
Im August gab es 10.000 Erwerbslose weniger als noch im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr fällt der Rückgang noch deutlicher aus. Hier waren es knapp 666.000 Erwerbslose weniger.
Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Jürgen Weise, sagte, dass sich die gute Wirtschaftslage sehr positiv auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt habe. Die Arbeitslosenquote liegt damit aktuell bei 8,8 Prozent, was ein Rückgang von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat bedeutet. Noch im vergangenen Jahr lag die Arbeitslosenquote bei 10,5 Prozent. Besonders erfreulich an dem Rückgang ist, dass insbesondere reguläre Vollzeitstellen geschaffen wurden.
Zu der Situation an den Finanzmärkten sagte Weise, dass sich diese nicht auf die Personalplanung der Unternehmen ausgewirkt habe. Allerdings müsse man ab Anfang 2008 den Markt genauer beobachten. Denn erfahrungsgemäß würden sich solche Krisen erst sehr spät auf den Arbeitsmarkt auswirken.
Dennoch rechne man mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Insbesondere die steigende Zahl der offenen Stellen würde für einen weiteren Rückgang sprechen. Fast alle Branchen, bis auf Banken und Versicherungen, hätten offene Stellen zu besetzen.
Allerdings verschärfte sich insbesondere der Mangel an Fachkräften weiter. Besonders Ingenieure seien gefragt, hier vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. Weiterhin würde die Industrie kaum noch Elektriker, Schlosser und Fräser finden. Es gäbe hier kaum noch genügend Kräfte, um alle offenen Stellen besetzen zu können. Aus dem Grund wird auch der Beschluss der Bundesregierung, osteuropäischen Fachkräften die Zuwanderung zu erleichtern, von dem Finanzchef der Bundesagentur für Arbeit, Raimund Becker, begrüßt.
Für den Herbst rechnen Experten mit einem noch deutlicheren Rückgang, da es hier für gewöhnlich zu größeren Neueinstellungen kommt. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet zudem damit, dass die Zahl der Erwerblosen im Jahr 2008 im Schnitt 3,5 Millionen betragen wird. Damit wäre die Zahl der Arbeitslosen auf dem niedrigsten Stand seit dem Anfang der 90er Jahre.

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