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Arbeitskräfte-Mangel bei der ARGE Köln

Nachricht zum Thema Hartz IV / ALG II vom 09.05.2007 um 10:47 Uhr

Lange dauerte es nicht mehr, und die Arbeitsgemeinschaft in Köln droht im Chaos zu versinken. Laut Bericht der Kölner Rundschau sorgt ein neues Organisationsmodell dafür, dass immer mehr Mitarbeiter stressbedingt erkranken. Der Druck wächst, worunter nicht nur die Arbeit, sondern vor allem der Service am Kunden leidet.

1400 Mitarbeiter bräuchte die Arge laut Personalratsvorsitzendem Josef Krämer, es sind aber lediglich 1178, von denen 290 nur einen Vertrag bis Jahresende haben. Im Moment werden Mitarbeiter abgezogen, um am Schalter Geld an Mittellose auszahlen, deren Schlange immer länger wird. Die Anträge auf den Schreibtischen bleiben so lange liegen. Dafür wird Sonntagsarbeit verordnet, der Gang zur Toilette kontrolliert und gedroht. Dabei arbeiten mittlerweile schon die Teilzeitkräfte so lange, dass sie eigentlich Vollzeit bezahlt werden müssten.
Laut Weisung von oben haben Mitarbeiter 15 Minuten Zeit für ein Gespräch, statt einer Stunde, und es dürfe auch nicht länger als drei Minuten dauern, ehe ein Kunde einen Termin hat. In dieser Zeit könne gar keine Beurteilung erfolgen, so Krämer.

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bisher 8 Kommentare zu dieser Nachricht
  1. cherrylady am 17. Juli 2007 um 10:35 Uhr

    Arbeitskräfte-Mangel besteht auch bei den Argen in Hamburg. Auf meine Frage ob sie mich nicht einstellen könnten, wurde mir gesagt, dass nur Hochschulabsolventen eingestellt werden dürfen.
    Wusste gar nicht das man einen Hochschulabschluss benötigt um Menschen zu schikanieren.

  2. martin am 2. Juni 2008 um 14:43 Uhr

    Tatsächlich werden ALG II -Empfängern mit Hochschulabschluss häufig der Job des Fallmanagers aufgedrängt. Dabei scheint es egal zu sein, was diejenigen studiert haben.

    Momentan scheint es so, daß die ArGe-Mitarbeiter danach beurteilt werden, wer die meisten 1 Euro-Jobs vermittelt.

  3. Clara am 20. Juni 2008 um 07:55 Uhr

    …wer die Arge kennen lernen muß wird an Brecht erinnert: “Es gibt viele Arten zu töten…”

  4. James Bond am 10. Juli 2008 um 16:31 Uhr

    Es wäre interessant, welchen volkswirtschaftlichen Schade die ARGE Köln seit Monaten durch den Erlaß hahnebüchener Bescheide, provozierter Krankmeldungen und tatsächlich durch unsachgemäße oder unmenschliche Behandlung Bedürftiger herbeigeführte Erkrankungen, Provokation einer wahren Lawine von Sozialgerichtsverfahren und Schadensersatzklagen zuzüglich der eigenen Gehaltskosten auf dem Gewissen hat.

    Der ganze Laden sollte aufgelöst und unter strenger Aufsicht aus Berlin neu aufgebaut werden. Was derzeit in Kölner ARGE-Amtsstuben abgeht, ist schlicht oder ergreifend unglaublich und gehört bestenfalls in die Kategorie “Bananrepublik”.

  5. gerd am 13. August 2008 um 00:00 Uhr

    Vor allem fehlt es wohl an Qualifizierten Personal.
    Die Arge Köln hat sich bei mir die Mühe gemacht meine Einnahmen der letzten 6 Monate durch Datenabgleich zu prüfen und dabei festgestellt das ich Einkünfte erziele.Nur haben der Sachbearbeiter anscheinend vergessen zu prüfen ob ich Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II erhalte.Was seit dem 1.Feb 2008 nicht mehr der Fall ist: Oder steckt sich jemand bei der Arge Köln villeicht Geld in meinem Namen ein.

  6. James Bond am 3. November 2008 um 14:02 Uhr

    Nicht aussergewöhnliches. Allerdings können die Sachbearbeiter dort auch nichts für ihre Situation, die wurde ihnen vom Gesetzgeber aufgezwungen.

    Die Sozialgesetzgebung der “neoliberalen” Zeit hat nämlich den Sozialstaat weitgehend privatisiert und die ARGEn fungieren weitestgehendst nur noch als Drückerkolonnen für Kommunen, Zeitarbeitsfirmen und eine hemmungslos profitgeile Unternehmerschaft.

    Mit allen Konsequenzen.

  7. Astrid Günther  (Website)  am 4. Oktober 2009 um 11:20 Uhr

    Ich sehe eigentlich beide als Opfer eines ungerechten Systems, denn nicht alle ARGE Mitarbeiter haben es sich unbedingt ausgesucht, da zu arbeiten. Ich kenne einen Fall, wo jemand nach der Verwaltungslehre dort gelandet ist und nur die Wahl hatte, diesen Job entweder anzunehmen oder eben keinen Job zu haben. Inzwischen hat sie es aber geschafft, auf einen anderen Verwaltungsposten zu wechseln. Ich wollte damit nur sagen, daß es nicht für alle ARGE-Mitarbeiter der Traumjob ist. Obwohl ihnen ein wenig mehr Kundenfreundlichkeit ( ja, man ist im offiziellen Sprachgebrauch “Kunde” der ARGE! Also kontert doch das nächste Mal einfach mit: “Ihr Kundenfreundlichkeit hier läßt aber sehr zu wünschen übrig” oder so ) ganz gut stehen würde.
    Ich finde das ganze System ungerecht und unsozial. Ein Freund eines Kollegen von mir z.B. hat 30 Jahre gearbeitet, dann wurde seine Firma an einen großen Konzern verkauft und seine Stelle wegrationalisiert. Ein Jahr lang bekam er Arbeitslosengeld und jetzt bekommt er keinen Cent mehr, und zwar deswegen, weil seine Frau verdient! Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Und der Manager, der seine Stelle wegrationalisiert hat, sonnt sich wahrscheinlich gerade auf seiner Yacht in Monte Carlo. Und wieso müssen wir im Falle einer Arbeitslosigkeit bzw. nach Auslaufen von ALG I erstmal unser Vermögen aufbrauchen, ehe wir Unterstützung vom Staat bekommen? Für das bißchen, was wir erspart haben, haben schließlich die meisten von uns jahrelang geschuftet, und niemand hat das Recht, es uns einfach wegzunehmen. Zu guter Letzt finde ich, daß der Staat durchaus differenzieren sollte, wer wie lange ALG I bekommt und wieviel Vermögen man behalten darf. Einem jungen Menschen ohne Anhang ist es nämlich durchaus zuzumuten, einen Job in einer anderen Stadt anzunehmen, jemand, der schulpflichtige Kinder hat, nicht so ohne weiteres. Weiterhin ist man schwerer vermittelbar, je älter man wird ( noch so ein Irrsinn: Einerseits soll man bis 67 arbeiten, andererseits ist es bereits ab 50 unmöglich, einen neuen Job zu finden – auch da kenne ich einen Fall persönlich ), außerdem können ältere Arbeitnehmer, die schon die Knochen kaputt haben oder ähnliches, nicht mehr in jeden Job vermittelt werden, also fände ich es o.k., wenn diese etwas mehr Unterstützung bekommen.

  8. dasha am 19. März 2011 um 20:47 Uhr

    zu Astrid Günther
    Den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich bin die Ex Frau eines Polizeibeamten, mit einen schwerbehinderten schulpflichtigen Kind. Habe 7 Jahre um meinen Kindesunterhalt und meinen Ehegattenunterhalt kämpfen müssen. Entlich geschafft. Ich lebte in dieser Zeit von Hartz 4. Unmöglich. Das ist alles andere als ein Sozialstaat. Man lernt wirklich die verschiedensten Menschen kennen, und deren Leid. Viele gar nicht Weitervermittelbar. Wem interessiert es. Ich bin auch fast 50 Jahre alt. Einen Job bekomme ich nicht, alle Bemühungen gescheitert. Ich bin zu alt mit schwerbehinderten Kind. Da hat keiner Interesse daran mir eine Chance zu geben. Familienrecht der gleiche Mist. Mein Ex brauch nicht voll Ehegattenunterhalt zahlen, da ich 6 Stunden täglich arbeiten kann und mindestens 8 Euro die Stunde verdienen kann. Die sollen mir erst mal den Job besorgen bevor sie reden.

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