Süddeutschland führt bei ALG II Sanktionen
125.000 Sanktionen verhängten die Arbeitsagenturen und Arbeitsgemeinschaften im Oktober 2006. Die ganze Härte der Hartz-IV-Gesetze bekamen dabei vor allem Arbeitslosengeld-II-Empfänger aus den Bundesländern im Süden zu spüren. In Bayern waren es 3,9 Prozent aller Arbeitslosen, denen die Leistungen um zehn bis 30 Prozent gekürzt wurden.
In Baden-Württemberg betrug die Quote 3,2 Prozent, in Rheinland-Pfalz 3,6 Prozent, bundesweit waren es im gleichen Zeitraum 1,9 Prozent. Die deutlich höhere Tendenz im Süden lässt sich mit der besseren Arbeitsmarktlage erklären. Nur, wer auch eine Stelle angeboten bekommt, kann sie ablehnen, heißt es von der Bundesagentur für Arbeit. Denn bei immerhin 22 Prozent aller Sanktionsfälle liegt Arbeitsverweigerung vor – ob nun Job, Ein-Euro-Maßnahme oder Weiterbildung.
Weitere Einzelheiten aus der Statistik: Jüngeren Arbeitslosen wird dabei häufiger das Arbeitslosengeld II gestrichen als älteren, Männern öfter als Frauen und Alleinstehenden einige Male mehr als Alleinerziehenden oder Leistungsempfängern mit Familie.
- Mehr Sanktionen der Arbeitsagentur in Bayern als in Sachsen
- Leistungskürzungen nur auf gesetzlicher Grundlage erlaubt
- Härtere Gangart beim ALG II
- Bundesagentur für Arbeit: Weiterbildung für ALG II-Empfänger ist wichtig
- Gute Konjunktur: Nun auch weniger Langzeitarbeitslose