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ALG II: Wirtschaft für bessere Hinzuverdienstregeln

Nachricht zum Thema Hartz IV / ALG II vom 06.07.2010 um 13:56 Uhr

Bezieher von Hartz IV Leistungen sollen in Zukunft mehr hinzuverdienen können. Dafür setzen sich laut dem “Handelsblatt” die Arbeitgeberverbände BDA, BDI und DIHK in einem gemeinsam ausgearbeiteten Konzept ein.

Höhere Freibeträge würden deren Meinung nach dazu führen, dass “die Neigung zur Schwarzarbeit deutlich abnimmt“. Dem Zeitungsbericht zufolge schlagen die Wirtschaftsvertreter vor, generell 40 Prozent eines zwischen 200 und 800 Euro liegenden Einkommens unangetastet zu lassen. Im Bereich von 800 bis 1.000 Euro würden dem Modell nach immerhin noch 20 Prozent anrechnungsfrei bleiben. Zwischen 1.200 und 1.500 Euro sollen schließlich 10 Prozent nicht bedarfsmindernd angrechnet werden.

Ziel sei der Neigung vieler ALG II Empfänger entgegenzuwirken, lediglich einem Minijob nachzugehen. Trotz der finanziellen Lockerung sei mittelfristig von “spürbaren Einsparungen“ auszugehen.

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bisher 20 Kommentare zu dieser Nachricht
  1. Sabine Engelhardt  (Website)  am 6. Juli 2010 um 14:44 Uhr

    Ahja. Und wenn man nur einen größeren Zuverdienst erlaubt (dabei den Arbeitenden aber das meiste wegnimmt), gibt es auch automatisch mehr Jobs, die einen solchen Zuverdienst ermöglichen. Oder, wie der @pantoffelpunk auf Twitter das mal so schön ausdrückte: “Was war nochmal das Problem der Arbeitslosen?”

    Noch unverschämter ist es, daß diejenigen, die Grundsicherung beziehen (z.B. neben der Rente oder bei Erwerbsunfähigkeit), überhaupt keinen Zuverdienst-Freibetrag haben. Da werden ab dem ersten Euro sofort 70% weggenommen. Wer es also insbesondere als Erwerbsunfähigkeitsrentner mit nicht ausreichender Rente sowieso schon schwer hat, überhaupt noch etwas zum zu niedrigen Sozialsatz dazuzuverdienen, dem wird dann, wenn er es schafft, prompt am meisten weggenommen.

    Und ja, natürlich: ZU niedriger Sozialsatz. Der Zweck der Sozialhilfe ist offiziell in § 1 SGB I festgelegt: Die freie Entfaltung der Persönlichkeit und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Und nicht: “gnädigerweise noch irgendwie vor sich hinvegetieren und dann bitte sozialverträglich früh ableben” als Alternative zu “gefälligst jeden Job im NIedriglohnsektor annehmen, weil Gerhard Schröder das mal geil fand”.

  2. Julchen am 6. Juli 2010 um 16:08 Uhr

    Wenn ich als Alleinstehende 1500 Euro verdienen würde, hätte ich einiges mehr als jetzt,
    was wollen die denn da noch anrechnen?

    Blöder Quatsch wieder, was die da verzapfen. Das wäre nur dann anzurechnen, wenn es eine BG mit mehreren Personen wäre.

    Ausserdem gibt es hier weder 400 Euro Jobs noch 1500 Euro Stellen, also nützt mir die Zuverdienstregelung gar nichts.

    Wo keine Arbeit- da keine Stellen- oder soll ich mir die nun aus den Knochen hobeln?
    Das ist doch das Problem, würden wir Arbeitsstellen haben, wo man sich ernsthaft auf eine Feststelle bewerben kann, dann wär doch alles Paletti. Die Firmen sind es doch, die diese bekloppten Minijobs nur anbieten, weil sie zu hohe Sozialabgaben haben. Ist doch klar- die stellen lieber 3 Minijobber ein, als einen richtigen !

    Schafft die Regierung diese Minijobs nicht ab, dann ändert sich auch nichts.
    Die Arbeitgeberverbände können nicht ganz sauber sein, wenn sie so einen Mist verzapfen.
    Als erstes sind die für die Arbeitgeber- sonst hiessen sie Arbeitnehmerverbände. Und das was Herr Hundt von sich gibt- kann man getrost in die Kläranlage bringen.

  3. bullruncreek am 6. Juli 2010 um 18:11 Uhr

    Eine Ausweitung der Hinzuverdienstgrenzen bedeutet nur eine Ausweitung der Lohnsubventionierung…..

  4. cctop am 7. Juli 2010 um 01:42 Uhr

    @ siehe oben

    Ihr drei denkt ja mit.!!!!

    dann sind wir ja schon 4 Leute.

    (c) by cctop

  5. Wirtschaftsweiser am 7. Juli 2010 um 08:41 Uhr

    Diese Minijobs gehören abgeschafft, weil sie nur zum Abbau von Vollzeitjobs dienen.
    Ein Mindestlohn von 10 Euro würde auch wieder den Abstand zum Alg II herstellen.

  6. Julchen am 7. Juli 2010 um 09:04 Uhr

    Mit andern Worten- die Firmen kriegen es hinten rein geschoben- und vorne beim Arbeitslosen bleibt nix übrig.

    :-)

  7. Iwan am 7. Juli 2010 um 09:58 Uhr

    Wenn man bis 200 Euro alles abgeben muß, dann werden viele Leute ihren 400 Euro Job kündigen, und lieber schwarz arbeiten.

  8. Streetfigther am 7. Juli 2010 um 11:57 Uhr

    Bla Bla Bla.mehr kommt da nicht,wenn ich arbeiten gehe will ich das auch bezahlt haben und nicht den Arbeitsplatz mit subventionieren,dann kann ich dem Arbeitgeber gleich 1000 Euro zahlen das er mich beschäftig.Dann kann ich ganz stolz sagen ich habe Arbeit-sozial ist das was Arbeit schaft auch wenn ich nicht davon leben kann hauptsache Arbeit!

  9. Hartzempfänger58er am 7. Juli 2010 um 12:43 Uhr

    Die Arbeitgeber wollen keine Zuverdiensterhöhung, sondern möglichst die Abschaffung des Zuverdienstes.

    Das scheint ihnen auch zu gelingen, vor allem in dem so wichtigen Bereich bis 200 Euro Zuverdienst.
    Wenn ich bisher davon 120 Euro behalten konnte, so danach nur noch 40% ist 80 Euro.

    Wenn ich bisher 100 Euro dazuverdient habe, dann muß ich in Zukunft doppelt so viel arbeiten, nämlich für 200 Euro, um dann nur noch 80 Euro behalten zu dürfen!!!

    Wahrlich eine gemeine Roßtäuscherei!!!

    Und wenn ich schon einen Job habe, der mich über 400 Euro verdienen läßt, dann finde ich in der Regel auch einen, wo ich so viel verdienen kann, daß ich in jedem Fall besser dastehe als mit Hartz. Aber diese Jobs gibt es für Ältere, Behinderte, chronische Kranke, oder politisch durch die Wirtschaft Verfolgte(Zeugnis!) eben nur noch selten.

  10. Julchen am 7. Juli 2010 um 12:55 Uhr

    Ja- das wäre schon toll, wenn man wieder richtig arbeiten könnte. Dann bräuchte ich mir nicht die langen Gesichter von einigen Verkäuferinnen ansehen hier- wenn man in einen leeren Laden kommt und mal ne Frage hat.

    Es ist alles nur noch zum Knochenkotzen, wenn ich das mal so sagen darf.

    In den Börsen heute auch wieder nur Mini-Mini-Mini- das Problem ist aber auch, das man sich bei Firmen in der Wallachei vorstellen muss, da komm ich erst gar nicht hin.

    Es ist kein Wunder, wenn man mal die Lust verliert. Mir fehlt mein alter Chef- den konnt ich wenigstens anbrüllen. *LOL*

  11. Pjatrus am 7. Juli 2010 um 19:50 Uhr

    Die deutsche Wirtschaft ist dumm, weil die so lange Alt and Co finanziert… für Geringverdiener war einige Zeit das Wohngeld “bessere Hinzuverdienstmöglichkeit” – jetzt wird es als solche abgeschafft, soll dann heissen, die deutsche Wirtschaft ist und bleibt weiter dumm, ohne jeglichen Einfluss auf die eigenen Vertreter.

  12. diogenes am 7. Juli 2010 um 20:59 Uhr

    es lebe das staatlich verordnete lohndumping!
    Minijobs und der Gleichen zerstören Arbeitsplätze!
    Sorgt dafür das vernünftig bezahlte Jobs entstehen und Ihr könnt jede Menge Steuergelder für sinnlose Ein € Jobs einsparen und viele der mir bekannten Empfänger von Hartz4 würden auch llieber einen venünftig bezahlten Job annehmen als von Staatsalmosen leben zu müssen.

  13. paul am 8. Juli 2010 um 11:48 Uhr

    Hier bei uns in der Straße ist auch schon jeder 2. Laden “zu vermieten”. Die Verkäuferinnen in den noch vorhandenen Geschäften langweilen sich zu Tode und warten.
    So richtig was los ist nur noch was in der Kleiderkammer und im Kiosk unter uns.
    Das Geklapper der Bier- und Wodkaflaschen ist von 6 – 24 Uhr zu hören.
    Die Stadt hat bereits reagiert und in unmittelbarer Nähe einen 2. Altglascontainer aufgestellt.
    Wenn das alles nicht so traurig wäre, könnte man fast drüber lachen.
    Am liebsten würde ich wegziehen. Leider gibts woanders auch nur Leiharbeit. Der Verdienst reicht dann natürlich wieder nicht zum Ausgehen. Dann brauche ich auch wieder alles möglichst billig. Ein Teufelskreis.

  14. F.-K. Heuser, Soziales Netzwerk Deutschland e.V.  (Website)  am 9. Juli 2010 um 06:05 Uhr

    Na klar ist die Wirtschaft dafür. Damit kann man schließlich den Hungerlohnbereich ausweiten

  15. backwar43 am 9. Juli 2010 um 09:16 Uhr

    Deutschland bekam von EU 6,5 Mrd. Euro für sog. Bekämpfung von Arbeitslosigkeit. Das Geld sollte bis 2012 ausgegeben werden. Das hängt alles zusammen.
    Die Gesundheitsreform, die Abzocke ist, zwingt noch mehr Menschen in die prekäre Arbeitsverhältnisse, die durch Aufstockung verbessert werden müssen. Dann bekommt der AG-Lager, als verdeckte Subventionen, das Geld der Steuerzahler – also der Mittelschicht – und EU. Und diese Austocker verschwinden als ALG- bzw. HartzIV-Bezieher aus der Arbeitslosen-Statistiken, wo schon auch Kurzarbeiter und derer Aufstockung die Statistiken um mindestens 500.000 schönt.
    2008 hat CSU, als Wahlkampagne, der Prozentsatz der Arbeitslosenversicherung auf 2.8% runter gedruckt, obwohl die Krise im Gang schon war. Jetzt hat Bundesagentur 11 Mrd. Miese, die durch die Kürzung von sog. Sozialausgaben (die auch verdeckte Subventionen der
    Privatwirtschaft enthalten) ausgeglichen werden (müssen?).
    SPD-Grün hat sozialer Wohnungsbau praktisch still gelegt und jetzt wollen Nachfolger Wohngeld kürzen.
    Ist das alles nicht die organisierte Kriminalität, organisierte Dummheit und organisierter Sadismus? Man muss es endlich passend nennen.

  16. Pjatrus am 9. Juli 2010 um 19:33 Uhr

    Der Mann mit dem Allerweltsnamen hat Pech. Obwohl er keinen Job hat, spuckt der Computer drei Arbeitsverhältnisse von Leuten seines Namens und Geburtsdatums aus. Er bekomme deshalb keine Leistungen mehr, bescheidet das Sozialamt dem 31-jährigen Familienvater aus Usingen im Herbst 2009. Zunächst sei zu prüfen, ob ein Sozialbetrug vorliegt. Dieter Werner vom Erwerbslosentreff Hochtaunus: “Es ist hier übliche Praxis, dass beim geringsten Verdacht Sozialleistungen auf null gesetzt werden.”

    http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/2831436_Hochtaunuskreis-Ausraster-nach-Hartz-IV-Schikane.html

    Das war auch mein Fall / aufgrund nur des Verdachts wurden alle Leistungen für 5 Leute gestrichen, darunter 3 Kinder.

  17. Julchen am 11. Juli 2010 um 11:45 Uhr

    @backwar43

    Ist das alles nicht die organisierte Kriminalität, organisierte Dummheit und organisierter Sadismus? Man muss es endlich passend nennen
    ***
    Wenn Du einen passenden Namen suchst- dann nimm den “HASS”

    Nur der Hass bringt Menschen dazu- anderen Menschen etwas anzutun, egal ob bei einer Behörde oder sonst wo. Hass- verhindert, das die Menschen nachdenken! und Hass verhindert Mitleid, Verständnis oder Nachempfinden.

    **Wehret den Anfängen** dafür ist es schon in diesem Land wieder zu spät. ‘Die ELITE hat sich durchgesetzt.

  18. Streetfigther am 13. Juli 2010 um 12:36 Uhr

    Wehret den Anfängen** dafür ist es schon in diesem Land wieder zu spät. ‘Die ELITE hat sich durchgesetzt.

    Die bezeichnen die Arbeitssuchenden als-überflüssig ich sehe aber keine Elite die wollen nur so genannt werden.Geld macht nicht gleichzeitig intelligent.

  19. Julchen am 13. Juli 2010 um 18:08 Uhr

    Die Gewerkschaften wollen Aktionswochen starten.

    Die Gewerkschaften drohen Schwarz-Gelb mit scharfem Widerstand gegen Gesundheitsreform und Sparpaket. Nach der Sommerpause sollen die Arbeitnehmer mobilisiert werden, so DGB-Chef Sommer. “Die Regierungsparteien sollen den Druck der Menschen spüren.”

    Passau – Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, hat der schwarz-gelben Regierungskoalition einen heißen Herbst angekündigt. “Nach der Sommerpause werden wir mobilisieren”, sagte der Gewerkschaftschef der “Passauer Neuen Presse”. “Die Regierungsparteien sollen den Druck der Menschen zu spüren bekommen. Wir brauchen mehr Gerechtigkeit in diesem Land.” Deshalb werde es im Herbst überall im Land vor Ort in den Betrieben Aktionswochen der Gewerkschaften geben. “Wenn die Regierung meint, das Volk würde ihre Koalitionskompromisse ohne Weiteres abnicken, täuscht sie sich”, so Sommer.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,706141,00.html

  20. Barira01 am 20. September 2010 um 00:19 Uhr

    Ich frag mich sowieso wie das werdeb soll mit den Rentner und Frührentnern.Am besten die heißen schon mal die öfen an,das würde das Problem grundlengend ändern.Denn ich habe solangsam das Gefühl,nur wer arbeitet hat ein Recht auf Leben.Alles andere könnte ja…..werden.Oh,was würden die an Geld sparen.

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