Nachricht zum Thema Hartz IV / ALG II vom 23.03.2009 um 15:30 Uhr

Anwaltsschwemme: Immer mehr Juristen müssen aufstocken

In Deutschland sind etwa 150.000 Juristen als Anwalt zugelassen und jedes Jahr nehmen tausende von Abiturienten das Jurastudium auf. Folge dieser Flut von Anwälten ist unter anderem, dass aufgrund der großen Konkurrenz immer mehr Anwälte nicht von ihren Honoraren leben können und folglich als sogenannte Aufstocker ALG II beantragen, um das finanzielle Existenzminimum zu erreichen.

In der Rheinischen Post berichtet ein betroffener Jurist von seinen Erfahrungen als Junganwalt. „Ich hatte richtig Angst um meine Existenz“, sagte er gegenüber der RP.

Die Honorarordnung für Anwälte schützt demnach die Juristen nicht vor dem gesellschaftlichen Absturz. „Wer nur wenige Aufträge im Monat bekommt, vielleicht nur zwei Geschwindigkeitsübertretungen, dem droht Hartz IV“, erklärte Helmut Rudolph vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) laut dem RP-Artikel.

Susanne Offermann-Burckart, Sprecherin der Rechtsanwaltskammer Düsseldorf, fügte in diesem Zusammenhang hinzu:“ Die Schere geht derzeit weiter auseinander. Natürlich gibt es viele Rechtsanwälte, die sich hervorragend am Markt behaupten, auch viele exzellente Junganwälte. Allerdings gibt es auch genug, die überhaupt nicht ins Geschäft kommen, da der Honorar-Kuchen nicht unbegrenzt vergrößerbar ist“. Folglich könnten viele ohne Nebenjobs oder eben staatliche Hilfe nicht leben.

Aus den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit gehr hervor, dass derzeit 109.259 Selbstständige und Freiberufler aufstocken. Angesichts des hohen Anteils der Juristen an den Selbstständigen bedeutet dies, dass wohl 10.000 der insgesamt 150.000 als Anwalt zugelassenen Juristen Hartz IV beziehen.

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bisher 3 Kommentare zu dieser Nachricht
  1. rot am 18. August 2010 um 13:05 Uhr

    Auch Hartz 1-4 hat es nicht geschafft, den Honorar-Kuchen stark zu vergrößern.
    Desweiteren führt mehr Bildung dazu, das weniger Hilfe von außen nötig wird. Wer sich selber bestmöglich informiert über das System in dem er gerade steckt, braucht weniger Hilfe, da weniger Probleme und Ärger auftaucht.

  2. dudu am 20. März 2012 um 16:42 Uhr

    Na so was ??? es herrscht doch an allen Ecken Fachkräftemangel ? Ich kann diese miesen Parolen nicht mehr hören. Die Regierung will nur durch Lug und Trug verhindern, dass die Bürger den wohlversorgten Beamtenstaat zerschlagen.

    • Ben am 11. April 2012 um 12:30 Uhr

      Ist Ihr Kommentar ernst gemeint?! „Fachkraft“ ist doch kein einheitliches Qualifikationsmerkmal! Das oben beschriebene Dilemma betrifft überwiegend die Juristen. Ich zweifel immer mehr die Intelligenz der Bevölkerung an…

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